Eichung ist die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Prüfung eines Messgerätes auf Einhaltung der zugrundeliegenden eichrechtlichen Vorschriften, insbesondere der Eichfehlergrenzen. Als Messgerät kann dabei auch ein einfaches Gefäß, etwa ein Bierglas oder ein Eimer mit Eichstrichen gelten. Mit einem Stempel wird die Einhaltung für die Gültigkeitsdauer der Eichung bestätigt. Eichungen werden in der Bundesrepublik Deutschland von den Landeseichämtern und Staatlich Anerkannten Prüfstellen unter fachlicher Aufsicht durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt durchgeführt. Oder in anderen Worten: eine Eichung ist eine gesetzlich vorgeschriebene und auf nationale Standards rückführbare Kalibrierung.
Kalibrierung
Die
Prüfung von Messgeräten, für die es keine gesetzlichen Vorgaben gibt, stellt eine
Kalibrierung dar. Sie ist im Gegensatz zur Eichung keine hoheitliche Aufgabe. Eine interne Kalibrierung ist eine Kalibrierung, bei der alle Messgeräte auf einen Firmen-Internen oder Organisations-Internen Standard genormt werden. Eine rückführbare Kalibrierung ist eine Kalibrierung, deren Referenz ein nationaler Standard ist (z.B. ein Messgerät/Messaufbau der PTB), die gewonnenen Messergebnisse sind folglich auf diesen nationalen Standard rückführbar. Rückführbare Messgeräte werden oft auch als Referenz-Messgeräte bezeichnet. Der Vorteil der auf Nationale (und somit in der Regel auch Internationale Standards) rückführbaren Messgeräte ist die weltweite Vergleichbarkeit der Messergebnisse.
Eichgesetz und Öffentlichkeit
Das
Eichgesetz dient allgemein dem
Verbraucherschutz. Messgeräte, an deren Messsicherheit ein öffentliches Interesse besteht, unterliegen der Eichpflicht. Ein öffentliches Interesse besteht bei allen Messungen im
Handel, aber auch im Bereich des Arbeits- und
Umweltschutzes und in der
Medizin.
Beispiele sind:
Benötigtes "Normal"
Zur Eichung sind Maßverkörperungen erforderlich. Das sind
Normale oder
Messgeräte, die an nationale Normale für die
Messgröße angeschlossen sind. Das Eichamt leitet vom betreffenden Normal durch
Kalibrierung Arbeitsnormale ab, um daraus vor Ort den Vergleich mit dem Eichgut durchzuführen. Beispiele sind:
Als Nationales Normal dient jenes Normal, das in einem Land per Gesetz als Basis zur Festlegung der Werte aller anderen Normale der betreffenden Größe anerkannt ist.
Zulassung zur Eichung
Eichfähig sind nur diejenigen Messgeräte, deren
Bauart zugelassen ist. Daher geht der Eichung ein
Zulassungsverfahren auf Antrag des Messgeräteherstellers z. B. bei der
Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) voraus.
Bei einer Bauartzulassung wird anhand der technischen Unterlagen geprüft, ob die Konstruktion und Beschaffenheit den geltenden Eichvorschriften entsprechen. Die Geräte müssen ihrer Genauigkeitsklasse entsprechen und ihre Messbeständigkeit muss gegeben sein (d.h. die Messungen sind während des gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraumes innerhalb der Verkehrsfehlergrenzen richtig).
Beispiel Waage
Die
Eichfähigkeit einer Waage wird durch Bauartzulassung dokumentiert. Vorab werden die Waagen durch eine
Bundesanstalt (meist ein staatliches
metrologisches Institut) einer eichtechnischen Prüfung unterzogen. Sie umfasst sowohl
messtechnische als auch
geräte
spezifische Anforderungen.
EU-weite Gültigkeit und SI
Die Bauartzulassung wird durch das
EG-Bauartzulassungs-
Zertifikat
(EC-Type-approval certificate) dokumentiert. Diese Bauartzulassung ist in
allen Mitgliedsstaaten der
Europäischen Union (EU) gültig.
Nach erfolgreicher Zulassung wird ein Zulassungszeichen erteilt, das auf allen Messgeräten dieser Bauart gut sichtbar angebracht sein muss. Teilweise wird es in Form einer Punze gestanzt - z.B. auf Gewichte für Balkenwaagen des Handels - oder in Form einer Plombe angebracht. (siehe auch Hauptstempel)
Die Eichvorschriften werden in der Regel nach SI-Einheiten und in Zusammenarbeit mit den metrologischen Staatsinstituten anderer Länder erstellt.
Siehe auch
Weblinks
Messtechnik
IJking