Ein Einwurf ist eine Maßnahme zur Spielfortsetzung innerhalb eines Fußballspiels, die zur Anwendung kommt, wenn der Ball das Spielfeld über eine Seitenlinie verlässt. Ein Spieler der Mannschaft, die den Ball nicht zuletzt berührt hat, wirft dabei den Ball wieder zurück ins Spielfeld. Der Einwurf gehört zu den sogenannten Standardsituationen. Beim Einwurf ist die Abseitsregel ausgesetzt.
Ausführung des Einwurfs
Der Einwurf wird an der Stelle ausgeführt, an der der Ball die Seitenlinie überschritten hat.
Der Spieler muss beim Einwurf
- sein Gesicht dem Spielfeld zuwenden,
- außerhalb des Spielfelds oder auf der Seitenlinie stehen,
- den Ball mit beiden Händen von hinten über seinen Kopf werfen.
Der einwerfende Spieler darf, wie bei allen Standardsituationen, den Ball nicht ein zweites Mal spielen, bevor ihn ein anderer Spieler berührt hat. Alle Gegenspieler müssen einen Mindestabstand von 2m zum einwerfenden Spieler einhalten. Der Ball ist im Spiel, sobald er innerhalb des Spielfeldes ist.
Sonstige Regelungen
Aus einem Einwurf kann ein Tor nicht direkt erzielt werden; wird der Ball beim Einwurf direkt in ein Tor geworfen, so ist das Tor ungültig und es wird auf
Abstoß (Tor der verteidigenden Mannschaft) bzw.
Eckstoß (
Eigentor) entschieden.
Wenn ein Feldspieler den Einwurf ausführt, gelten folgende Regeln:
- Der Spieler berührt den Ball zum zweiten Mal, bevor dieser von einem anderen Spieler gespielt wird: Es wird auf indirekten Freistoß für die verteidigende Mannschaft entschieden
- Der Spieler berührt den Ball absichtlich mit der Hand (Handspiel), bevor dieser von einem anderen Spieler gespielt wird: Es wird auf direkten Freistoß für die verteidigende Mannschaft bzw. Strafstoß (wenn das Handspiel im Strafraum der einwerfenden Mannschaft stattfindet) entschieden
Für den Fall, dass ein Torwart den Einwurf ausführt, gilt:
- Der Torwart berührt den Ball zum zweiten Mal, bevor dieser von einem anderen Spieler gespielt wird: Es wird auf indirekten Freistoß für die verteidigende Mannschaft entschieden
- Der Torwart berührt den Ball absichtlich mit der Hand (Handspiel), bevor dieser von einem anderen Spieler gespielt wird: Es wird auf direkten Freistoß für die verteidigende Mannschaft bzw. indirekten Freistoß (wenn das Handspiel im Strafraum der einwerfenden Mannschaft stattfindet) entschieden
Wenn ein Spieler den einwerfenden Gegner behindert, wird der mit der Gelben Karte verwarnt.
Physik
Lehrbücher geben als optimalen Winkel für den Einwurf bislang 45 Grad zur Horizontalen an, da gemäß den Gesetzen der klassischen
Mechanik Wurfgeschosse - bei einer gegebenen Geschwindigkeit - am weitesten fliegen, wenn sie in einem 45-Grad-Winkel geworfen werden. Entgegen dieser Empfehlung werfen erfahrene Fußballspieler
intuitiv aber in einem deutlich flacheren Winkel ein, um einen möglichst weiten Einwurf zu erzielen. Wie die beiden Forscher Nicholas Linthorne und David Everett von der University of Brunel in
Uxbridge mittels
biomechanischer Analysen und Berechnungen herausgefunden haben, fliegt der Einwurf tatsächlich am weitesten, wenn er unter einem Winkel von rund 30 Grad losgelassen wird
[Nicholas Linthorne (und David Everett:[http://arxiv.org/ftp/physics/papers/0601/0601149.pdf Release Angle for Attaining Maximum Distance in the Soccer Throw-in in Sports Biomechanics (in press), Mai 2006]: zwar ist der Wurfwinkel vergleichsweise ungünstig, jedoch bewegt sich der Ball deutlich schneller als bei einem Winkel von 45 Grad. Dies liegt daran, dass die Arme auf ihrem Weg vom Nacken, über den Kopf in Richtung Spielfeld den Ball kontinuierlich beschleunigen. Die Wissenschaftler nehmen an, dass der optimale Einwurfwinkel von Spieler zu Spieler in Abhängigkeit von deren Körpergröße, Muskelkraft und Einwurftechnik leicht variiert. So läßt sich die Wurfweite noch steigern, wenn dem Ball im Moment des Loslassens noch ein schneller
Rückwärtsdrall verliehen wird (bei 3 Umdrehungen pro Sekunde um ca. 1,2 m).
Weblinks
Literatur und Quellen
Fußball | Spielregeln
Throw-in | Inworp