Das Einsatzkommando (EKO) Cobra ist die Antiterroreinheit in Österreich. Es ist dem Bundesministerium für Inneres direkt unterstellt und gehört nicht dem Wachkörper Bundespolizei an. Es hat seinen Hauptsitz und Trainingseinrichtungen in Wiener Neustadt. Daneben befinden sich Cobra-Standorte auch in Wien, Graz, Linz und Innsbruck.
Der Aufgabenbereich des EKO Cobra erstreckt sich von operativen Einsätzen bei terroristischen Bedrohungslagen, der Bewältigung von Sonderlagen, bis hin zu kriminalpolizeilichen und sicherheitspolizeilichen Einsätzen mit erhöhtem Gefährdungspotential, bei denen besonders ausgebildete und ausgerüstete Spezialkräfte erforderlich sind. Weiters der Schutz besonders gefährdeter Personen, die Ausübung des Sicherungsdienstes an Bord österreichischer Luftfahrzeuge und vieles mehr, werden durch diese Spezialeinheit bewältigt und abgedeckt.
Die steigende Zahl der Emigranten veranlasste die Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit per 1. Mai 1973 mit der Aufstellung einer kleinen Spezialeinheit, dem "Gendarmeriekommando Bad Vöslau", dessen ausschließliche Aufgabe es sein sollte, die Transporte und das Emigrantenlager zu sichern.
War Österreich bis dahin vom Terror verschont geblieben, versetzte die - glücklicherweise unblutig endende - Geiselnahme eines älteren, jüdischen Emigranten-Ehepaares und eines österreichischen Zollbeamten durch zwei schwerbewaffnete, palästinensische Terroristen der Terrororganisation „El Saika“ (Adler der Revolution) am 28. September 1973 am Grenzbahnhof Marchegg der Nation und den verantwortlichen Behörden einen Schock. Als Folge wurde die Sicherung bis an die Grenzbahnhöfe Marchegg und Hohenau ausgedehnt. Die damit verbundene Personalaufstockung machte die vorübergehende Übersiedelung in das Schloss Schönau notwendig, die am 18. Dezember 1973 erfolgte.
Hauptaufgabe war im Wesentlichen nur noch die Begleitung der aus der UdSSR von Marchegg und Hohenau kommenden Züge nach Wien, sowie gelegentliche Sicherungsaufgaben auf dem Flughafen Wien-Schwechat.
Die bereits vom Gendarmeriebegleitkommando Wien getroffenen Maßnahmen sollten verstärkt werden mit der Schaffung des "Gendarmerieeinsatzkommandos (GEK)" mit einem Personalstand von anfänglich 127 Beamten. Das Gendarmerieeinsatzkommando wurde mit 1. Jänner 1978 offiziell installiert und bezog am 14. Februar 1978 wiederum das Schloss Schönau. 2005 wurde das GEK allerdings in das EKo Cobra unbenannt.
Zu den Hauptaufgaben des Einsatzkommandos zählen ...
In Würdigung der Leistungen und Methoden der Beamten verliehen Journalisten dem GEK den Beinamen "Cobra" in Anlehnung an die Fernsehserie "Kobra, übernehmen Sie". Die rasche umgangssprachliche Verwendung von "Cobra" als Synonym für das GEK führte zur baldigen Aufnahme einer Kobra in das Einheitsabzeichen.
Die beschlossene Reform des Sondereinheiten-Systems sah die Integration der MEKs und der SEGs in das GEK zum "Einsatzkommando Cobra" vor, sowie die Etablierung von 4 Standorten und 3 Außenstellen. Per 1. Juli 2002 wurden die Standorte Wiener Neustadt, Graz, Linz und Innsbruck installiert. Die Außenstellen Salzburg, Klagenfurt und Feldkirch folgten am 1. Jänner 2003. Mit 1. Juli 2005 wurde der Standort Wien, unter Einbindung der bisherigen Kräfte des Polizeieinsatzkommandos (PEK) der WEGA, installiert.
Wien ist der fünfte Cobra-Standort neben Wiener Neustadt, Graz, Linz und Innsbruck. Der Stützpunkt der Sondereinheit ist in der Wiener Roßauer Kaserne.
Kommandant des Eko Cobra Wien ist Oberstleutnant Hannes Gulnbrein. Stellvertreter sind die Majore Bernhard Votava und Peter Scheibner.
Die Truppe gliedert sich in zwei Abteilungen: Die Abteilung 1 ist zuständig für Personal, Wirtschaft und Technik. Die Abteilung 2 für Ausbildung, Know-how und Management.
Die 115 Männer der Wiener Cobra sind zuständig für die Bekämpfung des Terrorismus, Geiselnahmen sowie für kriminal- und sicherheitspolizeiliche Einsätze wie Staatsbesuche usw., bei denen Spezialkräfte erforderlich sind. Die Spezialisten des Eko Cobra sind weiters zuständig für den Schutz gefährdeter Personen, die Sicherheit der Fluggäste in österreichischen Flugzeugen. Die Cobra- Polizisten werden in Taktik, Schießen, Nahkampf, Seiltechnik, Fahrtechnik und Fremdsprachen unterrichtet. Daneben gibt es eine Sonderausbildung in Fallschirmspringen, Sprengen, Tauchen, Präzisionsschießen sowie Alpinausbildung und Ausbildung als Hundeführer.
Das Eko Cobra Wien ist zuständig für die Bundeshauptstadt Wien, für die Bezirke Wien-Umgebung, Mödling, Tulln, Hollabrunn, Korneuburg, Mistelbach, Gänserndorf, Bruck/Leitha und Neusiedl/See. Bei Bedarf kann das Eko Cobra Wien im gesamten Bundesgebiet eingesetzt werden. Die Wiener Cobra kann von allen Organisationseinheiten des Landespolizeikommandos bei schwierigen Einsätzen via Funkleitstelle oder direkt über den Journaldienst des Eko Cobra Wien angefordert werden.
Laut Medienangaben hatte das damalige GEK 3.000 Einsätze pro Jahr, zu GEK Zeiten ist davon jedoch meist nichts an die Öffentlichkeit gedrungen, erst mit der Umgliederung zum EKO Cobra ist eine verstärkte mediale Präsenz der Einheit zu bemerken.
Polizei (Österreich) | Polizeilicher Verband | Spezialeinheit
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