Eddy Merckx (* 17. Juni 1945 in Meensel-Kiezegem, Belgien; bürgerlich ursprünglich Edouard Louis Joseph Merckx) ist ein ehemaliger belgischer Profi-Radrennfahrer. Er gewann je fünf Mal die beiden wichtigsten Rundfahrten, die Tour de France und den Giro d'Italia.
Merckx ist – gemessen sowohl an der Quantität wie der Qualität seiner Siege – der erfolgreichste männliche Radrennfahrer der Radsportgeschichte und gilt deshalb als einer der wenigen Sportler, denen das Prädikat „Bester aller Zeiten“ zugesprochen werden kann. Einzigartig war insbesondere seine Fähigkeit, in allen Bereichen des Radsports überragende Leistungen zu erbringen: Er gewann Eintagesklassiker, große Rundfahrten und Sechstagerennen, er dominierte bei Bergetappen, Zeitfahren und Sprints. Wegen seines unersättlichen Siegesdurstes wurde er auch der „Kannibale“ genannt.
Zählt man alle Rennen – also auch die in Holland und Belgien sehr beliebten „Kirmesrennen“ und andere kleinere Veranstaltungen – so hat Merckx zwischen 1965 und 1978 insgesamt über 530 Radrennen gewonnen. Nachgewiesen sind von der unten unter „Weblinks“ genannten Quelle „memoire du cyclisme“ folgende Zahlen:
Von 1969 bis 1975 gewann er siebenmal die Wertung Super Prestige Pernod, die zur damaligen Zeit der späteren Rad-Weltcup- bzw. UCI ProTour-Wertung entsprach.
1969 nahm er erstmals an der Tour de France teil und dominierte das Rennen gleich in überragender Manier: Neben dem Gesamtsieg holte er sieben Etappensiege, außerdem gewann er als einziger Fahrer der Geschichte gleichzeitig die Bergwertung (das Bergtrikot wurde allerdings erst 1975 eingeführt) und das Grüne Trikot des besten Sprinters. Damit hatte der Belgier schon als 24-Jähriger fast alle wichtigen Radrennen gewonnen. Gleichzeitig war dies aber erst der Beginn der „Ära Merckx“, wie die Jahre 1968–1975 später bezeichnet werden sollten. Er verbrachte diese Zeit hauptsächlich bei den Profiteams Faema (1968-1970) und Molteni (1971-1975).
Bis zu seinem Karriereende 1977 gewann Merckx, der aufgrund seines unstillbaren Angriffsgeistes den Spitznamen „Kannibale“ erhielt, mehr Rennen als jeder andere Fahrer und stellte zahllose Bestleistungen auf. So konnte er die Tour de France als zweiter von derzeit fünf Fahrern fünf Mal für sich entscheiden, trug das Gelbe Trikot insgesamt 96 Tage (Rekord) und holte 34 Etappensiege (Rekord). Die französische Sportzeitung L'Équipe wählte Merckx 2003 anlässlich der 100-Jahr-Feier der Tour de France zum größten Tour-Champion. 2004 verbesserte allerdings Lance Armstrong den Rekord im Hinblick auf die Zahl der Gesamtsiege; insgesamt gewann Armstrong die Tour sieben mal (1999-2005).
Doch im Gegensatz zu anderen Tour-Siegern siegte er auch in praktisch jedem anderen Rennen: So gewann er den Giro d’Italia ebenfalls fünf Mal (Rekord, zusammen mit Alfredo Binda und Fausto Coppi). Da er 1973 auch die Vuelta a España gewann, gehört er zu den insgesamt nur vier Fahrern, denen es gelang, alle drei Grand Tours zu gewinnen. Auch die Tour de Suisse gewann er einmal.
Zudem stehen für Merckx drei Straßen-Weltmeistertitel (Rekord, zusammen mit Alfredo Binda, Rik van Steenbergen und Óscar Freire) zu Buche. Außergewöhnlich ist auch seine Erfolgsliste bei den größten Eintagesrennen, den fünf so genannten Monumenten des Radsports. Jedes „Monument“ konnte er mindestens zweimal gewinnen (Rekord, nur Rik van Looy und Roger de Vlaeminck gelang jeweils mindestens ein Sieg):
Außerdem glänzte er bei den im Winter in der Halle ausgetragenen Sechstagerennen, wo er insgesamt 17 Mal gewann. 1972 holte er sich in Mexico City auch den Stundenweltrekord: Mit einem normalen Bahnrad fuhr er in 60 Minuten 49,431 km weit. Dieser Weltrekord wurde unter gleichen Bedingungen – Verwendung eines normalen Bahnrades mit dem traditionellen Bügellenker, der eine wesentlich ungünstigere Aerodynamik erzwingt – erst 30 Jahre später überboten.
Im Jahre 1996 wurde Merckx der Titel eines Baron zuerkannt. In Brüssel wurde 2003 eine U-Bahn-Station eröffnet, die nach Eddy Merckx benannt ist.
Im Dezember 2005 erreichte der ehemalige Radprofi im belgischen Fernsehen bei einer Wahl zum größten Belgier aller Zeiten den dritten Platz und war dabei der am Höchsten eingestufte noch lebende Kandidat.
Sein Sohn Axel Merckx fährt erfolgreich für die Schweizer Mannschaft „Phonak Hearing Systems“ und gewann bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen eine Bronzemedaille. Er und seine Frau Jodi, sowie Eddy Merckx' Tochter Sabrina machten ihn zum vierfachen Großvater.
Mann | Radsportler (Belgien) | Tour-de-France-Sieger | Geboren 1945 | Weltmeister (Radsport)
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