| Gruppe | 18 |
| Hauptgruppe | 8 |
| Periode | |
| 1 | 2 He |
| 2 | 10 Ne |
| 3 | 18 Ar |
| 4 | 36 Kr |
| 5 | 54 Xe |
| 6 | 86 Rn |
| 7 | 118 Uuo |
Als Edelgase werden die Elemente der 8. Hauptgruppe des Periodensystems bezeichnet (früher auch: Nullgruppe; nach der neueren Nummerierung der IUPAC: Gruppe 18). Es sind die Elemente: Helium, Neon, Argon, Krypton, Xenon und Radon.
Alle Edelgase sind farb- und geruchlose, nicht brennbare und kaum wasserlösliche Gase. Sie kommen atomar statt molekular vor, da sie chemisch nahezu keine Verbindungen eingehen können. Der Grund hierfür ist, dass die Energieniveaus (veraltet: „Schalen“) des Atoms abgeschlossen (d. h. vollständig mit Elektronen aufgefüllt) sind. Für ein genaueres Verständnis benötigt man die Quantenmechanik; einige wenige Edelgasverbindungen (wie z.B. XePtF6) und Einschlussverbindungen (Clathrate) konnten inzwischen erzeugt werden.
Edelgase kommen von Natur aus in der Erdatmosphäre, also unserer Luft vor. Aber nur 0,00016% der 5,24 ml Helium pro m3 Luft bestehen aus dem Nuklid 3Helium. Der Gehalt in der Luft beträgt:
| Argon | 0,934 | Vol.-% | = | 9,34 | l/m3 |
| Neon | 18,18 | ppm | = | 18,18 | ml/m3 |
| Helium | 5,24 | ppm | |||
| Krypton | 1,14 | ppm | |||
| Xenon | 0,087 | ppm | = | 87 | ppb |
| Radon | Spuren |
Die Edelgase werden in „Luftzerlegungsanlagen (LZA)“ und Niederdruck-Sauerstoff-Anlagen durch fraktionierte Destillation der Luft bzw. der Roh-Argon-Fraktion der LZA dargestellt (Luftverflüssigung). Aufgrund ihrer Seltenheit sind Krypton, Xenon und Neon wesentlich teurer als Argon und Helium.
Das meiste Helium wird aus Erdgasen gewonnen, in dem es bis zu ca. 8 % vorhanden ist, vor allem amerikanischen Quellen weisen einen hohen Heliumanteil auf. Bei der Abkühlung des Erdgases auf –205 °C bleibt nur Helium gasförmig zurück. Argon fällt zudem als Nebenprodukt bei der Ammoniak-Synthese (siehe Haber-Bosch-Verfahren) an, da es sich mit ca. 10 % im Gasgemisch anreichert.
Ihre Atome weisen in der Außenschale acht Elektronen auf. Eine Ausnahme dabei ist Helium, das nur zwei Elektronen in der Außenschale besitzt. Da die erste Schale nicht mehr Elektronen binden kann, hat das Atom trotzdem ebenfalls die höchstmögliche Anzahl an Außenelektronen. Diese so genannte Edelgaskonfiguration ist energetisch betrachtet der Idealzustand eines Atoms. Alle Elemente streben einen derartigen Zustand an was in chemischen Reaktionen mündet aus denen Moleküle oder Ionen hervorgehen. Vereinfacht gesagt streben Atome eine Edelgaskonfiguration an, allerdings ist der Sachverhalt um einiges komplizierter und steht z.B. im Widerspruch zum Reaktionsverhalten der Edelmetalle.
Im Unterschied zu allen anderen gasförmigen Elementen bzw. sämtlichen Nichtmetallen kommen die Edelgase daher in der Luft nicht molekular, sondern nur einatomig vor. Es gibt dennoch einige, wenige Beispiele für künstlich erzeugte Verbindungen, die Edelgase enthalten: XeF6, XeF4, XeF2, KrF2. Diese entstehen jedoch ausschließlich unter Zwang und sind weniger stabil als die elementaren Edelgase.
Es ist zudem die einzige Substanz ohne Tripelpunkt, das heißt, es lässt sich nach der Verflüssigung fast nicht mehr Verfestigen. Verflüssigtes Helium wird stattdessen nahe dem absoluten Nullpunkt „suprafluid“: Es fließt absolut reibungsfrei – notfalls sogar die Gefäßwand hinauf (Onnes-Effekt; im 100 Atomschichten dicken Rollin-Film, nur mit der Quantentheorie erklärbar), und es muss Wärme zugeführt werden, um es so nahe am absoluten Nullpunkt noch verfestigen zu können.
Benannt wurde Helium nach der Sonne (griech.: "helios"), da es bei der totalen Sonnenfinsternis von 1868 durch P. Janssen im Spektrum der Sonnenprotuberanzen entdeckt wurde (Spektralanalyse). P. Janssen hielt das so neuentdeckte Element für ein Metall (bis dahin waren Spektren nur bei Metallen gefunden worden) weshalb er dem Namen die für Metalle übliche Endung -ium anhängte anstatt der üblichen Endung für Edelgase -on.
Erst 1895 konnte Helium auf der Erde isoliert werden (William Ramsay), indem man uran- und thoriumhaltige Mineralien im Vakuum erhitzte (Porzellanrohr, 1200°C). Erst 1917 konnte es dann auch durch Erdgas- und Luftverflüssigung gewonnen werden.
Schmelztemperatur: -272,2°C bzw. 0,96 K (bei einem Druck von 24,5 bar)
Siedetemperatur: -269,0°C bzw. 4,2 K
Es ist insbesonders aus der Beleuchtungstechnik bekannt, da es in Leuchtröhren scharlachrotes Licht emittiert. Es wird zunehmend aber auch als Kühlmittel in der Kältetechnik genutzt
Neon bedeutet das „Neue“ (von griech. „neon“,neu); es wurde für ein so einfaches chemisches Element relativ spät, erst 1898 von William Ramsay und Morris William Travers entdeckt.
Schmelztemperatur: -248,6°C bzw. 24,6 K
Siedetemperatur: -246,1°C bzw. 27,1 K
Im Labor kann Argon daher – wenn man die Spuren restlicher Edelgase vernachlässigt – auch gewonnen werden, wenn mit Natronkalk getrocknete und von Kohlendioxid gereinigte Luft über glühendes Kupfer geleitet und danach mit Magnesium erhitzt wird, so dass der Sauerstoff als Kupfer-II-oxid und der Stickstoff als Magnesiumnitrid Mg3N2 gebunden werden. Das Restgas (Rohargon) besteht zu 99,8% aus Argon.
Argon kommt von dem altgriechischen Wort "argos", welches "träge" bedeutet und sich auf das Reaktionsverhalten dieses Edelgases bezieht. Es wurde 1894 von John William Strutt und William Ramsay entdeckt.
Schmelztemperatur: -189,4°C bzw. 83,8 K
Siedetemperatur: -185,9°C bzw. 87,3 K
Krypton kommt vom altgriechischen Wort "kryptos", was "verborgen" bedeutet. Es wurde wie Neon 1898 durch William Ramsay und Morris William Travers entdeckt.
Schmelztemperatur: -157,4°C bzw. 115,8 K
Siedetemperatur: -153,4°C bzw. 119,8 K
Xenon wirkt außerdem in bestimmten Konzentrationsbereichen narkotisierend und wird derzeit als bessere Alternative zu bisherigen Narkosemitteln getestet, die immer noch mit Risiken verbunden sind.
Xenon kommt von dem altgriechischen Wort "xenos", was fremd bzw. unbekannt bedeutet. Es wurde ebenfalls 1898 durch William Ramsay und Morris William Travers entdeckt.
Schmelztemperatur: -111,9°C bzw. 161,3 K
Siedetemperatur: -115,6°C bzw. 165,0 K
Der Name Radon wurde von Radium abgeleitet aus dem es ausgast, dessen Name leitet sich vom lateinischen Wort "radius" - Strahl ab; beide Elemente sind stark radioaktiv. Es wurde wurde 1900 von Friedrich Ernst Dorn entdeckt, konnte aber erst 1908 von William Ramsay und Robert Whytlaw-Gray isoliert und näher bestimmt werden. Sie nannten das Element zuerst Niton nach dem lateinischen Wort "nitens" - leuchtend. Der Name Radon ist erst seit 1923 gebräuchlich.
Schmelztemperatur: -71,2°C bzw. 202 K
Siedetemperatur: -62,2°C bzw. 211 K
Die Lichtausbeute beträgt ca. 30 lm/W, die Leuchtdichte ca. 3 · 103 cd/m2. Die Lebensdauer beträgt, je nach Füllgas, bis zu 20 Jahre. Sie ist unabhängig von Ein- und Ausschaltvorgängen; eine Eigenschaft, die für blinkende Leuchtreklame vorteilhaft ist.
Unter dem Namen "Kaltlichtkathodenlampen" werden Leuchtröhren als Hintergrundbeleuchtung von Flachbildschirmen, als Lichtquelle in Scannern oder als dekorative Beleuchtung (Modding) in PCs eingesetzt.
Die Farbe der Leuchtröhre ist abhängig von der Art des eingefüllten Gases, Gasgemisches bzw. der ebenfalls verwendeten, alterungsanfälligen Nicht-Edelgase (siehe unter Leuchtröhre).
Die ersten Leuchtröhren waren mit Neon gefüllt. Umgangssprachlich werden Leuchtstoffröhren oder Kaltlichtkathodenlampen daher noch heute, unabhängig von der Farbe, als Neonröhren bezeichnet.
Daraus folgert bei einer identischen Druckexposition, dass bei einem Tauchgang mit einem He-N2-O2-Gemisch verglichen mit einem N2-O2-Gemisch ein höherer Inertgaspartialruck in den Geweben vorhanden sein wird. Daher ist auch nicht, wie vielfach vermutet, die Gefahr einer Dekompressionskrankheit vermindert wenn mit He getaucht wird, sondern diese ist, abhängig vom Heliumanteil im Atemgasgemisch, fallweise erhöht. Es ergeben sich daher andere Auftauchstrategien (i. e. verminderte Geschwindigkeiten, länge Dekompressionsaufenthalte, Dekompression mit reinem O2).
Argon dient daher in großen Mengen als Schutzgas bei bestimmten Schweißvorgängen. Immer wenn luftempfindliche, also oxidierbare Metalle geschmolzen oder verschweißt werden (z.B. Aluminium, Magnesium, Titan, Molybdän), so verhindert es den Luftzutritt, der Oxid- und Nitridbildung oder gar Selbstentzündung der Leichtmetalle zur Folge haben kann. Das Lichtbogenschweißen unter Edelgasatmosphäre erspart zudem den Einsatz von Flussmittel.
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In der Kerntechnik verwendet man es als Kühlmittel, da es nicht radioaktiv wird und einen geringen Neutronenabsorptionsquerschnitt hat.
Weiter dient es zur Aufrechterhaltung von extrem niedrigen Temperaturen, zum Beispiel bei der Kühlung der Sensoren von Infrarot-Teleskopen in Satelliten, als Kühlmittel, da es den tiefsten Siedepunkt aller Substanzen hat.
In Flüssigtreibstoffraketen ersetzt Helium oft den Treibstoff, der von Turbopumpen aus den Tanks gesaugt wird, und sorgt so dafür, dass diese nicht durch den entstehenden Unterdruck implodieren. Bei anderen Flüssigraketen befördert das in Hochdrucktanks gespeicherte Helium den Treibstoff durch diesen hohen Druck in die Triebwerke.
Xenon findet wegen seines hohen Molekulargewichts seiner leichten Lager- und Förderfähigkeit sowie seiner Ungiftigkeit als Antriebsmedium in Ionenantrieben in der Raumfahrt Verwendung, obwohl die Ionisierbarkeit schwieriger ist, als bei dem früher bevorzugten, aber giftigen Quecksilber.
Des Weiteren wird die Reaktionsträgheit der Edelgase in Glühlampen eingesetzt (aus Kostengründen meist Argon oder Krypton), um eine Reaktion anderer Gase mit dem oft über 2000°C heißen Wolframdraht zu vermeiden.
Edelgasatmosphären sind ideale Medien, um chemische Reaktionen zu verhindern und reaktive Materialien zu schützen.
Das Edelgas befindet sich dann in den Hohlräumen des Wirtsgitters und wird durch van-der-Waals-Wechselwirkung an seiner Position gehalten. z. B. β-Hydrochinon-Clathrat*3E (E=Ar, Kr, Xe)
Mögliche Besetzung der Hohlräume: Ar=67%, Kr=67 bis 74%, Xe=88%
Nur die in vergleichsweise größeren Mengen benötigten Edelgase Helium und Argon werden auch in Tanklastwagen zu Großverbrauchern transportiert.
Stoffgruppe | Edles Material | Edelgas | Tauchen | Chemie | Anorganische Chemie
غاز نبيل | Gas noble | Благороден газ | Gas noble | Inertní plyn | Ædelgas | Noble gas | Nobla gaso | Gas noble | Väärisgaasid | گازهای نجیب | Jalokaasu | Tey Óvirknu Loftevnini | Gaz noble | גז אציל | Plemeniti plinovi | Nemesgáz | Gas mulia | Eðallofttegund | Gas nobili | 第18族元素 | 비활성 기체 | Inertinės dujos | Cēlgāzes | Gas nadir | Eddelgas | Edelgas | Edelgass | Edelgass | Gaz szlachetny | Gás nobre | Инертные газы | Noble gas | Vzácny plyn | Žlahtni plin | Племенити гас | Ädelgas | ก๊าซมีตระกูล | Soygaz | Khí hiếm | 稀有气体