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Der Begriff Eigenkapital hat in der Wirtschaft und im Bereich der Immobilienfinanzierung Bedeutung.

Eigenkapital in der Wirtschaft


Eigenkapital sind die in einem Unternehmen angelegten Mittel, die den Eigentümern (z. B. Aktionären oder Gesellschaftern) gehören. Dazu zählen vor allem das eingezahlte Kapital (Gesellschaftskapital) - bei einer Aktiengesellschaft spricht man von Grundkapital, bei einer GmbH vom Stammkapital -, die gesetzlichen, satzungsgemäßen und freien Rücklagen sowie ein etwaiger Gewinnvortrag.

Bei Einzelfirmen und Personengesellschaften (OHG, KG) wird außerdem das (in der Bilanz nicht ausgewiesene) Privatvermögen der Inhaber bzw. persönlich haftenden Gesellschafter hinzugerechnet.

Eigenkapital kann von außen beschafft werden - zunächst bei der Erstausstattung mit Finanzmitteln oder später durch Kapitalerhöhungen, dies ist der wichtigste Teil der Eigenfinanzierung. Eigen- und Fremdfinanzierung (diese insbesondere durch Kreditaufnahme) bilden zusammen die Außenfinanzierung. Davon ist die Innenfinanzierung zu unterscheiden, die aus Gewinnen (=Selbstfinanzierung), Rückstellungen und Wertberichtigungen, Abschreibungen sowie Kapital freisetzende Vermögensschichtungen erfolgen kann.

Eigenkapital ist im allgemeinen Voraussetzung für Fremdfinanzierung, da ohne ausreichendes haftendes Eigenkapital Fremdkapitalgeber nicht zur Zahlung bereit sind.

Im Rahmen der Optionspreistheorie kann Eigenkapital als Long Call gesehen werden. Im Insolvenzfall des Unternehmens erhalten die Eigenkapitalbesitzer solange nichts, bis alle Rückzahlungsansprüche der Fremdkapitalgeber erfüllt sind. Ab dem Punkt, in dem alle Fremdkapitalgelder getilgt werden können, erhalten die Eigenkapitalgeber den vollen Cashflow des Unternehmens, was sich an einer 45° Kurve sehen lässt.Die Formel dafür lautet:

EK_l = \max (0{,}(\mathrm{CashFlow-R\ddot uckzahlungsanspruch})\cdot (1-Steuersatz))

Erwartete Risikoprämie auf der Rendite des Eigenkapitals


Anders als der Fremdkapitalgeber erhält der Eigenkapitalbesitzer keine festen Zahlungsrückflüsse (Zinsen). Es besteht auch kein Tilgungstermin. Im Fall eines künftigen Konkurses werden die Fremdkapitalgeber wie oben geschildert vorrangig bedient. Bestehen nach Tilgung aller Schulden keine liquidierbaren Aktiven mehr, so gehen die Eigenkapitaleigentümer leer aus. Aus diesen Gründen trägt den Eigenkapitalgeber ein wesentlich größeres Risiko als der Fremdkapitalgeber. Er wird deshalb seine Renditeerwartung mit einer Risikoprämie versehen, die ihn für diese Risikoübernahme entschädigt. Die durchschnittlichen Dividendenrenditen am Kapitalmarkt sind deshalb in aller Regel höher als der durchschnittliche risikolose Zins auf Anleihen. Ohne Risikoprämie wird der Aktionär in der Regel nicht bereit sein das unternehmerische Risiko zu übernehmen, welches eine Investition ins Eigenkapital darstellt.

Eigenkapital in der Immobilienfinanzierung


Im Bereich der Immobilienfinanzierung werden als Eigenkapital jene Mittel bezeichnet, die dem Eigentümer selbst zur Verfügung stehen, z. B. Bargeld, Sparguthaben, Festgeld, Wertpapiere, Bausparguthaben, und vorhandenes Grundstück. Im weiteren Sinne werden zu den Eigenmitteln die bezahlten Baumaterialien und Architektenleistungen, Verwandtendarlehen, Arbeitgeberdarlehen und öffentliche Zuschüsse gerechnet. Etwa bei Bauträgerprojekten ist es nicht unüblich, dass spezialisierte Investmentgesellschaften den eigens zur Realisierung eines Vorhabens gegründeten Objektgesellschaften als Komanditist beitreten und in Form von Bürgschaften oder Gesellschafterdarlehen Eigenkapital bereitstellen, so dass eine weitere Finanzierung mit Fremdkapital erst ermöglicht wird. Da das Eigenkapital einem höheren Ausfallrisiko unterliegt wird es auch höher verzinst als ein gewöhnliches Bankdarlehen.

Eigenkapital in der Buchführung/Rechungswesen


Im Rechnungswesen ist das Eigenkapital eine Rechungsgröße und ist mit dem Betriebsvermögen gleichzusetzen. Aus der Jahresdifferenz wird der Gewinn eines Unternehmens berechnet. Siehe Bilanz.

Eigenkapitalkosten im Bankenbereich


Eigenkapitalkosten lassen sich funktional trennen in:

  • Kapitalüberlassung \Rightarrow Finanzierungsfunktion
  • Risikoübernahme \Rightarrow Haftungsfunktion

Die Eigenkapitalkosten sind abhängig vom übernommenen Risiko und von der Höhe des Eigenkapitals auf das sich das Risiko verteilt.

Eine Steuerung allein auf der Basis des Ist-Risikokapitals führt zu Fehlanreizen und zwar der Konzentration auf wenige Geschäfte, die besonders lukrativ sind.

Schuldrecht | Rechnungswesen | Finanzierung

Egenkapital | Ownership equity | Capitaux propres | Capital social | Собственный капитал

 

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