Eduard von Westminster, Prinz von Wales (* 13. Oktober 1453 im Palast von Westminster; † 4. Mai 1471 in der Schlacht von Tewkesbury) ist das einzige Kind des englischen Königs Heinrich VI. und dessen Frau Margarete von Anjou.
Seine Eltern heirateten 1445, als die geistige Umnachtung Heinrichs VI. als Erbe seines Großvaters Karl VI. von Frankreich bereits phasenweise zum Ausbruch gekommen war. Da sich der König zudem als sehr frömmelnd erwies, hatte sich Eduards Mutter Margarete sehr schnell mit der führenden Hofpartei unter Edmund Beaufort, 2. Herzog von Somerset arrangiert, deren größter Gegenspieler nach Ausschalten einiger innerfamiliärer Verwandten der Lancaster-Linie Richard, Herzog von York war. Als die Königin 1453 unerwartet doch schwanger wurde, waren alsbald Gerüchte im Umlauf, dass das Kind einer Liebschaft mit einem Unbekannten entspringe. Heinrich VI. erkannte jedoch Eduard als seinen Sohn an, so dass dieser 1454 zum Prinzen von Wales ernannt werden konnte. Wenig später begannen die Rosenkriege mit der ersten Schlacht von St Albans im Jahre 1455.
1460 erlangte York nach der Schlacht von Northampton und nach seinem triumphalen Einzug in London die Position des offiziellen Thronfolgers unter Umgehung der legitimen Rechte Eduards. Margarete reagierte mit Hilfe von Lancaster-Getreuen mit der erneuten Aufstellung eines Heeres, das in der Schlacht von Wakefield York schlagen konnte, der zudem auf dem Schlachtfeld blieb. 1461 eroberte allerdings Yorks ältester Sohn Eduard, Graf von March den Thron und nahm den Titel Eduard IV. an. Margarete floh mit ihrem Sohn nach Schottland, nach Wales und schließlich nach Frankreich, wo sie auf ihre Stunde wartete, ihrem Sohn zu seinem Recht zu verhelfen.
1470 wechselte Richard Neville, Graf von Warwick, der "Kingmaker", die Seiten und verhalf Heinrich VI. erneut auf den Thron. Zudem wurde Eduard mit Warwicks Tochter Anne Neville im Dezember 1470 verheiratet. Ob diese Ehe auch vollzogen wurde, ist nicht eindeutig zu klären.
Am 14. April 1471 schlug der aus seinem Exil zurückgekehrte Eduard IV. in der Schlacht von Barnet die Truppen Warwicks vernichtend, und der Kingmaker starb im Kampf. Margarete, begleitet von ihrem mittlerweile erwachsenen Sohn, hatte inzwischen eine weitere Armee aufgestellt, doch demoralisierte die Nachricht von der Niederlage Warwicks bei Barnet Margaretes und Edmunds Truppen so sehr, dass nur ein Rückzug in Frage kam, um weitere Alliierte zu finden und sich mit ihnen zu vereinigen. Bei Tewkesbury holte Eduard IV. die Lancasterarmee ein, und die Anhänger Heinrichs VI. mussten sich zum Kampf stellen. Die Schlacht von Tewkesbury am 4. Mai 1471 endete in einem Desaster; Margarete wurde gefangengenommen, praktisch alle Heerführer Lancasters fielen im Kampf oder wurden anschließend exekutiert.
Über Eduards Tod gibt es verschiedene Versionen. Zum einen ist es möglich, dass er direkt in der Schlacht starb. Andere Erzählungen führen aus, dass er auf der Flucht von Yorkisten gefangen wurde. Eine Untervariante hierbei ist gemäß der Warkworth Chronik die Gefangennahme durch Soldaten im Beisein Georgs, des Herzogs von Clarence und jüngerer Bruder Eduards IV., den Eduard um Gnade anflehte, doch wurde der Prinz durch die Soldaten erschlagen. Eine zweite und erheblich jüngere Untervariante gemäß der Hall Chronik spricht von einer Gefangennahme und einem Treffen mit Eduard IV. Während des Treffens habe Eduard den König gereizt, der ihn daraufhin geschlagen habe. Clarence sowie der jüngste Bruder des Königs, Richard, Herzog von Gloucester, und Wilhelm Hastings hätten daraufhin den Prinzen getötetEnglish Historical Documents, IV, 1327-1485, Herausgeber A. R. Myers, 1969, 314f. Die zweite Variante wirkt aufgrund ihres zeitlichen Abstandes und aufgrund des Mangels zeitgenössischer Quellen eher fiktiv, hat aber durchaus das in der Tudorzeit geprägte Bild Gloucesters als skrupelloser Mörder mitgeprägt. Allerdings wird diese Darstellung, wenn auch nicht bezüglich der Person, teilweise durch eine kürzlich aufgefundene französische Abschrift des Arrival gestützt, die zeitgenössisch sein könnte und nach der Eduard dem König mit einer Krone entgegengetreten und sofort niedergeschlagen worden seiRichard III's Books, A.F. Sutton und L. Visser-Fuchs, Stroud, 1997, Tafel IX, von Besancon MS 1168. Auf jeden Fall ist Eduard der einzige Prinz von Wales, der in einer Schlacht fallen sollte. Er wurde in der Abtei von Tewkesbury begraben.
Heinrich VI. wurde wenig später im Tower ermordet, womit das Haus Lancaster endgültig erlosch, auch wenn sich die Tudor später dynastisch darauf berufen sollten.
Eduards Witwe Anne war ebenfalls gefangengenommen worden und sollte später Gloucester heiraten, womit sie durch dessen Krönung 1483 zum König Richard III. doch noch Königin von England wurde.
Mann | Brite | Geboren 1453 | Gestorben 1471 | Thronfolger
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