Eduard VI. (* 12. Oktober 1537 im Hampton Court, † 6. Juli 1553 in Greenwich) war von 1547 bis 1553 König von England und Irland. Eduard stammt aus dem Hause Tudor und war der dritte Monarch dieser Dynastie. Die kurze Regierungszeit des im Jugendalter verstorbenen Eduard wurde maßgeblich durch die Lordprotektoren Somerset und Warwick bestimmt.
Der junge Thronerbe wurde bereits zwölf Tage nach der Geburt zum Halbwaisen, da seine Mutter dem Kindbettfieber erlag. Seine ältere (Halb-)Schwester Maria wurde seine Taufpatin.
Bereits durch die Geburt erlangte Eduard den Titel Herzog von Cornwall. Heinrich VIII. wollte ihn auch zum Prinzen von Wales, dem traditionellen Titel des englischen Thronfolgers, ernennen. Bevor er jedoch dazu kam, verstarb er und Eduard folgte ihm auf den Thron nach.
Der Rat bestand überwiegend aus Personen, die bereits unter dem alten König an Einfluss gewonnen hatten und großteils zu den Befürwortern der religiösen Reformation gehörten. Die wichtigsten Mitglieder des Rates waren Eduard Seymour, Graf von Hertford, ein Bruder der verstorbenen Jane Seymour, sowie John Dudley Vicount Lisle und Sir William Paget.
Am 13. März 1547 bestätigte Eduard VI. die Mitglieder des Rates (außer dem Lordkanzler Thomas Wriothesley, 1. Graf von Southampton). König Eduard ernannte seinen Onkel Eduard Seymour zum Herzog von Somerset und gab ihm das Amt des Lordprotektors. Seymour wurde das Recht zuerkannt, den Rat nach eigenem Ermessen zu verändern.
Der Herzog von Somerset hing der Idee an, England und Schottland zu vereinen. Er beeinflusste König Eduard seinem primären Ziel nachzugehen. Gegen Ende des Jahres 1547 marschierte eine englische Armee in Schottland ein und brachte die schottischen Lowlands unter englische Kontrolle. Die Lowlands blieben von den Engländern besetzt. Der positive Verlauf der Schottlandpolitik des Herzogs wandte sich zum negativen mit der 1548 geschlossenen Verbindung zwischen Frankreich und Schottland. Die Tochter des schottischen Königs Jakob V., Maria Stuart, heiratete den französischen Thronfolger Dauphin Franz. Die englischen Truppen konnten unmöglich der schottischen wie der französischen Armee die Stirn bieten. Die Verbindung der beiden Länder beendete denn auch die weitergehenden Bemühungen des Herzogs in Schottland.
Die Unterstützung für den Eduard Seymour Herzog von Somerset schwand auch zunehmend im eigenen Land. Sein eigener Bruder, Thomas Seymour, versuchte den Vormund des jungen Königs zu stürzen. Das Komplott wurde 1549 aufgedeckt und Thomas Seymour des Hochverrats an der Krone angeklagt. Er wurde am 20. März des Jahres hingerichtet. Die Autorität des Vormunds im Land sank in den folgenden Monaten weiter und die auftretenden Probleme ließen ihn auch in der Gunst des Königs sinken. Schließlich begannen sich die einfachen Bauern zu erheben und erschütterten das Land mit Unruhen. Die zunehmenden innerpolitischen Probleme Englands nutzte Frankreich aus, um dem geschwächten England den Krieg zu erklären.
Der Tod des Königs wurde für einige Tage geheim gehalten, damit für die Vorbereitungen der Thronfolge Lady Janes genügend Zeit verblieb. Hohe Beamte der Regierung und der Behörden schworen der neuen Königin privat ihre Ergebenheit und Treue. Am 10. Juli 1553 wurde Jane offiziell zur Königin proklamiert und übernahm damit tatsächlich für neun Tage die Herrschaft über England. Bereits am 19. Juli wurde sie von Marias Anhängern gestürzt und Maria zur Königin ernannt. Die Thronfolge Lady Janes wurde als eine unter Zwang herbeigeführte Tat widerrufen und ihre Erbfolge für ungesetzlich erklärt. Jane musste die Krone an Maria abtreten. Demzufolge war Maria I. Königin von England die de jure Nachfolgerin von Eduard VI., aber de facto folgte ihm Lady Jane Grey als Johanna nach.
Nach dem Tod des erst fünfzehn Jahre alten Eduard kursierten Gerüchte, der König habe überlebt. Die Hoffnungen des Volkes nutzen einige Betrüger aus und gaben sich als König Eduard aus und forderten ihren rechtmäßigen Anspruch auf den Thron ein. Bis in die Herrschaft Elisabeths hinein tauchten immer wieder falsche Eduards auf. Die Geschichte um die falschen Eduards inspirierte einige Autoren zu Romanen, darunter Mark Twain („The prince and the pauper“ - deutsch „Prinz und Bettelknabe“).
Edward VI. wurde in der Westminster Abbey vor einem Altar begraben. Lediglich eine kleine Grabplatte mit seinem Namen ziert die Ruhestätte des jungen Königs.
Unter Eduard wurde die anglikanische Kirche erstmals auf einen protestantischen Kurs gebracht. Seine Nachfolgerin Maria I. Königin von England machte allerdings im Zuge der Rekatholisierung Englands viele Reformen rückgängig.
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