Die Einseitenbandmodulation (SSB, engl.: Single-Sideband Modulation) ist ein Modulationsverfahren zur Sprach- und Datenübermittlung auf Funkverbindungen, das heute insbesondere im Kurzwellenbereich für mobile Funkanlagen (Schiffsfunk, Langstrecken-Flugfunk, Militär, Amateurfunk) verwendet wird. Es wurde in den 30er Jahren von den Fernmeldeverwaltungen entwickelt und zunächst für die drahtgebundene Übertragung von Telefongesprächen über große Entfernungen, später auch für transkontinentale Funkstrecken eingesetzt. Im Bereich der Funkkommunikation wurde die vorher gebräuchliche Zweiseitenbandmodulation (DSB) von der Einseitenbandmodulation im Laufe der 1960er Jahre fast vollständig verdrängt.
Ein SSB-Signal entsteht durch Frequenzversatz (Mischung) des zu übertragenen Basisbandsignals, also etwa des Sprachfrequenzbandes, in den Kurzwellenbereich. Der Betrag des Frequenzversatzes bezeichnet die Sendefrequenz. Das SSB-Signal weist somit die gleiche Bandbreite und Amplitudenstatistik auf wie das modulierende Signal. Dies ist ein markanter Unterschied zur Amplituden- oder Frequenzmodulation, deren Bandbreitenbedarf mindestens doppelt so groß ist. Da kein Trägersignal wie bei AM ausgesendet wird, dient die gesamte Signalleistung der Informationsübertragung, was sich letztendlich in einer beträchtlichen Energieeinsparung bei den Funkgeräten bemerkbar macht. Die Technik zur Aufbereitung des SSB-Signals ist jedoch vergleichsweise aufwendig und stand der Einführung der Einseitenbandmodulation jahrzehntelang im Weg.
Ssb_filtermethode.png In der Ära der analogen Signalverarbeitung waren zur Erzeugung eines SSB-Signals die so genannte Filtermethode, die Phasenmethode sowie die "dritte Methode" gebräuchlich, die mit Hilfe von Multiplizierern und Filtern eine mehr oder weniger gute (Filtermethode) oder aber preiswerte Aufbereitung des SSB-Signals erlaubten. Heutige Geräte digitalisieren das Basisbandsignal und bereiten das SSB-Signal durch digitale Implementierung der Phasenmethode (Hilbert-Transformation und IQ-Modulator) oder der "dritten Methode" (Zerlegung des Basisbandsignals in orthogonale Komponenten, danach Frequenztransformation) kostengünstig und in beliebig guter Qualität in einer Zwischenfrequenz-Lage auf. Von dort wird es wiederum durch Mischung in die Endfrequenzlage gebracht, verstärkt und über die Sendeantenne abgestrahlt.
Im Rundfunkbereich wurde die Einführung von SSB als Ersatz für DSB jahrzehntelang diskutiert und es wurden viele AM-Rundfunksender SSB-tauglich gemacht. Die Entwicklung der digitalen Übertragungsverfahren (DRM und DAB) hat jedoch die Einführung von SSB auf diesem Sektor überholt.
Sendungen, die in Einseitenbandmodulation ausgestrahlt werden, können in Rundfunkempfängern mit normaler AM-Demodulation nicht wiedergegeben werden. Es gibt aber auch eine besondere Form der Einseitenbandmodulation, die auch von normalen Rundfunkgeräten mit AM-Demodulatoren wiedergegeben werden kann (AM-kompatible Einseitenbandmodulation; hierbei wird auch der Träger mitgesendet). Diese Modulationsart wurde zwischen 1953 und 1962 bei einem Langwellensender des Deutschlandfunks verwendet.
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