Eemsmond ist eine Gemeinde in der niederländischen Provinz Groningen. In der Gemeinde leben 16.721 Einwohner (Stand 1.Juni 2005) auf 551,24 km² (wovon allerdings 360,43 km² Wasser sind). Von der Mündung der Ems in die Nordsee stammt der Name der Gemeinde.
Orte
Zur Gemeinde gehören etwa 15 Dörfer und Weiler.
In der untenstehenden Auflistung bedeutet:
- ein K, das das Dorf eine schöne, mittelalterliche Kirche hat;
- ein M, das dort eine bemerkenswerte Windmühle steht;
- ein B bezeichnet einen Kleinbahnhof an der Linie Groningen -Roodeschool;
- die Zahl entspricht der etwaigen Einwohnerzahl des Ortes (falls über 1.000).
- Doodstil
- Industriegebiet Eemshaven (M "Goliath" mitten in der Einsamkeit; B für Güterverkehr)
- Eppenhuizen
- Kantens (K, M)
- Noordpolderzijl
- Oldenzijl (K)
- Oosteinde
- Oosternieland (K)
- Oudeschip
- Roodeschool (B; 1.300)
- Rottum
- die unbewohnten Wattenmeerinseln Rottumeroog und Rottumerplaat
- Startenhuizen
- Stitswerd (K) (der Ort hat die höchsten Postleitzahlen in den Niederlanden, nämlich 9999)
- Uithuizen (K, M, B ; 5.600); Sitz der Gemeindeverwaltung
- Uithuizermeeden (K, B; 3.200)
- Usquert (K, M, B; 1.500)
- Warffum (K, B; 2.400)
- Zandeweer (K, M)
- Zevenhuizen.
Lage und Wirtschaft
Lage
Die Gemeinde liegt im äußersten Nordosten der
Niederlande, und grenzt daher auch an das
Wattenmeer. An der Küste liegen der große Eemshaven und der kleinere
Fischereihafen Noordpolderzijl, nördlich von Warffum und Usquert.
Nachbargemeinden sind Delfzijl, Loppersum und Winsum.
Verkehr
Von Eemshaven aus gibt es eine direkte Fährverbindung zur deutschen Nordseeinsel
Borkum. Eemshaven war auch früher ein beliebter Abfahrtsort für Schiffe, welche zum
zollfreien Einkauf auf "
Butterfahrt" gingen.
Eine Kleineisenbahnlinie fährt von der Stadt Groningen nach Roodeschool, dem nördlichsten Bahnhof der Niederlande. (Weitere Haltestellen siehe oben).
Die Autostraße (keine
Autobahn) Groningen - Eemshaven durchquert Roodeschool.
Wirtschaft
Nur ziemlich wenige Einwohner dieser Gemeinde arbeiten in den Werften, Fabriken und sonstigen Anlagen des Eemshaven-Gebietes.
Die Landwirtschaft ist der größte Wirtschaftsfaktor, aber auch das Kleingewerbe und der Tourismus sind nicht unbedeutend.
Geschichtliches; Namenserklärungen
In diesem Gebiet, wo der Kampf zwischen Mensch und Wasser immer eine große Rolle gespielt hat, entstanden schon zu Anfang unserer Zeitrechnung die ersten Siedlungen (u.a. Warffum und Usquert) auf "wierden" (Deutsch: Warften). Das sind von Menschenhand aufgeworfene Höhen, wo Bauernhöfe und später auch Kirchen und kleine Dörfer entstanden. Im 10. Jahrhundert fing man an, entlang der immer weiter nach Norden weinchenden wattenmeerküste Deiche zu bauen; so entstanden Uithuizen (= die nach Außen liegenden Häuser) und später Uithuizermeeden (= die Wiesen bei Uithuizen; "meeden, maden, maten" sind ostniederländische Dialektwörter für "Wiese wo man Heu mäht"; vergleiche -matt in : Zermatt).
In Usquert gab es im Mittelalter bedeutende Fischerei; der Name läßt sich etwa als "Fischwarft" erklären.
Im 18. Jahrhundert strandete ein Seeschiff im Watt. Das Gebiet wurde eingepoldert, und das alte Schiff zur Herberge umgebaut. So entstand der Weiler Oudeschip.
In der ganzen Gemeinde gibt es villenartige Bauernhäuser aus dem 19. Jahrhundert, weil die Bauern, die damals allerhand Getreide anbauten, hohe Preise verlangen konnten und oft sehr reich wurden.
Das Dorf Roodeschool entstand um ein 1830 gebautes, rotes Schulgebäude.
Merkwürdig ist der Ortsname Doodstil. Das niederländische Wort "doodstil" bedeutet: "totenstill", extrem ruhig. Der Weiler ist eben auch sehr ruhig. Der Name bedeutet aber: til (= kleine Brücke) von Doede. Ein Mann mit diesem Vornamen hatte vor langer Zeit einen Bauernhof, um den der Ort entstand. Die kleine Brücke, die von Hand geöffnet werden kann, besteht immer noch.
Dieser Ortsname wurde 2005 in einer Umfrage von der niederländischen und Niederländisch sprechenden belgischen Bevölkerung zum "schönsten Ortsnamen" des niederländischen Sprachgebiets gekürt.
Sehenswürdigkeiten
- Im Dorf Warffum stehen einige malerische Häuser, ein Tante-Emma-Laden und ein Cafe aus der Periode 1780 -1915. Diese Häuser bilden jetzt das Freilichtmuseum "Museum Het Hoogeland" . Ein Nebengebäude dieses Museums steht in Uithuizermeeden.
- Ebenfalls in Warffum findet jeden Sommer das internationale Folklore- und Volkstanzfestival "Op Roakeldais" statt.
- Eemsmond ist, wie die Nachbargemeinden, reich an kleinen mittelalterlichen Kirchen (siehe die Auflistung unter "Orte"). Einige haben schöne Orgeln, die Kirche von Uithuizen sogar eine vom berühmten Orgelbauer Arp Schnitger.
- Der Hafen Noordpolderzijl, an der Wattenmeerküste, ist auch für Touristen und deren Schiffe geöffnet; es gibt ein kleines Restaurant.
- Uithuizen hat ein kleines Schloss namens Menkemaborg (Borg = Landsitz, der Familie Menkema). Eine Besichtigung zeigt die interessante Einrichtung des Gebäudes. Auch seine Garten- und Parkanlage ist einen Spaziergang wert.
- Das ehemalige Rathaus von Usquert (jetzt ein Bürogebäude) wurde vom bekannten Architekten H. P. Berlage entworfen.
Weblinks
Ort in den Niederlanden
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