Ehud Olmert (* 30. September 1945 in Binyamina, Israel) ist ein israelischer Politiker (Kadima) und seit 11. April 2006 Ministerpräsident Israels. Die Amtsgeschäfte führte er schon seit dem Abend des 4. Januar 2006, nachdem Ariel Scharon einen schweren Schlaganfall erlitten hatte und am 11. April formal als regierungsunfähig erklärt wurde.
Ehud Olmert (Sao Paulo 2005).jpg, 2005
(Antônio Milena/ABr)]]
Olmert stammt aus einer russischen Einwandererfamilie. Sein Vater ist in China aufgewachsen. Er diente in der israelischen Verteidigungsarmee (IDF) als Offizier in einer Infanteriekampfeinheit und war Militärkorrespondent für das IDF-Journal Bamachane. Er hat an der Hebräischen Universität von Jerusalem mit Abschlüssen in Psychologie, Philosophie und Jura graduiert. Er praktizierte selbst erfolgreich als Anwalt.
Olmert ist mit der Künstlerin Alisa Olmert verheiratet und hat vier Kinder. Er spricht hebräisch und englisch.
In den Jahren 1981-1988 war Olmert als das Knessetmitglied mit dem dritthöchsten Dienstalter das rangälteste Mitglied des prestigeträchtigen Auslands- und Sicherheitsausschusses. Während seiner Karriere als Mitglied der Knesset war er als Minister ohne Portfolio in dem Kabinett unter Jitzhak Schamir (12. Knesset/23. Regierung) (1988-1992) für Minderheiten zuständig (1988-1990), später wurde er Gesundheitsminister (1990-1992) (24. Regierung). Seine Zeit als Gesundheitsminister ist wegen der weitreichenden Reformen des Gesundheitssystems, die er initiierte, in Erinnerung geblieben.
Ehud Olmert gab im November 1998, nach der Einführung eines Gesetzes, das es den Mitgliedern der Knesset verbietet, gleichzeitig öffentliche Ämter zu bekleiden und nachdem er als Bürgermeister von Jerusalem mit einer Mehrheit von 62% wiedergewählt worden war, sein Knessetmandat zurück. Nach seiner Wiederwahl in die Knesset im Jahre 2003 gab er im Februar 2003 sein Amt als Bürgermeister auf.
Am 7. August 2005 übernahm er nach dem Rücktritt Benjamin Netanjahus zusätzlich die Leitung des Finanzministeriums. Nach der Neugründung der Kadima-Partei durch Ariel Scharon ist auch Olmert in diese Partei gewechselt und aus dem Likud ausgetreten. Am 16. Januar 2006 wurde Olmert auf einer Delegiertenkonferenz zu dem Vorsitzenden der Kadima gewählt.
Nach Ariel Scharons schwerem Schlaganfall am 4. Januar 2006 hat Olmert die Regierungsgeschäfte als Ministerpräsident vorläufig übernommen. Zwar verfügt er nicht über das väterliche Image Scharons und ihm wird gelegentlich Arroganz vorgeworfen, aber er gewann die Wahlen von 2006 und wurde als Ministerpräsident bestätigt. Am Wahlabend erklärte er vor Anhängern in Jerusalem: Ich bin bereit, den Traum von einem Groß-Israel aufzugeben. Dies bedeutet, dass er die Grenzen Israels bis 2010 ohne Kooperation mit den Palästinensern endgültig festlegen will, auch indem er Siedlungen im Westjordanland aufgibt, wovon rund ein Drittel der heute dort lebenden 240.000 Siedler betroffen wäre.
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