Mannheim-Eichbaum.jpg Die Eichbaum-Brauereien AG ist ein Getränkeunternehmen mit Sitz in Mannheim. Marktführend in der Rhein-Neckar-Region, werden die Marken Eichbaum, Ureich und Karamalz auch überregional vertrieben. Im Jahr 2005 wurde mit 480 Mitarbeitern ein Umsatz von 130 Mio Euro erwirtschaftet.
Die Geschichte der Brauerei Eichbaum begann am 3. Oktober 1679, als der Mannheimer Stadtrat Jean de Chèsne (de Chaîne) eine Brauereikonzession verlieh. Zur damaligen Zeit bestanden in Mannheim rund 25 Brauereien. Angelehnt an seinen Namen (Chaîne bedeutet Eiche) gründete der wallonische Bierbrauer in der Mauritzgasse (heute: Quadrat Q5) die Schankwirtschaft „Zum Aichbaum“. Die vollständige Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg beendete 1689 auch das erste Kapitel der Brauerei.
Nach dem Wiederaufbau der Stadt wurde der Name im Jahr 1717 jedoch von dem Hanauer Johannes Blanckart wiederbelebt. Seine Brauereischenke „Zum grünen Eichbaum“ im Quadrat P5 wurde zu einer der beliebtesten der Stadt und profitierte vom großen wirtschaftlichen Erfolg Mannheims im 18. Jahrhundert.
Der Schriesheimer Heinrich Forschner, der die Brauerei 1827 übernahm, expandierte früh auf die andere Neckarseite und errichtete in zehn Meter Tiefe eine Bierlagerstätte. Forschners Nachfolger, die Brüder Hoffmann, verlegten in den 1870er Jahren die gesamte Brauerei über den Neckar in den heutigen Mannheimer Stadtteil Wohlgelegen, wo sich bis heute das Eichbaum-Firmengelände befindet.
1881 wurde die Eichbaum-Brauerei in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und expandierte weiter, sie war vor dem Ersten Weltkrieg eine der hundert größten Brauereien im Deutschen Reich. Die alliierte Besetzung der linksrheinischen Gebiete nach Ende des Krieges 1918 schnitt der Brauerei jedoch einen wichtigen Absatzmarkt ab. Nur durch eine 1929 geschlossene Kooperation mit der Wormser Werger-Brauerei konnten Kunden auf der linken Rheinseite bedient werden. Diese Zusammenarbeit führte 1929 zu einer Fusion zur „Eichbaum-Werger-Brauereien AG“ mit Sitz in Worms.
Der aufkommende Nationalsozialismus ließ den Bierabsatz der Eichbaum-Brauereien einbrechen, da das Unternehmen sich zu bedeutenden Teilen in der Hand jüdischer Aktionäre befand. Öffentliche Aufträge erhielt das Unternehmen erst nach 1936, als die jüdischen Anteilsinhaber aus dem Unternehmen herausgedrängt wurden. Die Brauerei erholte sich wirtschaftlich jedoch nur zeitweilig – der Zweite Weltkrieg brachte die Produktion vollständig zum Erliegen.
Den schnellen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg verdankte Eichbaum dem Status als Hauptlieferant der amerikanischen Armee. Das bald wieder prosperierende Unternehmen expandierte weiter und ließ die Rekordmarke von 300.000 Hektolitern aus der Zwischenkriegszeit hinter sich.
1970 wird das Unternehmen durch die Frankfurter Henninger-Gruppe übernommen. Einsparmaßnahmen führten 1978 zur Schließung der Wormser Betriebsstätte, der Hauptsitz der Eichbaum-Brauerei wurde zurück nach Mannheim verlegt.
Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten, die zur Insolvenz des Henninger-Eigentümers, der Gebr. März Gruppe führten, brach die Henninger-Gruppe Ende der 1990er Jahre auseinander. Der SAP-Gründer Dietmar Hopp sprang 1998 bei dem Unternehmen ein und führte es mit einigen Zukäufen unter das Dach des Getränkeunternehmens Actris. 2006 gingen die Eichbaum-Brauereien samt der Beteiligung an den Pirmasenser Park & Bellheimer Brauereien sowie der Odenwald-Quelle, Heppenheim im Rahmen eines Management Buy-Outs an zwei Vorstandsmitglieder der Actris über.
Eichbaum Brauerei, Mannheim
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