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Edle Weinrebe
Illustration Vitis vinifera0.jpg
: Rosenähnliche (Rosidae)
: Vitales
: Weinrebengewächse (Vitaceae)
: Reben (Vitis)
: Euvitis
: Echte Weinrebe (Vitis vinifera)
: Edle Weinrebe
Wissenschaftlicher Name Vitis vinifera subsp. vinifera L. Die Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera) ist eine Unterart der Echten Weinrebe innerhalb der Gattung der Rebe (Vitis). Ihre Früchte werden systematisch angebaut um Weintrauben zu ernten, die als Tafeltrauben und Rosinen in den Handel kommen, bzw. zu Wein oder Traubensaft weiter verarbeitet werden.

Geschichte


Die Weinrebe gehört zu den ältesten Kulturpflanzen, die um 3.500 v. Chr. schon den Ägyptern, den Babyloniern und den Indern bekannt war und kultiviert worden ist. Auch die alten Griechen und die Römer betrieben Weinbau. Von den Römern wurden die Reben nach Deutschland und auch nach Britannien gebracht. Wegen der unterschiedlichsten Klimaten und Standorten entwickelten sich in Europa zahllose Rebsorten, die durch Züchtungen weiterentwickelt wurden und werden und nach denen die Weinreben und die daraus erzeugten Weine klassifiziert werden.

Biologie


Die Weinrebe ist eine sympodial aufgebaute Liane die eine Wuchshöhe zwischen 2 bis 10 Meter erreichen kann. Die Spitze jedes Sympodialgliedes (mit zwei Knoten) endet in eine Sprossranke, die seitlich abgedrängt wird. Jedes Sympodialglied entspricht einem Langtrieb oder Lotte. Zudem gehen aus den Achseln der Blätter aus Beiknospen Kurztriebe hervor, die man als Geizen bezeichnet und die der Winzer „ausgeizt“, weil diese die Entwicklung der gleichzeitig wachsenden Blüten- bzw. Fruchtstände hemmen, indem sie diesen Nährstoffe wegnehmen und die Durchlüftung des Weinstocks behindern. Die fünfzählig gelappten Laubblätter sind lang gestielt und im Umriss rundlich bis herzförmig.

WeinrebeBlütenstand.jpg Die Blütenstände oder Gescheine treten im Mai bis Juni auf. Nach der botanisch-morphologischen Definition handelt es sich bei den Blütenständen nicht um Trauben sondern um Rispen. Die Blüten sind meist zwittrig.

Ab September erscheinen die kugeligen Früchte die zwischen 6-22mm groß werden. Je nach Kultursorte sind diese grün, gelb, dunkelpurpur oder blauviolett.

Nutzung


Weintrauben.Weiss.JPG Die Trauben werden im Herbst gelesen und als Tafeltrauben roh gegessen, oder gemahlen und anschließend gepresst und zu Traubensaft oder Wein verarbeitet. Die Pressrückstände, der sogenannte Trester oder Treber, dienen als Viehfutter, Düngemittel oder zum Heizen. Meist wird der Trester nach dem Pressen gleich auf die Rebflächen als Dünger ausgebracht. Außerdem wird aus dem Trester der Schnaps Tresterbrand gewonnen. Der Saft wird zur Herstellung von Wein, Sekt, Weinbrand und Weinessig oder Traubensaft weiter verarbeitet.

Des Weiteren werden Rosinen aus Weintrauben gewonnen. Kernlose helle Rosinen heißen Sultaninen. Korinthen werden aus kleineren roten Beeren gewonnen.

Die Traubenkerne werden seit den 1990er Jahren wieder vermehrt zu Traubenkernöl gepresst. Dennoch spielt es nur eine sehr geringe wirtschaftliche Rolle.

Mit Reis oder Fleisch gefüllte Weinblätter sind eine Spezialität der Mittelmeerküche. Auch zum Einlegen von Gemüse werden manchmal Weinblätter mitverwendet.

Das Holz der Weinrebe hat wegen seiner Knorrigkeit und geringen Stabilität wenig Nutzwert, wird aber zum Heizen und manchmal zum Schnitzen benutzt.

Medizinische Nutzung


Präparate aus rotem Weinlaub (Antistax) werden traditionell zur Bekämpfung von Venenleiden z.B. von Krampfadern genutzt. Als Wirkstoffe enthalten sie Flavonoide z.B. von Quercetin.

Extrakte aus Traubenschalen enthalten die Wirkstoffe Resveratrol und oligomeres Proanthocyanidin (OPC). Resveratrol ist ein Trihydroxystilben. Es hat viel versprechende antikanzerogene Eigenschaften und schützt Herz und Blutgefäße. In der Pflanze wirkt es als Phytoalexin und schützt sie vor Pflanzenkrankheiten, wie z.B. vor Pilzinfektionen. OPC wirkt als Antioxidans und Radikalfänger.

Extrakte aus Traubenkernöl enthalten 80-85% OPC neben Resveratrol. Etwa 50-100mg Extrakt werden als Tagesdosis empfohlen.

Schadorganismen und Krankheiten der Weinrebe


Weinlaub_im_Herbst.JPG

An der Weinrebe treten zahlreiche Schädlinge und Krankheiten auf. Zudem können aufgrund ungünstiger Standortsbedingungen physiologische Störungen auftreten, die zu Ertragsminderungen oder -ausfällen führen können.

Einige Rebschädlinge wurden im 19. Jahrhundert mit der Amerikanerrebe aus Amerika importiert. Sowohl die

  • Reblaus (Phylloxera), welche im 19. Jahrhundert (ab 1865) fast zum völligen Ersterben des europäischen Weinbaus führte als auch
  • echter Mehltau (der Rebe: Oidium Tuckerii, Uncinula necator) und
  • falscher Mehltau (Plasmopara viticola, Peronospora)
sind aus der „neuen Welt“ importierte Probleme, gegen die die Amerikanerreben widerstandfähig sind, die europäischen Sorten dagegen nicht.

Die bisher einzig wirksame Maßnahme gegen die Reblaus ist die Pfropfung von Europäerreben auf „amerikanische“ Unterlagen. In Weinbaugebieten ist es heute noch verboten, (nichtgepfropfte) Stecklinge von einheimischen Reben anzupflanzen. Dies betrifft nicht den privaten Anbau außerhalb von Weinbaugebieten.

Den Traubenwickler bekämpft man inzwischen recht erfolgreich durch den Einsatz von Pheromonen. Im Weinbau wird dies als Verwirrmethode bezeichnet.

In neuerer Zeit wird versucht, durch Kreuzungen gegen Pilzinfektionen (echter oder falscher Mehltau) weitgehend resistente Sorten zu züchten. Aus diesem Bemühen sind z. B. die – inzwischen auch im kommerziellen Weinbau eingesetzten Sorten – Regent (rot) und Phoenix (weiß) entstanden.

Weinreben in Drieschen, also nicht mehr gepflegten Beständen, sind besonders anfällig für Schädlinge und Krankheiten.

Literatur


Weblinks


Weinrebengewächse | Feldwirtschaft | Wein

 

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