Eduard Schewardnadse (georgisch ; russisch /Eduard Amwrosjewitsch Schewardnadse; * 25. Januar 1928 in Mamati, West-Georgien) ist ein georgischer Politiker. Er war von 1985 bis 1990 Außenminister der Sowjetunion und von 1995 bis 2003 Präsident Georgiens.
Er trat 1946 der Kommunistischen Partei bei. 1959 wurde er Mitglied des Obersten Sowjets der Georgischen SSR und war von 1965 bis 1972 georgischer Innenminister sowie von 1972 bis 1985 Erster Sekretär der Kommunistischen Partei der Georgischen SSR. Von 1985 bis 1990 wurde er überraschend Außenminister der Sowjetunion und leitete mit Michail Gorbatschow eine außenpolitische Wende ein. Dem Prozess der deutschen Wiedervereinigung und den 2 plus 4 Verhandlungen stand er eher zurückhaltend gegenüber, wurde darin aber von Gorbatschow überstimmt.
Schewardnadse war der zweite Präsident Georgiens nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. 1992 wurde der georgische Präsident Swiad Gamsachurdia durch einen Putsch abgelöst. Die Putschisten riefen Schewardnadse ins Land und ernannten ihn zum Vorsitzenden des georgischen Staatsrates. „Ich wusste, dass ich nicht legitimiert war, das Amt des Staatschefs zu übernehmen“, sagte Schewardnadse später: „Aber ich war mir sicher, dass nur ich Georgien aus Chaos und Krise herausholen und zur Demokratie würde führen können.“ Im November 1995 wurde Schewardnadse mit 70 % der Stimmen zum Präsidenten gewählt und im Jahre 2000 in seinem Amt bestätigt.
Ab Mitte der 1990er Jahre versuchte Schewardnadse, politischen Nachwuchs heranzuziehen. Er holte junge engagierte Leute, die im Ausland studiert hatten, zurück nach Georgien. Der Nachwuchs wollte die überkommene Bestechungs- und Clankultur in Georgien nicht länger hinnehmen und geriet in Konflikt mit dem Präsidenten. Zu ihnen zählten Micheil Saakaschwili, Surab Schwania und Nino Burdschanadse, die bald die Opposition gegen ihn anführten.
Schewardnadses Block Für ein neues Georgien ging aus der Parlamentswahl vom 2. November 2003 offiziell als Sieger hervor. Opposition und internationale Wahlbeobachter warfen dem Präsidenten und seiner Partei jedoch vor, die Wahlen gefälscht zu haben.
Mit Demonstrationen und Aufrufen zum zivilen Ungehorsam erzwang die Opposition in der samtenen Revolution den Rücktritt Schewardnadses. Nachdem oppositionelle Demonstranten am 22. November 2003 das Parlamentsgebäude und die Staatskanzlei gestürmt hatten, reichte Schewardnadse am 23. November seinen Rücktritt ein. Obgleich er noch am Abend zuvor den Ausnahmezustand ausgerufen hatte, verzichtete er darauf, die Armee gegen die Demonstranten einzusetzen.
Mit der neuen georgischen Regierung zeigte er sich ein Jahr nach dem Machtwechsel versöhnt. Er bezeichnete sie als sehr junge talentierte Leute, die Erfolg haben werden. Im April 2004 bat die UNO Schewardnadse, Berater von Generalsekretär Kofi Annan zu werden. Er ist Mitglied im Club of Rome.
Wegen seiner politischen Fähigkeiten bekam er in Georgien den Spitznamen Tetri Melia (dt. Weißer Fuchs). Er war mit der Journalistin Nanuli Zagareischwili-Schewardnadse verheiratet. Sie starb am 20. Oktober 2004 in Tiflis an einem Herzinfarkt.
Er hat eine Tochter und einen Sohn. Tochter Manana ist Direktorin der Georgischen Fernsehfilm-Studios. Sohn Paata ist Chef des UNESCO-Büros in Tiflis.
Mann | Georgier | Sowjetbürger | Außenminister (UdSSR) | Präsident (Georgien) | Geboren 1928 | Club of Rome
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