KarteEffretikonPfäffikonHinwiel.jpg Die Bahnstrecke Effretikon–Hinwil im Kanton Zürich in der Schweiz wurde 1876 von der Eisenbahngesellschaft Effretikon–Pfäffikon–Hinwiel EH in Betrieb genommen. Die 22.124 km lange Bahnlinie führt von Effretikon über Wetzikon nach Hinwil und wird auch als Kempttalbahn bezeichnet. Oft wird auch von der Effretikon-Pfäffikon-Hinwil-Bahn gesprochen. Durch die alten Schreibweisen der Ortschaften – Hinwil als Hinwiel und Hinwyl sowie Kempttal als Kemptthal – sind verschiedene Schreibweisen der Bezeichnung im Umlauf.
Dem Initativkomitee gehörten unter Anderem an:
Zu dieser Zeit bestanden schon die Bahnlinien Zürich–Winterthur und Zürich–Uster–Rapperswil. Diese erschlossen aber nicht die grösseren Ortschaften Pfäffikon, Hinwil und Wald. Der damaligen Zeit entsprechend wurden die verschiedensten Linienvarianten vorgeschlagen. Am Ende konnte sich die Linienenführung von Effretikon über Illnau, Pfäffikon, Wetzikon und Hinwil durchsetzen.
Die Gemeinde Wald stieg aus dem Projekt aus, als die Vereinigten Schweizerbahnen (VSB) einen für sie günstigen Vorschlag für einen Anschluss an das Bahnnetz machten, sehr zum Missfallen der Schweizerischen Nordostbahn (NOB). Der daraus entstandene Abschnitt Rüti–Wald ist nun ein Abschnitt der Tösstalbahn.
Ebenso war die Einführung in den Bahnhof Effretikon sehr umstritten. Während die einen den Anschluss so gebaut haben wollten, dass direkte Züge in Richtung Winterthur möglich waren, zogen andere die später gebaute Einführung in Richtung Zürich vor. Beide Städte sprachen sich für eine Kostenbeteiligung von 400 000.- Franken aus; Zürich stellte aber die Bedingung, dass in Effretikon eine Abzweigstation gebaut werden müsse. Die Eisenbahnkonzession für Eisenbahn von Effretikon nach Hinwil wurde am 16. Dezember 1871 erteilt. Am 29. Mai 1873 beschloss die Generalversammlung in Pfäffikon die Gründung einer Aktiengesellschaft zum Bau der Bahnlinie von Effretikon nach Hinwil über Wetzikon.
Die Erdarbeiten und Kunstbauten konnten trotzdem im Dezember 1875 beendet werden. In den ersten Monaten des Jahres 1876 erfolgte die Verlegung der Gleise und der Innenausbau der Stationen. Die Anpassungen an den Bahnhöfen in Effretikon und Wetzikon konnten erst kurz vor der Eröffnung abgeschlossen werden. Insgesamt wurden 50,4 Hektaren Land enteignet. Beim Bau wurden 412'000 Kubikmeter Aushub bewegt und Schienen mit einem Gesamtgewicht von 1309 Tonnen verbaut. Diese verlegte man auf 12'240 Hartholzaschwellen und 16'400 Weichholzschwellen.
Die Baukosten waren auf 3.2 Millionen Franken geschätzt worden, die mit einem Aktienkapital von 2'556'000 Franken (Aktionäre siehe unten) und einem Darlehen in Form von Obligationen der NOB aufgebracht wurden. Die geschätzten Baukosten wurden leicht überschritten, am Ende kostete der Bau der Eisenbahnstrecke ca. 3,3 Millionen Franken.
So belief sich das Defizit der Bahngesellschaft im Jahr 1885 auf nicht weniger als 450'530 Franken, und dies bei einem Aktienkapital von 2'556'000 Franken. Aufgrund der stetig anwachsenden Defizits übernahm die NOB die Bahnlinie per 1. Januar 1886.
Infolge der Verstaatlichung der NOB ging die Linie am 1. Januar 1902 in den Besitz der Schweizerische Bundesbahnen über. Diese setzte nach der Einführung der Nebenbahn-Dampflokomotive Eb 3/5 in den Jahre 1911 bis 1916 vor allem diese Tenderlokomotive ein. Der Kohlemangel während des Zweiten Weltkriegs führte zum Beschluss, die Strecke zu elektrifizieren. Nicht einmal ein Jahr später, am 6. Mai 1944, wurde der durchgehende elektrische Betrieb aufgenommen.
Die Elektrifizierung musste kriegsbedingt mit einfachsten Mitteln durchgeführt werden. So wurden 442 Holzmasten, aber nur 50 Masten aus Schleuderbeton und ganze 10 Metallmasten verbaut. Nur die Hauptgleise erhielten einen Fahrdraht aus 85 mm2 Kupfer, während über den Nebengleisen ein Fahrdraht aus 80 mm2 verzinktem Stahldraht verwendet wurde. Zudem rüstete man die ganze Strecke mit modernen elektrischen Stellwerken aus.
Den Eröffnungszug zog eine Ae 3/6 I-Lokomotive. Dieser Lokomotivtyp war, bis zum Auftauchen der modernen Pendelzügen wie der RABDe 12/12 und RBe 4/4 Ende der 1960er Jahre, sehr oft auf dieser Linie anzutreffen.
Während in der Anfangsphase auf der S 3 vor allem die Mirages-Pendelzüge eingesetzt wurden, werden auf ihr nun auch die doppelstöckigen S-Bahn-Pendelzüge Re 450 eingesetzt, die von Anfang an auf der S 14 im Einsatz waren.
Während der Betrieb von Anfang an in den Händen der NOB lag, war für den Betrieb eigenes Rollmaterial angeschafft worden:
Bei den Dampflokomotiven handelt es sich um 2/2-gekuppelte Tenderlokomotiven. Sie wurden von der Maschinenfabrik Winterthur gefertigt, hatten ein Gesamtgewicht von 25'600 kg, eine Länge über Puffer von 7.620 m und erreichten eine Höchstgeschwindigkeit von 55 km/h. Sie hatten die Fabriknummer 98 - 100 und wurden gemäss dem Nummerierungsschema der NOB mit den Nummern 188 - 190 in Betrieb genommen. 1879 änderte man die Nummern in 241 - 243 und im Jahre 1895 in 441 - 443. Bei der SBB erhielten sie die Nummern E 2/2 80996 - 80998. Zwischen 1914 und 1916 wurden die Dampflokomotiven ausrangiert.
Folgende Liste soll Auskunft über die Beteiligung der einzelnen Aktionäre an der Bahnstrecke geben:
Da sich beim Verkauf der Strecke schon die Übernahme der NOB durch den Bund abzeichnete, verzichteten die Gemeinden auf ihren Aktienanteil von rund 2,5 Millionen Franken. So setzte sich der Kaufpreis für die NOB aus dem Obligationendarlehen (welches sie verlor) sowie dem aufgelaufenen Defizit von 1,42 Millionen zusammen. Die NOB erhielt also für 2,52 Millionen Franken eine Strecke, deren Baukosten 3,3 Millionen betragen hatten.
Bei dem Bau wurden 185 Brücken und Wasserdurchlässe angelegt. Davon waren sieben grössere Brücken mit Eisenunterbau, wobei die Brücke über den Wildbach bei Wetzikon mit 87 Metern die längste war. Es wurden fünf Stationen und 26 Bahnwärterhäuschen angelegt. In den Bahnhöfen Effretikon und Wetzikon wurden die bestehenden Bahnhöfe der NOB nach Gleisanpassungen mitbenutzt, wofür Gebüren fällig waren. Die Bahnhöfe Illnau, Fehraltorf, Pfäffikon und Hinwil entstanden nach den Entwürfen von H. Gmelin, dies jeweils in Fachwerkausführung mit einseitig angebautem, hölzernem Güterschuppen.
Dieser Bahnhof wäre fast nicht gebaut worden, da sich die Gemeinde über den Standort des Bahnhofes zerstritten hatte und erst in letzer Minute die notwendige Geldmittel bewilligte.
Die Bahnanlagen wurden durch den Bau der UeBB im Jahre 1901 den Erfordernissen eines Durchgangsbahnhofes angepasst.
| Jahr | Anzahl Züge | Bemerkungen |
|---|---|---|
| 1876 | 10 Züge | Eröffnunsangebot |
| 1879 | 8 Züge | Sommer |
| 1879 | 6 Züge | Winter |
| 1943 | 14 Züge | Dampfzüge kriegsbedingte Kürzungen wegen Kohlemangel nicht enthalten |
| 1944 | 24 Züge | elektrische Zugsförderung |
| 1976 | 32 Züge | 16 Zugspaare |
| 1982 | 46 Züge | Taktfahrplan Mo-Fr 23 Zugspaare |
| 1990 | 68 Züge | Einführung S- Bahn S3 |
| 2006 | 68 Züge | 34 Zugspaare S3 |
Liste der Schweizer Eisenbahnen
Ehemalige Bahngesellschaft (Schweiz) | Bahnstrecke in der Schweiz | Zürich (Kanton)
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