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Als Einstellung wird umgangssprachlich die persönliche Meinung eines Menschen bezeichnet.

In der Sozialpsychologie wird mit Einstellung die Bewertung einer Person, eines Objektes oder einer Idee bezeichnet.

Die Einstellungsforschung ist auf die Klärung der Zusammenhänge von Einstellungen, Verhalten und Handeln ausgerichtet; sie fragt dabei vor allem nach den Bedingungen des Zustandekommens von Einstellungsmustern, ihrer Stabilität und ihres Wandels.

Einstellungskomponenten


Die Einstellung eines Menschen bezeichnet seine günstige bzw. ungünstige Stellungnahme zu einem Einstellungsobjekt. Ein Einstellungsobjekt kann eine Person oder eine Gruppe, ein abstraktes Objekt, eine Meinung, Haltung etc. sein.

Man unterscheidet in drei Einstellungsbereiche:

  • Die kognitive Komponente umfasst Meinungen, Informationen, Argumente über eine Einstellungsobjekt. Es handelt sich um bewusste, im Gedächtnis gespeicherte Inhalte.
  • Die affektive Komponente bezieht sich auf die emotionale Einstellung gegenüber dem Einstellungsobjekt bzw. die gefühlsmäßige Bewertung dieses. So mögen wir gegenüber einer Person ein `misstrauisches Gefühl´ haben, ohne dieses wirklich begründen zu können - unsere Einstellung beruht hier nicht auf kognitiven Inhalten, sondern einer rein affektiven Haltung.
  • Die Verhaltenskomponente bezieht sich auf unser Verhalten gegenüber dem Einstellungsobjekt. Dass die drei Komponenten in vielen Fällen nicht übereinstimmen sei im Folgenden an einigen Beispielen gezeigt.

Diskrepanz zwischen Verhalten und Einstellung


In einigen Fällen stimmt unser tatsächliches Verhalten nicht mit unserer Einstellung überein. In einer Untersuchung bestätigten Batson und Kollegen ein Phänomen, welches sie als moralische Scheinheiligkeit bezeichneten: Versuchspersonen bekamen zwei Aufgaben: für die Lösung der einen konnten 30$, für die andere nichts gewonnen werden. Sie sollten nun eine der beiden Aufgaben sich selbst und die andere einer zweiten Person zuordnen. Zuerst wurden sie befragt, ob es fair wäre, sich selbst die 30$-Aufgabe und dem anderen die Aufgabe ohne Gewinn zuzuweisen. Nur ein Zwangzigstel der Versuchspersonen stimmte dieser Aussage zu - die große Mehrheit hatte die Einstellung, diese Handlung wäre nicht fair oder angemessen. Nachher ließ man die Probanden die Aufgaben tatsächlich sich und einem anderen zuordnen. Nun ordnete die Mehrheit von ihnen sich selbst die 30$-Aufgabe und der anderen Person die 0$-Aufgabe zu. Ihr Verhalten und ihre Einstellung stimmten nicht überein! Auch wenn man die Probanden anwies, in einem Raum allein ohne Beobachtung eine Münze zu werfen, um zu entscheiden, wer welche Aufgabe bekommen sollte, wies sich die Mehrheit noch die 30$-Aufgabe zu. Sie mussten beim Münzwurf gemogelt haben (vielleicht hatten sie erst nach dem Wurf entschieden, wer Kopf und wer Zahl bekommt?). Selbst wenn man die Münzseiten eindeutig markierte und die Aufgabenzuordnung somit unstrittig war, wies sich die große Mehrheit die 30$-Aufgabe zu.

Übereinstimmung zwischen Verhalten und Einstellung


Es gibt mehrer Bedingungen, die zu einer verstärkten Übereinstimmung zwischen Verhalten und Einstellung führen:

Spezifität

Je spezifischer eine Einstellung zu einen spezifischen Verhalten passt, desto besser sagt diese Einstellung das Verhalten voraus. Das sogenannte Kongruenzprinzip besagt, dass Einstellung und Verhalten dann am stärksten übereinstimmen, wenn der Spezifitätsgrad beider gut übereinstimmt.

Eine Untersuchung befragte Frauen zu ihrer Einstellung gegenüber Verhütungsmitteln. Dabei interessierte, ob diese Frauen in der nächsten Zeit tatsächlich Verhütungsmittel (die Pille) einnehmen würden - also ein sehr spezifisches Verhalten. Befragte man die Frauen sehr global "Was ist ihre Einstellung gegenüber Verhütungsmitteln", sagte ihre Einstellung den tatsächlichen Gebrauch schlecht vorher. Je spezifischer die abgefragte Einstellung jedoch war (je ähnlicher dem Verhalten im Spezifitätsgrad) desto besser sagte diese das Verhalten vorher: "Würden sie in der Zukunft Verhütungsmittel nehmen" - "Würden sie in den nächsten zwei Jahren die Pille nehmen?" - "Würden sie vor dem nächsten Geschlechtsverkehr die Pille nehmen?".

Salienz der Einstellung

Je salienter eine Einstellung für ein bestimmtes Verhalten ist, desto besser stimmen beide überein. Salienz bezieht sich dabei v.a. auf die Verfügbarkeit im Gedächtnis.

Snyder und Swam führten 1976 eine Untersuchung zu diesem Thema durch: Sie befragten Studenten zu ihrer Einstellung gegenüber positiver Diskriminierung und ließen sie einen Aufsatz mit ihren Argumenten verfassen. Zwei Wochen später legte man ihnen einen Fallbericht über eine geschlechtsspezifische Diskriminierung vor und bat sie, ihre Meinung dazu abzugeben. Die Hälfte der Versuchspersonen wurde davor gebeten, sich ihre Argumente aus dem Aufsatz noch einmal im Gedächtnis zu strukturieren - die andere Hälfte erhielt keine Instruktionen. Jene Gruppe, die sich ihre Einstellung noch einmal ins Gedächtnis gerufen hatten, zeigte eine größere Übereinstimmung zwischen ihrer Einstellung im Aufsatz und ihrer Beurteilung des Fallberichts. Für sie war die eigene Einstellung offensichtlich salienter.

Persönliche Erfahrung mit dem Einstellungsobjekt

Je mehr persönliche Erfahrung mit dem Einstellungsobjekt gemacht wurden, desto mehr stimmten Einstellung und Verhalten gegenüber diesem Objekt überein. Fazio bezeichnete die Stärke der Assoziation zwischen dem Einstellungsobjekt und der Bewertung dieses im Gedächtnis als Verfügbarkeit.

In einer Untersuchung gab man Versuchspersonen fünf verschiedene Rätseltypen und bat sie, diese hinsichtlich ihres Anreizes einzuschätzen. Eine Gruppe bildete sich ihr Urteil aus persönlicher Erfahrung mit den Aufgaben - sie bearbeitete sie probeweise. Eine andere Gruppe erhielt fertige, von anderen Personen bearbeitete Rätsel und sollte daraufhin ihr Urteil bilden. Später überließ man den Versuchspersonen die freie Wahl zwischen den Aufgaben und wies sie an, diese nach Lust und Laune zu bearbeiten. Für jene Gruppe, welche vorher persönlich die Rätsel bearbeiten durfte, sagte deren daraufhin gebildetes Urteil über die Aufgabentypen das spätere Ausmaß der Bearbeitung der einzelnen Rätselaufgaben besser vorher, als für die andere Gruppe.

Sozialer Druck

Je geringer der soziale Druck auf Personen, ein bestimmtes Verhalten oder eine bestimmte Einstellung zu vertreten, desto besser stimmen Handlung und Einstellung überein. Ein Beispiel aus der Politik in den USA: Die Mehrheit der Kongressabgeordneten stimmte 2002 für die Invasion des Irak - in einer Befragung lehnten die meisten von ihnen den Irakkrieg privat jedoch ab.

Globalität

Das Aggregationsprinzip besagt, dass globale Einstellungsmaße globale Verhaltensmaße besser vorhersagen, als spezifische Handlungen.

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