Eine Einschienenbahn ist eine dem Passagier- oder Gütertransport dienende Bahn, die auf oder unter einem einzelnen schmalen Fahrweg ("Schiene", "Fahrbalken") fährt. Dieser kann unterschiedliche Formen annehmen und aus verschiedenen Materialien gefertigt sein. Er ist meistens aufgeständert, kann aber auch ebenerdig oder in Tunneln verlaufen. Der Antrieb von Einschienenbahnen erfolgt meist mit Hilfe von Elektromotoren, obwohl auch mit dem Dampfantrieb und Verbrennungsmotoren experimentiert wurde. Die Schwebebahn Dresden wird als Seilbahn durch ein Seil von einer stationären Maschine angetrieben.
Alle Einschienenbahnen, die eine Bedeutung erlangt haben, fahren in stabilem Gleichgewicht auf oder unter ihrer Schiene. Dies wird beispielsweise damit erreicht, dass eine Reihe von Zwillingsreifen auf der Oberseite des Fahrbalkens und auf den Seiten je eine hohe und eine tiefe Reihe von Führungsreifen laufen.
Einschienerp.jpg Um 1880 wurde in Algerien von dem französischen Ingenieur Charles Lartigue eine frühe Einschienenbahn über eine Strecke von 90 Kilometern errichtet. Die Wagen dieser Bahn hatten ein Fahrgestell, an dem beiderseits Tragbehälter zum Transport von Espartogras befestigt waren. Weitere Strecken dieser Lartigue-Einschienenbahn wurden auf einer Ausstellung 1886 in London und 1888 zwischen Listowel und Ballybunion im südöstlichen Irland mit speziellen Dampflokomotiven errichtet. Diese Bahn war 36 Jahre bis 1924 in Betrieb und wird seit 2001 nach den alten Vorlagen wieder zum neuen Betrieb aufgebaut.
1907 entwickelte der englische Ingenieur Louis Brennan (1852 – 1932) eine Einschienenbahn, die auf Stahlrädern mit Doppelspurkränzen auf einer einzelnen Vignolschiene fuhr und über Kreiselsysteme aktiv stabilisiert wurde. Davon gab es ein Modell im verkleinerten Maßstab sowie 1910 auch eine Demonstrationsanlage in voller Größe in Whitecity / London. Es gab auch einen Versuch, diese Bahn in Deutschland einzuführen, wofür sich der bekannte Berliner Verleger August Scherl und der Landrat des Obertaunuskreises, Ritter von Marx einsetzten. Das Projekt Einschienenbahn am Taunusrand wurde jedoch noch vor einer Entscheidung abgebrochen und weitere Projekte gab es nicht. Bernhard Kellermann verewigte eine solche Bahn in seinem Science-Fiction-Roman "Der Tunnel" (1913).
Bauvorhaben lassen sich, da die Fahrwege aus vorgefertigten Fertigteilen montiert werden, recht schnell und unproblematisch verwirklichen; die Fahrbalken gliedern sich relativ gut in städtische Szenerien ein und die Bahnen können sogar in Gebäude eingeführt werden. Die Baukosten von Einschienenbahnen liegen zwischen 25 und über 60 Millionen Euro pro Streckenkilometer. Dies ist gegenüber den Kosten von U- oder S-Bahnen allerdings verhältnismäßig billig. Der Schattenwurf ist durch die schmalen, recht weit spannenden Träger geringer als beim Aufständern herkömmlicher Bahnen oder mehrspuriger nichtkonventioneller Spurfahrzeugsysteme.
Die Laufwerke sind, vor allem beim SAFEGE-System, aber auch bei Sattelbahnen, vergleichsweise mit konventionellen Eisenbahnen sehr gut vor Wettereinflüssen geschützt. Der Schneeräumaufwand ist bei Sattelbahnen sehr niedrig, bei SAFEGE entfällt das Schneeräumen ganz (daher auch die Anwendungsbeispiele in kälteren Gegenden Japans). Beschleunigungs- und Bremsvermögen der meist elektrisch betriebenen und luftbereiften Fahrzeuge sind zumal bei recht geringer Geräuschentwicklung recht gut (vergleichbar mit luftbereiften Leicht-U-Bahnen etc.); das gute Steigvermögen durch große Adhäsion der Gummireifen und die geringen Kurvenradien durch das unkompliziert mögliche, starke Überhöhen von Bögen erlauben Trassierungen in sehr schwierigen Umgebungen. TamaMonorail0814.jpg
Zudem ist ein ernstzunehmender Güterverkehr bei den reell implementierten Systemen unmöglich, da diese wegen der zahlreichen, zumeist luft- oder vollgummibereiften Räder einen ausschließlichen Betrieb mit Triebwagen verlangen, besonders, wenn große Steigungen und/oder Überhöhungen vorliegen.
Weichen sind verhältnismäßig komplex und teuer. Es gibt verschiedene, unterschiedlich praktikable Biegeweichen- und Wechselweichenbauarten; erstere verbiegen den Fahrbalken, letztere tauschen durch Verschieben oder Rotieren einer Plattform einen starren geraden Fahrstrang gegen einen starren gekrümmten Strang aus. Auffahrbare Weichen sind in keinem Fall möglich.
Die Höchstgeschwindigkeiten sind bei den gummibereiften Bauarten relativ begrenzt.
Der Schattenwurf, obwohl nicht so groß wie bei herkömmlichen Hochbahnen, ist nicht zu vernachlässigen.
Obwohl mit der seinerzeitigen Alweg-Bahn seit 1957 der Einstieg in den schnellen Fernverkehr angestrebt wurde, ist bisher keine nennenswerte Einschienenbahn-Fernstrecke gebaut worden. Selbst die längsten realisierten Einschienenbahnsysteme stellen sich damit als Insellösungen im Verkehrsbereich dar.
| Land | Stadt | Artikel | Eröffnung | Gesamtlänge |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Dortmund | H-Bahn | 1984 | 3,6 km |
| Dresden | Schwebebahn Dresden | 1901 | 0,274 km | |
| Düsseldorf | SkyTrain am Flughafen | 2002 | 2,5 km | |
| Magdeburg | Panoramabahn von Intamin | 1999 | 2,8 km | |
| Frankfurt am Main | SkyLine am Flughafen | 1994 | 2,0 km | |
| Wuppertal | Wuppertaler Schwebebahn | 1901 | 13,3 km | |
| Russland | Moskau | Monorail Moskau | 2003 | 5 km |
| Land | Stadt | Artikel | Eröffnung | Gesamtlänge | Hersteller |
|---|---|---|---|---|---|
| VR China | Chongqing | 2005 | 17,4 km | Alweg | |
| Shanghai | Transrapid Shanghai | 2002 | 30 km | Siemens AG | |
| Shenzhen | 1998 | 4,4 km | Intamin | ||
| Weihai | 2006 | 4,2 km | Aerobus | ||
| Indonesien | Jakarta | vorr. 2005 | 27 km | Hitachi | |
| Japan | Chiba | Chiba Monorail | 1988 | 15,5 km | SAFEGE |
| Hiroshima | Einschienenbahn Hiroshima | 1998 | 1,3 km | Seilbahnsystem | |
| Inuyama | Inuyama Monorail | 1962 | 1,1 km | Alweg | |
| Kamakura | Shonan Monorail | 1970 | 6,6 km | SAFEGE | |
| Kitakyūshū | Kitakyūshū Monorail | 1985 | 8,8 km | Hitachi | |
| Naha | Einschienenbahn Naha | 2003 | 12,8 km | Hitachi | |
| Ōsaka | Osaka Monorail | 1990 | 23,8 km | Hitachi | |
| Tama | Einschienenbahn Tama | 1997 | 16 km | Hitachi | |
| Tokio | Haneda | 1964 | 16,9 km | Alweg | |
| Tokio | Ueno-Zoo Monorail | 1958 | 0,3 km | Bauart Langen | |
| Urayasu | Maihama Resort Line | 2001 | 5,0 km | Hitachi | |
| Kasachstan | Almaty | 2009 | 40 km (?) | ||
| Malaysia | Kuala Lumpur | 2003 | 8,6 km | Hitachi | |
| Putrajaya | 2004? - verzögert | 18 km | Monorail Malaysia | ||
| Singapur | Insel Sentosa | 2004 | 2,1 km | Hitachi Small |
| Land | Stadt | Artikel | Eröffnung | Gesamtlänge | Hersteller |
|---|---|---|---|---|---|
| Australien | Sydney | Sydney Monorail | 1988 | 3,6 km | Von Roll Typ III |
| Brasilien | Pocos de Caldas | Ferreira | 1990 | 6 km | |
| USA | Jacksonville | Skyway | 1997 | 7,0 km | Matra |
| Las Vegas | 1995, 2004 erweitert | 6,3 km | Bombardier | ||
| Newark | 1995 | 4,8 km | Von Roll | ||
| Seattle | 1962 | 1,5 km | Alweg | ||
| Tampa | 1991 | 1 km | Bombardier |
Die Liste enthält auch Einschienenbahnen im Bau und in der Planung, sofern die Projekte definitiv beschlossen sind. Der Transrapid in Shanghai wurde ausgelassen, da er zwar technisch eine Einschienenbahn ist, aber normalerweise nicht zusammen mit anderen Einschienenbahnen besprochen wird und auch eine andere Zielsetzung hat.
Monorail | Unurelvojo | Monorail | Monorail | מונורייל | Monorel | Monorotaia | モノレール | 모노레일 | Monorail | Kolej jednoszynowa | Monocarril | Monorail | Монорельсовая дорога | Monorail | 單軌鐵路
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Einschienenbahn".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world