Edi Rama (* 1964 in Tirana, Albanien) ist ein albanischer Politiker und Künstler.
Zur Zeit des Sturzes des kommunistischen Regimes war er als Lektor an der Akademie der Künste tätig, wo er bereits zum Maler ausgebildet wurde. In der jungen albanischen Demokratie gehörte er der politischen Mitte an. Bald setzte jedoch seine Enttäuschung über die Korruptheit der regierenden Demokratischen Partei unter Sali Berisha ein. Er kritisierte das Regime immer wieder. Zeitgleich begann seine Karriere als international anerkannter Künstler.
1997 wurde Edi Rama von Sicherheitskräften zusammengeschlagen, was er nur knapp überlebte. Er sah sich nach seiner Genesung gezwungen, nach Paris zu emigrieren.
Im selben Jahr brach in Albanien ein breit angelegtes Pyramidensystem zusammen. Der Großteil der Bevölkerung hatte sämtliche Ersparnisse dafür aufgebracht, die nun komplett verloren waren und die meisten Familien ruinierten. Da das korrupte Regime den Anlagebetrug forciert und daran mitverdient hatte, brachen Unruhen aus, die zum Umsturz führten.
1998 weilte Rama anlässlich der Beerdigung seines Vaters wieder in Albanien. Der neue Staatschef Fatos Nano (Sozialistische Partei) berief den ehemaligen Basketballer als Minister für Kultur, Jugend und Sport in die Regierung. Als eine seiner ersten Amtshandlungen ließ Rama Kinos eröffnen, in denen internationale Filme gezeigt wurden, um so der mentalen Isolation vieler Albaner entgegenzuwirken.
Im Oktober 2000 zog er als neuer Oberbürgermeister ins Rathaus von Tirana ein. Als unabhängiger Kandidat hatte er mit Unterstützung der Sozialistischen Partei 57% der Stimmen auf sich vereinigen können. Kurz nach der Wahl wurde von Unbekannten am 9. November ein Attentat auf ihn verübt, dem er aber entging.
Seit der Übernahme des Oberbürgermeisteramtes hat sich viel in der Hauptstadt verbessert. Rama ließ illegal errichtete Gebäude und Kioske abreißen. Er reinigte zusammen mit Soziologiestudenten jeden Samstag einen Stadtteil, ließ die Lana entmüllen und Parkbänke aufstellen. Allein im Jahr 2000 wurden 96.700 Quadratmeter begrünt und fast 1.800 Bäume in den neuen Parkanlagen aufgestellt. Ehedem triste, graue Gebäude wurden nach und nach in bunten Farben und Mustern gestrichen. So sollte den Menschen die geteilte Verantwortung für ihre Stadt bewusst gemacht und das Vertrauen in die Regierung gestärkt werden. Ziel war es auch, die Stadt attraktiver für Ausländer zu machen. Ramas Kritiker bemängeln, er würde zu viel Aufmerksamkeit auf Kosmetik richten.
Im Herbst 2003 ist Rama der Sozialistischen Partei Albaniens beigetreten. Er kandidierte - chancenlos - gegen den Amtsinhaber Fatos Nano als Parteivorsitzenden. Erst im Oktober 2005 wurde er in dieses Amt gewählt, nachdem Nano sich aus der Politik zurückgezogen hatte.
Am 28. Dezember 2003 wurde Rama mit 59% der Stimmen als Oberbürgermeister Tiranas wiedergewählt. Seither lag ein Schwerpunkt seiner Tätigkeiten in der Erstellung einer Stadtplanung für die albanische Hauptstadt, deren Bevölkerung sich seit 1990 mehr als verdoppelt hatte.
Im Herbst 2004 ließ die Internet-Community "City Mayors" * von der Internet-Gemeinschaft den Bürgermeister des Jahres erküren. Die 35'000 Teilnehmer wählten Edi Rama zum World Mayor 2004.
Mann | Albaner | Politiker (Albanien) | Geboren 1964
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