article

Edelhirsche
Rothirsch_nam.jpg
: Paarhufer (Artiodactyla)
: Wiederkäuer (Ruminantia)
: Hirsche (Cervidae)
: Cervinae
: Edelhirsche
Wissenschaftlicher Name Cervus

Die Edelhirsche (Cervus) sind eine Gattung der Hirsche, deren bekanntester Vertreter der Rothirsch ist. Sie sind schlanke Tiere, deren Männchen ein Stangengeweih mit mindestens drei nach vorn gerichteten Sprossen besitzen. Während der Rothirsch eine sehr weite Verbreitung über Eurasien und Nordamerika hat, sind alle anderen Arten in Süd- und Ostasien verbreitet.

Rothirsch, Sikahirsch, Sambar, Barasingha


Neben dem Rothirsch (Cervus elaphus) sind vor allem der Sikahirsch (Cervus nippon), der Sambar (Cervus unicolor) und der Barasingha (Cervus duvaucelii) recht bekannte Arten. Sie werden daher in eigenen Artikeln behandelt.

Mähnenhirsch


Der Mähnenhirsch (Cervus timorensis) ist dicht mit dem Sambar verwandt, aber deutlich kleiner. Seine Schulterhöhe beträgt 1 m, sein Gewicht 50 bis 70 kg. Sein natürliches Verbreitungsgebiet umfasst offenbar nur die Inseln Java und Bali; durch den Menschen wurde er aber schon frühzeitig auf anderen indonesischen Inseln wie Sulawesi, Timor und einigen Molukken-Inseln eingebürgert, in jüngerer Zeit dann auch in Australien, Neuseeland und Neukaledonien sowie auf Madagaskar und Mauritius.

Philippinenhirsch


Der Philippinenhirsch (Cervus mariannus) ist mit einer Schulterhöhe von 65 cm und einem Gewicht von 40 bis 60 kg noch kleiner. Er lebt auf den Inseln Luzon, Mindoro und Mindanao sowie einigen kleineren, ebenfalls zu den Philippinen gehörenden Inseln. Hier bewohnt er verschiedene Habitate von offenem Buschland bis zu tropischem Regenwald. Es haben sich zahlreiche Unterarten gebildet, die sich in der Färbung so voneinander unterscheiden, dass E. H. Taylor 1934 in seinem Werk Philippine Land Mammals noch acht verschiedene Arten beschrieb, die nach heutiger Auffassung aber alle dieser Art zuzuordnen sind.

Prinz-Alfred-Hirsch


Der Prinz-Alfred-Hirsch (Cervus alfredi) ist eine der am wenigsten bekannten Arten der Gattung. Er lebt in Regenwäldern der zu den Philippinen gehörenden Visayas-Inseln. Dem Philippinenhirsch ist er so ähnlich, dass er manchmal als eine weitere Unterart angesehen wird. Allerdings soll er einen schmaleren Schädel haben, und als einziger Hirsch dieser Region hat er auch als Alttier ein geflecktes Fell. Einst lebte er auf zehn Inseln, heute aber nur noch auf den Inseln Negros und Panay und vielleicht auf Leyte und Samar. Die IUCN führt diese Art als bedroht.

Schomburgk-Hirsch


Der Schomburgk-Hirsch (Cervus schomburgki) ist wahrscheinlich ausgestorben. Er bewohnte Sumpfgebiete in Südthailand. "Grzimeks Tierleben" nannte ihn eine Unterart des Barasingha, was aber wegen des abseits gelegenen Verbreitungsgebiets und deutlicher morphologischer Unterschiede unwahrscheinlich ist. Er war dunkelbraun und hatte ein stark verzweigtes, vielendiges Geweih.

Die Sümpfe der thailändischen Küstenebenen waren bereits um 1900 trockengelegt. Die wenigen Überlebenden dieser Art wurden auch noch gejagt. 1932 wurde der letzte lebende Schomburgkhirsch in der Wildnis geschossen. 1938 starb das letzte in einem Zoo gehaltene Exemplar. Seitdem waren mehrere Suchexpeditionen in Thailand erfolglos. Aufsehen erregte 1991 die Meldung, dass auf einem Markt in Laos das Geweih eines im Vorjahr geschossenen Tieres zum Kauf angeboten wurde, das wahrscheinlich einem Schomburgk-Hirsch gehört hatte. Manche Zoologen glauben daher, dass die Expeditionen an der falschen Stelle gesucht hätten und dass die Art noch im Norden Laos' leben könnte.

Leierhirsch


Burma-thamin.jpg Der Leierhirsch oder Thamin (Cervus eldii) ist wiederum ein großer Hirsch mit 130 cm Schulterhöhe und 100 kg Gewicht. Er war weit über das Festland Südostasiens verbreitet. Man unterscheidet drei Unterarten: Vom Myanmar-Leierhirsch oder Burma-Leierhirsch (C. e. thamin) aus Myanmar existieren noch 2000 bis 3000 Tiere. Dagegen ist der Thailand-Leierhirsch (C. e. siamensis) aus Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam in seinem Bestand stark zurückgegangen. In Thailand, dem namengebenden Land dieser Unterart, ist er ganz ausgestorben, lebt aber noch in größerer Zahl in Vietnam und Kambodscha und wahrscheinlich auch in Laos. Stark bedroht ist der Manipur-Leierhirsch (C. e. eldii), der einst im Osten Indiens lebte und inzwischen nur noch im Bundesstaat Manipur überlebt hat. Dort war die Bestandszahl 1975 auf vierzehn Tiere abgesunken. Inzwischen gibt es im Keibul-Lamjao-Nationalpark wieder über hundert Tiere, die Unterart lebt aber nirgendwo sonst.

Weißlippenhirsch


Der Weißlippenhirsch (Cervus albirostris) ist eine wenig bekannte Art aus dem östlichen Tibet. Mit einer Körperhöhe von 130 cm und einem Gewicht von 125 bis 200 kg ist dies ein sehr großer Hirsch. Er lebt in Nadelwäldern und auch oberhalb der Baumgrenze in Höhen von 3500 bis 5000 m. Durch unkontrollierte Jagd wurden die Bestandszahlen stark vermindert, liegen aber wegen der Weitläufigkeit des Verbreitungsgebiets nach einer jüngeren Schätzung immer noch bei über 50.000 Tieren.

Taxonomie


Die meisten Zoologen unterscheiden die oben genannten zehn Arten. Eine elfte Art, der Wapiti (früher Cervus canadensis), wird heute nicht mehr als eigenständige Spezies, sondern als nordamerikanische Form des Rothirsches angesehen.

In jüngerer Zeit gibt es Ansätze, die Gattung Cervus aufzulösen. Grund dafür sind Untersuchungen der Verwandtschaft zwischen den Edelhirschen und Vertretern anderer Hirschgattungen, die vor allem von Emerson und Tate in ihrem Werk A genetic analysis of evolutionary relationships among deer vorgestellt wurden. Demnach sind der Sambar und der Mähnenhirsch dichter mit dem Damhirsch, dem Axishirsch und dem Schweinshirsch als mit anderen Edelhirschen verwandt. Der Rothirsch und der Sikahirsch sollten wiederum eine gemeinsame Klade mit dem Davidshirsch bilden.

Weblinks


}}

Paarhufer

Елени | Cervus | Cervus | Cervus | Cervus

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Edelhirsche".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld