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Eibiswald ist eine
Marktgemeinde im
Bezirk Deutschlandsberg in der
Steiermark.
Geographie
Lage
Eibiswald liegt im weststeirischen
Saggautal am Kreuzungspunkt der
Südsteirische Grenz Straße (B 69) und der
Radlpass Straße (B 76). Die Marktgemeinde besteht aus einer einzigen
Katastralgemeinde.
Nachbargemeinden
Geschichte
Namensgeschichte
Der Name der Marktgemeinde Eibiswald stammt nicht von den im Wappen dargestellten
Eiben, sondern vom Personennamen
Iwein. Dieser nicht näher bekannte Ritter hatte in der Gegend Waldbesitz.
Eibiswald bis zur Neuzeit
Funde belegen erste Siedlungsspuren in Eibiswald aus dem 4. Jahrtausend vor Christus (
Jungsteinzeit). Auch aus der folgenden Metallzeit sowie aus der Römerzeit sind Besiedelungsspuren erhalten. Ab dem späten 6. Jahrhundert wurde das Gebiet von Eibiswald in das slawische Fürstentum
Karantanien integriert, worauf zahlreiche Flurnamen zurückgehen. Ende des 8. Jahrhunderts setzte die
bairische Besiedelung ein, 860 erhielt das
Erzbistum Salzburg hier große Schenkungen. Nach den Ungarneinfällen wurde das Land von untertänigen Bauern unter Führung des Erzbistums Salzburg, der
Aribonen und der
Eppensteiner gerodet. Erste urkundliche Erwähnung fand das Gemeindegebiet 1170 in einer Urkunde für die Pfarre
Leibnitz, in der die "
ecclesia sancte Mariae sub confinio Raedelach", die spätere Pfarrkirche von Eibiswald, erwähnt wurde. 1265 wird erstmals auch die Burg ""Ybanswalde" genannt, die Sitz eines Landgerichtes war. Der Markt selbst scheint in den Urkunden erst im Jahre 1290 auf und hatte zur damaligen Zeit 70 Häuser. Die Burg Eibiswald, im Besitz der
Wildonier,
Tybeiner und
Walseer, diente zeitweise als Sitz des Marktherrn und des Landgerichtes.
Eibiswald nach 1500
Nach 1500 war die Familie der Eibiswalder im Besitz der Herrschaft von Eibiswald. Die reichen Besitzungen ermöglichten der Familie den Ausbau des Schlosses im Renaissancestil. Sie prägten die Region bis zum Erlöschen des Geschlechtes 1674. Der Markt erlebte hingegen eine wechselvolle Geschichte. Der wirtschaftliche Niedergang im 16. Jahrhundert führt zu rückgängigen Bevölkerungszahlen, erst im 17. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung wieder an. Nachdem die Familie der Eibiswalder ausgestorben war, geriet die Burg in die Hände verschiedener Familien. Nach den Grafen von Schrottenbach kaufte der Glasfabrikant Ignaz von Purgay den Besitz. 1828 bis 1883 war die Familie Hansa im Besitz des Schlosses.
Nach dem Ersten Weltkrieg verlor die Gemeinde durch die Abtrennung der Untersteiermark ihre wichtigen Verbindungen. Während des Zweiten Weltkriegs war Eibiswald hingegen Schauplatz von Partisanenkämpfen.
Wirtschaftliche Geschichte
1653 setzte durch ein von Wolf Max Freiherr von Eibiswald errichtetes
Hammerwerk eine gewisse Industrialisierung ein. Angeschlossen war eine Sensen- und Nagelerzeugung, die etwa 30 Personen beschäftigte. 1835 wurde das Werk vom Staat angekauft und zu einem modernen
Stahlwerk ausgebaut, das bis zu tausend Arbeiter beschäftigte. 1869 wurde es bereits wieder an Private verkauft, 1905 musste es jedoch geschlossen werden. Begleitet wurde der Aufschwung durch den
Steinkohlebergbau, der um 1800 begann und bis 1920 betrieben wurde. Bis 1893 bestand auch eine Glasfabrik.
Bevölkerung
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| Bevölkerungsentwicklung 1869 bis 2001
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| Jahr | Bevölkerung | Jahr | Bevölkerung
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| 1869 | 1.079 | 1951 | 1.093
| bgcolor="#FFFFFF"
| 1880 | 989 | 1961 | 1.198
| bgcolor="#FFFFFF"
| 1890 | 1.135 | 1971 | 1.377
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| 1910 | 1.023 | 1981 | 1.526
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| 1923 | 925 | 1991 | 1.568
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| 1939 | 959 | 2001 | 1.476
|
Bevölkerungsentwicklung
Von
1869 bis zum
Zweiten Weltkrieg blieb die Bevölkerungszahl der Gemeinde Eibiswald relativ beständig. Erst nach 1945 bis in die
1980er Jahre nahm die Bevölkerungszahl um etwa die Hälfte zu. Seitdem stagniert jedoch die Bevölkerungszahl.
Bevölkerungsstruktur
Der Altersschnitt der Gemeinde Eibiswald weicht nur wenig vom Durchschnitt der Steiermark ab. Der Anteil an Ausländern ist mit 2,1 % sehr gering. 92 % der Bevölkerung ist
römisch-katholischer Konfession.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die Pfarrkirche St. Maria in Eibiswald wurde 1170 erstmals urkundlich genannt. Die Kirche besteht aus einem
gotischen Bau mit romanischem Kern und wurde 1678
barock erweitert. Im 18. Jahrhundert galt die Kirche auch als Wallfahrtskirche. Einst verfügte die Gemeinde über fünf Filialkirchen, heute jedoch nur noch über jene, die dem heiligen Antonius dem Einsiedler am
Radlpaß geweiht wurde. Zudem gibt es in der Gemeinde fünf Messkapellen.
Wirtschaft und Infrastruktur
Bildung
Erste Hinweise auf eine Schule in Eibiswald sind erst aus dem frühen 17. Jahrhundert überliefert. 1869 wurde die Pfarrschule in staatliche Verwaltung überführt. 1946 wurde zudem eine Hauptschule eröffnet. Heute verfügt die Gemeinde über zwei Volksschulen und eine Hauptschule.
Persönlichkeiten
Politik
Gemeinderat
Bei den Gemeinderatswahlen 2005 verlor die
ÖVP zwar 1,2 % der Stimmen, konnte aber dennoch mit 52,20 % der Stimmen klar die absolute Mehrheit halten. Großer Gewinner der Wahl war die
SPÖ, die ihren Stimmanteil von 22,96 % auf 34,38 % steigern konnte. Großer Verlierer der Wahl war die
FPÖ, deren Stimmanteil von 9,62 % auf 2,62 % abstürzte und aus dem Gemeinderat flog. Auch die Liste "Gemeinsam für Eibiswald" verlor Stimmen und büßte nach einem Stimmenverlust von über 3 % ein Mandat ein.
Wappen
Das Wappen der Marktgemeinde Eibiswald ist ein sprechendes Wappen und zeigt einen gelben Schild mit drei grünen Eibenbäumen auf drei erd- oder aschenfarbenen
Büheln. Das Wappen wurde am 6. September
1579 von
Erzherzog Karl II. von
Innerösterreich bestätigt. Das Wappen entspricht dabei einem schon zuvor verwendeten
Siegel.
Literatur
- Tscherne, Werner: Von Ybanswalde zu Eibiswald. Die Chronik der Marktgemeinde.Eibiswald 1995
Ort in der Steiermark