| Wissenschaftlicher Name
|
| Triticum monococcum
|
| L.
|
Einkorn (
Triticum monococcum) ist eine der ältesten domestizierten
Getreidearten. Der Name rührt von dem einzelnen
Korn auf der
Ährenspindel. Einkorn stammt vom wilden Weizen (
Triticum boeoticum Boiss.) ab, der im Gegensatz zu Einkorn eine brüchige Ährchengabel (Rachis) hat.
Einkorn gilt als Vorläufer von
Emmer,
Dinkel und
Saatweizen.
Domestikation
Das Ursprungsgebiet von domestiziertem Einkorn ist umstritten.
Heun u. a. argumentieren auf Grund genetischer Untersuchungen von Einkorn aus der
Türkei, dem
Kaukasus und dem
Libanon für eine Herkunft aus der südöstlichen Türkei (
Karacadağ), während
M. Jones u. a. den Ursprung in der südlichen
Levante sehen, wo Emmer, Einkorn und Gerste seit dem
PPN A 8000-
7700 v. Chr. domestiziert wurden. Die Nachweise werden allerdings angezweifelt. Sicher domestiziertes Einkorn stammt aus dem
PPN B (6700-
6000 v. Chr.), zum Beispiel aus
Jericho und
Tell Aswad II.
Am oberen
Euphrat wurde domestiziertes Einkorn in den vorkeramischen Schichten von
Mureybit,
Nevalı Çori (
7200 v. Chr.)
Jerf el Ahmar,
Abu Hureyra (7800-
7500 v. Chr.) und
Dja'de gefunden. Aus Siedlungen wie
Cafer Höyük, Nevalı Çori und
Cayönü liegt jedoch auch wildes Einkorn vor, was auf die Bedeutung dieser Pflanze als Sammelpflanze bereits im
Mesolithikum hinweist.
Funde
Einkorn und Eimmer gehören zu den wichtigsten Kulturpfanzen der
Bandkeramik. Erst in der späten Bandkeramik gewinnt auch
Binkelweizen (T. Aestivo-compactum) an Einfluss.
Reste von Einkorn wurden unter anderem bei
Ötzi gefunden.
Triticum_monococcum.jpg |
Einkorn_BMK.jpg
Anbau
Einkorn ist relativ anspruchslos im Bezug auf die Qualität des Bodens. Außerdem ist es resistent gegen viele
Schädlinge wie
Wurzelfäule,
Spelzenbräune oder den
Mutterkorn-
Pilz und kann sich besser gegen die Konkurrenz von Ackerunkräutern durchsetzen als moderne Hybridweizen-Sorten.
Im 20. Jahrhundert nahezu ausgestorben, wird jetzt (z.B. in der Schweiz oder in Deutschland z.B. Biolandhof Demann) versucht, Einkorn aus den letzten verbliebenen Samen anzubauen.
Inhaltsstoffe und Verwendung
Obwohl wesentlich ertragsärmer als Saat-Weizen, enthält Einkorn mehr
Mineralstoffe und
Aminosäuren als dieser. Ein hoher Gelbpigmentgehalt an Beta-
Carotin gibt dem Einkorn-
Mehl eine gelbliche Farbe.
Aus Einkorn-
Malz kann auch
Bier gebraut werden.
Literatur
- Mark Nesbitt: Where was einkorn wheat domesticated? in: Trends in plant science. Elsevier, Oxford 3.1998,3, 82-83.
- Mark Nesbitt, Delwen Samuel: Wheat Domestication. Archaeobotanical Evidence. in: Science. N.S. Science Press, New York 279.1998,5356 (März), 1433.
- Jared Diamond: The First Farmers. in: Science. N.S. Science Press, New York 278.1997,5341 (Nov.), 1243-1244.
- Manfred Heun, Ralf Schafer-Pregl, Dieter Klawan, Renato Castagna, Monica Accerbi, Basilio Borghi, Francesco Salamini: Site of Einkorn Wheat Domestication Identified by DNA Fingerprinting. in: Science. N.S. Science Press, New York 278.1997,5341 (Nov.), 1312-1314.
- Gordon Hillman, Robert Hedges, Andrew Moore, Susan Colledge, Paul Pettitt: New evidence of Late-glacial cereal cultivation at Abu Hureyra on the Euphrates. in: The Holocene. An interdisciplinary journal focusing on recent environmental change. Arnold, London 11.2001,4, 383–393.
Weblinks
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