Mit den Begriffen Ehestreit, Beziehungsstreit oder Partnerschaftsstreit bezeichnet man den Streit zwischen Partnern in einer Beziehung oder in einer Ehe.
Der Beziehungsstreit tritt in vielen, wenn nicht in allen Beziehungen auf, und ist daher eine sehr häufig verbreitete Form des Streites, deren Ursachen eine tieferliegende Bedeutung hat, die mit Liebe und Hass in Berührung gesehen wird. Die genauen Ursachen des Streits zwischen Partnern ist in seiner psychologischen Deutung nicht eindeutig geklärt und Gegenstand von Theorien.
Ein gelegentlicher, nicht ausufernder Beziehungsstreit unter Beibehaltung einer Streitkultur wird als Ventil oder als reinigendes Gewitter für aufgestaute vorangegangene Konflikte angesehen. Wird der Streit zu häufig und zu heftig, so ist oft eine Trennung die Folge.
Die eigentliche allgemeine Erklärung des Ehestreits liegt mehr im intuitiven emotional gesteuerten Drang, das Verhalten des Partners für die Zukunft des Zusammenlebens beeinflussen zu wollen. Dabei spielt vor allem der wiederholt fehlgeschlagene Versuch eine bestimmte Verhaltensweise ändern zu können zu immer heftigerer Auseinandersetzung. Häufig ist für den Ehestreit schon der falsch gewählte Ton einer kleinen Bemerkung der Auslöser, wenn dies schon zum wiederholten Male beanstandet worden war. Daher ist Beziehungsstreit der vehemente Versuch, den Partner zu belehren, nachdem zuvor Maßnahmen wie Hinweise, Bitten, Aufforderung etc. nichts erbracht haben.
Der Ehestreit ist nicht an bestimmte gesellschaftliche Schichten gebunden. Eine Häufung ist in gesellschaftlich einfachen Schichten scheinbar zu beobachten. In Schichten, für denen jede lautstarke Auseinandersetzung als unschicklich gilt, kann er möglicherweise besser kaschiert oder äußerlich unterdrückt werden.
Da der Ehestreit in bestimmten glücklichen Beziehungen weniger oder gar nicht vorkommt oder nach anfänglichen Kämpfen ausgestanden ist, und sich allzuoft besonders an Meinungsverschiedenheiten im Verhalten zum Kind entzündet, ist es möglicherweise ein Selektionsmittel der Evolution, die Partner für eine Beziehung zu formen und sie für die zu bestehenden Aufgaben der Kindererziehung zu schulen und zu testen, und ist gleichzeitig ein Mittel eine nicht funktionierende Beziehung, wenn dies noch möglich ist, vorher zu beenden.
Eine weitere Theorie zum Beziehungsstreit besteht darin, dass der Streit besonders stark zwischen Paaren unterschiedlicher Mentalität und Bildung auftritt und darin begründet ist, dass die Bildung und mentale Verständigungsfähigkeit beim Menschen ein Selektionskriterium der Evolution geworden ist. Die Evolution, damit sind die komplexen Mechanismen zur Fortpfanzung und Weiterbildung der Art zu verstehen, versucht zwar einerseits eine Beziehung zwischen niedrigerer Herkunft und höherer Herkunft zu vermeiden, um eine Höherentwicklung zu begünstigen. Aber das Individuum möchte durch eine Verbindung mit einem höhergestellten Partner aufsteigen. Für den höhergestellten Partner ist die Beziehung in solch einem Fall von Nachteil und führt aufgrund der unterschiedlichen Verständigkungsmöglichkeiten zu Reibereien, die durch fortgesetzten Streit psychologisch äußerst unangenehm werden können, und zur frühzeitigen Trennung führen sollen.
Dass Beziehungsstreit eine rein mentale Auseinandersetzung der Partner ist, belegt auch die Tatsache, dass Beziehungsstreit bei Tieren nicht bekannt ist. Dort gibt es vor der Beziehung die bisweilen ebenso heftigen Paarungskämpfe, die aber nichts mit Beziehungsstreit zu tun haben.
Bei einer Überschreitung der Verfehlungen über alles Maß der Toleranz ist in letzter Konsequenz die Trennung der Partnerschaft ein Mittel zur Vermeidung des Partnerschaftsstreites.
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