Egozentrismus (oder Egozentrizität) ist ein entwicklungspsychologischer Begriff und geht vor allem auf Piaget zurück. Der Egozentrismus ist eine v.a. kindlich-kognitive Geisteshaltung, die davon ausgeht, dass der eigenen, subjektiven Sicht ein objektiver Status zukommt. Dies ist nicht mit einer reflektierten Selbstverliebtheit (Egoismus) und nur bedingt mit Freuds Narzissmus zu verwechseln. Das egozentrische Kind ist kognitiv nicht in der Lage, diese fehlerhafte Weltsicht einzusehen, da es gar keine Vorstellung über sein eigenes Ich besitzt. Das Kind stellt sich als die Welt vor, es ist die Welt. Die Entwicklung eines wahrhaftigen Selbstbewusstseins geht also mit der Sozialisation und der Erkenntnis der Subjektivität einher.
Egozentrimus zeigt sich am klarsten beim Säugling, der nicht einmal die eigenen Hände und Füße als Teile seines Körpers empfindet. Gegenstände existieren nicht, wenn sie außerhalb des Gesichtsfeldes sind (Aus den Augen - aus dem Sinn). Egozentrisches Denken besteht während der gesamten Kindheit. Andere Gesichtspunkte als die eigenen werden nicht begriffen. Eigene Wünsche, Befürchtungen und Sehnsüchte werden aufgrund dessen in die Umwelt projiziert, was zu magischen Geisteshaltungen und Ritualen führt.
Der Egozentrismus beim Kinde äußert sich nach Piaget in drei Unterformen: Realismus, Animismus und Artifizialismus.
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"Egozentrismus".
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