Eignungsdiagnostik (auch Personaldiagnostik) ist ein Sammelbegriff für Verfahren zur Messung von Kompetenzen und Verhaltenstendenzen mit Berufsbezug.
Hierunter fallen Verfahren wie z.B.:
Von der simplen Beobachtung manueller Fertigkeiten bis zur komplexen Analyse von Stressbewältigung und Führungsleistung dient die professionell durchgeführte Eignungsdiagnostik der Prognose der Erfolgswahrscheinlichkeit einer Person in einer definierten Position.
Der multimodale Ansatz
Die drei Ansätze der Eignungsdiagnostik sind der Eigenschafts-, der Simulations- und der Biographieansatz. Jeder einzelne der Ansätze verfolgt eine „eigenständige Validierungslogik und * spezifische Methoden zur Merk-malserfassung ein“ (Schuler (2001), S. 95). Der Einsatz aller drei Ansätze ermöglicht somit eine facettenreiche Betrachtung eines Bewerbers. Es werden verschiedene Bereiche ergründet, die dabei unterstützen sollen ein Gesamtbild zu erstellen.
• Eigenschaftsansatz
Mittels psychologischer Testverfahren werden Fähigkeiten und andere Eigenschaften ermittelt. Die dahinter stehende Validierungslogik ist hier die Konstruktvalidität, welche die psychologische Bedeutung des gemessenen Merkmals bestimmt und Kriterium für einen gelungen Test ist. Beispiele für Methoden der Eigenschaftserfassung sind der Intelligenztest und der Persönlichkeitstest.
• Simulationsansatz
Beim Simulationsansatz werden Situationen, wie sie auch im arbeitstypischen Alltag auftreten können, dazu genutzt um das Verhalten des Bewerbers in eben solchen zu ermitteln. Erfasst werden soll die Leistungsfähigkeit bei konkreten beruflichen Herausforderungen. Die gestellten Anforderungen haben einen direkten Bezug zu arbeitsrelevanten beruflichen Aufgaben. Bekannte Beispiele sind Gruppendiskussionen, Postkorb-Übungen und auch Arbeitsproben. Beim Simulationsansatz spielt die Inhaltsvalidität eine große Rolle. Sie hat zu ermitteln inwieweit Elemente der Beruftätigkeit durch die gestellte Aufgabe repräsentiert werden.
• Biographischer Ansatz
Hier soll anhand von früherem Verhalten eine Voraussage über das zukünftige Verhalten getroffen werden. Wer schon in der Vergangenheit bewiesen hat, dass er zum Beispiel problemlösungsorientiert arbeiten kann, wird auch zukünftig so vorgehen. Die Genauigkeit der Vorhersage eines Kriterienwerts (Verhalten, Leistung, Zufriedenheit) aufgrund eines Prädiktors (vergangenes Verhalten) wird mit der kriterienbezogene Validität ermittelt.
Die Verwendung aller drei diagnostischen Ansätze ist optimal, da eine vollständige Diagnose nur durch den Einsatz mehrerer, unterschiedlicher Verfahren erstellt werden kann. Durch den trimodalen Ansatz ist die Erfassung von vielen relevanten Facetten der interessierenden Merkmalsbereiche möglich.
Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen hat mit der DIN 33430 eine Norm zur Durchführung von Verfahren zur beruflichen Eignungsdiagnostik vorgelegt, welche allerdings in der Wirtschaft auf geteiltes Echo gestoßen sind.
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