Egon Eiermann.jpg | Berlin Eiermann Memorial Church.JPG]] Egon Eiermann (* 29. September 1904 in Neuendorf bei Berlin; † 19. Juli 1970 in Baden-Baden) war einer der bedeutendsten deutschen Architekten der Nachkriegszeit. Außerdem war er als Möbeldesigner tätig.
Ab 1931 entwarf er in einem zusammen mit Fritz Jaenecke gegründeten Büro zunächst diverse Wohnhäuser in Berlin und Umgebung. Die Auftragslage verbesserte sich dabei rapide. Jaenecke stieg 1934 wegen persönlicher Differenzen mit Eiermann aus. Ab 1938 plante das Büro nun Fabrikgebäude, z. B. für die Auergesellschaft in Berlin (1938), die Total-Werke Foerstner & Co. in Apolda (1939-1942), die Fa. Märkischer Metallbau in Oranienburg (1939-1941) und die Rickmerswerft in Bremerhaven (1940-1941). Zum Ende des Zweiten Weltkrieges entwarf Eiermann ein Ausweichkrankenhaus in Beelitz-Heilstätten bei Berlin.
Auf Studienreisen in die USA lernte er 1950 Walter Gropius, Marcel Breuer und Konrad Wachsmann kennen, 1956 auch Ludwig Mies van der Rohe.
Neckermann_haupteingang.jpg | MiRO0.jpg | Eiermann.Hortenkacheln.wmt.jpg“]] Er realisierte 1958 mit Sep Ruf für die Brüsseler Weltausstellung den „Deutschen Pavillon“, eine Pavillongruppe aus acht eleganten, transparenten Glaskuben.
Für die Neckermann Versand AG entwarf er den Neubau der Firmenzentrale in Frankfurt am Main, ein 300 Meter langes, sechsstöckiges Versandhaus (1958-1961).
Er gewann den für die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin ausgeschriebenen Wettbewerb (1959-1963). Auf einer durch Stufen abgehobenen Plattform nehmen ein achteckiger Hauptbau und ein achteckiger, schlanker Turm die historische Turmruine in die Mitte.
Die deutsche Botschaft in Washington, D.C. (1959-1964) konzipierte er als terrassenförmige Anlage für 140 Angestellte, die der Geländeform Rechnung trägt.
1967 entsteht unter Eiermanns Leitung ein Anbau für das Hotel Prinz Carl in Buchen (Odenwald). Dieser Bau ist heute noch einschließlich der selbstentworfenen Zimmer und Einrichtungen erhalten und in Betrieb.
Das Abgeordneten-Hochhaus des Bundestags Langer Eugen in Bonn (1965-1969) zeigt die charakteristische filigrane Struktur Eiermanns Architektur.
Markante Verwaltungsbauten der letzten Schaffensperiode sind die Büropavillons für IBM in Stuttgart (1967-1972) sowie die auf trichterartigen Betonpfeilern erhobenen Hochhaustürme der Firma Olivetti in Frankfurt am Main (1968-1972), die erst zwei Jahre nach seinem Tod fertiggestellt wurden.
In Baden-Baden kann man zwei Häuser von ihm sehen: Sein eigenes Wohnhaus (Krippenhof 16-18) und das Haus von Graf Hardenberg (Hermann-Sielcken-Str. 47).
Ein weniger erfreulicher Aspekt in Eiermanns Biografie ist seine Tätigkeit für die Horten AG in Stuttgart. Dort war er mitbeteiligt an einem Kaufhausneubau an der Stelle des berühmten Kaufhauses Schocken von Erich Mendelsohn. Um seinen eigenen Bau zu realisieren, nahm er einen Abriss dieses architektonischen Jahrhundertwerks trotz massiver Proteste in der Bevölkerung in Kauf. Der Neubau für Horten war eines der ersten Gebäude mit einer vorgesetzten ornamentalen Fassade, die das Gebäude nahezu vollständig bekleidet, Maßstäblichkeit vermissen lässt und stadträumlich als Fremdkörper wirkt. Da sich mit diesen „Hortenkacheln“ die Gebäudegrundrisse sehr flexibel und mit einem Höchstmaß an Stellfläche durch die Vermeidung von Fenstern ausbilden lassen, fand dieses Fassadensystem in den Folgejahren viel Anklang beim Neubau von Kaufhäusern. Es ist auch als früher Versuch zu werten, durch bauliche Vereinheitlichung und Ornament eine Corporate Identity aufzubauen.
Mann | Geboren 1904 | Gestorben 1970 | Deutscher | Deutscher Architekt | Designer
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