Die Einheitsübersetzung ist die einheitliche deutsche Bibelübersetzung für den liturgischen Gebrauch im römisch-katholischen Gottesdienst. Sie wird vom Katholischen Bibelwerk herausgegeben und ist 1962-1980 von katholischen Theologen unter Beteiligung evangelischer Theologen erarbeitet worden. Gemeinsam verantwortet waren das Neue Testament und die Psalmen. Der Versuch, die Einheitsübersetzung durch eine gemeinsame Überarbeitung als ökumenische Bibelübersetzung einzuführen, scheiterte 2005 am Rückzug der evangelischen Seite.
Um die breite Verwendbarkeit (Aspekt 3-6) zu erreichen, wurden außer Theologen, Philologen und Bibelwissenschaftlern auch Fachleute für Didaktik, Medien, Kirchenmusik und Germanistik einbezogen.
Die offizielle Kooperation beider Kirchen begann 1967 und wurde 1970 durch einen Vertrag der deutschen Diözesen bekräftigt. Man arbeitete im gesamten deutschsprachigen Raum zusammen (Bundesrepublik, DDR, Österreich, Schweiz, Südtirol, Luxemburg und Belgien).
Das Neue Testament wurde 1972 abgeschlossen, das Alte 1980. Letzteres ist dreimal so umfangreich und braucht besondere sprachliche Sorgfalt, z. B. bei hymnischen Texten und Psalmen.
Eine so vorherrschende "Standard-Bibel" kannte die Römisch-Katholische Kirche nicht. Nach der Allioli-Bibel (1830 und 1899) entstanden bis 1960 etwa 25 katholische Übersetzungen ins Deutsche, z.B. die Volksbibel 1912 und die Klosterneuburger Bibel 1934. Manche haben besondere Nähe zu den Urtexten (z.B. Prof. F.Stier), andere zielten auf neue Liturgie oder eine interessante Sprache. Sie verbreiteten sich seit Jörg Zink 1965 vermehrt, verstärkten aber den Wunsch nach einer ökumenischen Bibel, die erstmals 1971 als "Die gute Nachricht" entstand.
Diese Übersetzung war aber für den allgemeinen Gebrauch zu speziell und erfüllte obige Motive (1-6) nur teilweise. Der Ruf nach der Einheitsübersetzung
wurde durch das Konzil verstärkt und um 1970 von der EKD aufgegriffen. Im Neuen Testament und den Psalmen ist sie "ökumenischer Text".
Zwar wird die Einheitsübersetzung v.a. von Katholiken verwendet, leistet aber auch in ökumenischen Bibelkreisen gute Dienste. Evangelische Theologen empfehlen sie neben der Lutherbibel für das gemeinsame Bibelstudium. Besonders geeignet ist sie wegen ihrer Sprachrhythmik für den liturgischen Gebrauch.
Die Einheitsübersetzung bietet erklärende Vorworte zu den einzelnen biblischen Büchern, viele Zwischentitel und Fußnoten, welche unter anderem auf historische, theologische und bibelkritische Aspekte eingehen. Obwohl vornehmlich aus einer relativ liberalen katholischen Sichtweise verfasst, sind sie auch für kirchenferne Leser nützlich und erleichtern die Einordnung der verschiedenen Schriften.
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