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Ed Wood, mit vollem Namen Edward Davies Wood jr., (* 10. Oktober 1924 in Poughkeepsie, New York; † 10. Dezember 1978 in Hollywood, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmregisseur zahlreicher B-Movies.

Lebenslauf


Ed Wood wurde postum der Titel schlechtester Regisseur aller Zeiten in dem Buch The Golden Turkey Awards verliehen.

Ed Wood träumte wie viele von einer großen Karriere in Hollywood. Doch fehlten ihm zu allen Zeiten finanzielle Mittel und - nach Meinung vieler - Talent.

Jedoch gelang es Ed Wood immer wieder, Sponsoren und Produzenten für seine teils haarsträubenden Filmproduktionen zu gewinnen. So engagierten sich bekennende Trashfilm-Produzenten bei ihm, und es gelang ihm sogar, von einer Baptistengemeinde und von einem Fleischgroßhändler Geldmittel zu erhalten. Ed Wood fiel in Hollywood schon frühzeitig als etwas seltsamer Zeitgenosse auf. Er liebte es, Frauenkleider zu tragen, bevorzugte Angora-Unterwäsche und arbeitete sogar damit, was in den frühen 1950er Jahren noch für Furore sorgte. So behauptete er auch von sich selbst, im Zweiten Weltkrieg unter seiner Uniform stets BHs und Spitzenhöschen getragen zu haben. Da er in Glen or Glena sowohl Hauptdarsteller als auch Regisseur war und die im Film notwendigen Frauenkleider gleich anbehielt, entstand das Gerücht, er trage stets Frauenkleidung als Regisseur.

Mit verantwortlich für sein Image war die Auswahl seiner Schauspieler. Zum einen konnte er Bela Lugosi, den einstmals berühmten, inzwischen drogensüchtigen Dracula-Darsteller aus dem Jahre 1931, der interessanterweise dennoch überdurchschnittliche sprachliche Dramatikleistungen vollbrachte, für sich gewinnen, zum anderen seine Freundin Dolores Fuller, die TV-Horror-Ansagerin Vampira (Maila Nurmi), seinen Chiropraktiker, den Sohn eines Financiers und einen abgehalfterten Catcher, Tor Johnson, den er erstmals für Bride of the Monster anheuerte und auch danach beibehielt.

Die Filme Ed Woods zeichneten sich dadurch aus, dass er seine Darsteller niemals proben ließ, sondern gleich direkt vor die Kamera schickte, was teils zu konfusen bis aberwitzigen Szenen führte. Ed Wood machte sich nicht die Mühe, Filme groß schneiden zu lassen oder Szenen zu wiederholen, wenn sie misslungen waren. Dazu war sein Filmbudget zu knapp und das, obschon seine Darsteller oftmals ohne Bezahlung gearbeitet haben. Ebenso verhielt es sich mit den Special Effects seiner Filme. Sie mussten vor allem einfach und möglichst billig sein. Des Weiteren verschwendete er auch keine Ressourcen daran, die Special Effects zu verbergen, ebenso wie ihn auch wackelnde oder umfallende Filmkulissen nicht bei seiner Arbeit störten. Bei Plan 9 from Outer Space lehnte er sämtliche Vorschläge des Maskenbildners für die Außerirdischen ab und verärgerte ihn so sehr, dass er im Abspann nicht genannt werden wollte.

Mit seinem Film Plan 9 from Outer Space (1958) produzierte er sein bekanntestes Werk und gleichzeitig auch den "schlechtesten Film aller Zeiten" mit Bela Lugosi in der Hauptrolle. Zum Unglück Woods verstarb Lugosi gleich nach Drehbeginn, weshalb nur wenige Minuten Filmmaterial von ihm existierten. Das jedoch brachte Wood nicht davon ab, den Film zu Ende zu drehen, denn er änderte einfach nur das Drehbuch und ersetzte Lugosi durch einen Mann, der sich ständig ein Cape vors Gesicht halten musste. So konnte er zahlloses altes Filmmaterial, aber auch seine eigenen Privataufnahmen von Lugosi verwenden und sie in den Film schneiden. Sein Karriereende verbrachte Wood mit dem Dreh von zweitklassigen Soft- und Hardcorepornos. Mit aberwitziger Produktivität verfasste er auch zahlreiche Schundromane, welche seinen Filmen in nichts nachstanden.

Ed Wood war ein großer Idealist und liebte seine Arbeit durch und durch. Er sah sich selbst als Künstler, dessen Filme keine Trashmovies waren, sondern eben Kunstwerke, deren tieferen Sinn man nur mit dem richtigen Blick und Verständnis erfassen konnte. So fühlte sich Ed Wood von den Menschen, die über ihn lachten, missverstanden. Als Geschichte seines Lebens sah er Glen or Glenda an, als sein Meisterwerk Plan 9 from Outer Space.

Ed Wood starb vereinsamt und verarmt als Alkoholkranker nach einem Herzinfarkt mit 53 Jahren in Hollywood.

1998 entstand auf der Basis eines seiner Drehbücher der Spielfilm I Woke Up Early the Day I Died.

Wissenswertes


Es wird Ed Wood nachgesagt, dass er bei der Premiere seines Films "Plan 9 from outer space" gesagt haben soll: "Mit diesem Film gehe ich in die Geschichte ein". Auch wenn Ed Wood das seinerzeit völlig anders meinte, so hat sich seine Aussage heute doch bewahrheitet.

Eine Lebensweisheit von Ed Wood:
"Die Welt ist ein seltsamer Ort zum Leben. All diese Autos! Alle fahren irgendwohin! Und in allen sitzen Menschen, die ihr Leben führen! Doch das Leben - auch wenn es sich nur langsam verändert - schreitet voran."

Die deutsche Band "Ed Wood Be Proud" veröffentlichte zwei Alben (1999 und 2002), von denen das zweite im Booklet einige Referenzen und Originalfilmbilder zum Film Plan 9 enthält.

1996 wurde von Reverend Steve Gallindo die "Church of the Heavenly Ed Wood" gegründet.

Filmographie


  • The Sun Was Setting (1951) (TV movie)
  • Trick Shooting with Kenne Duncan (1953)
  • Glen or Glenda (1953)
  • Crossroad Avenger: The Adventures of the Tucson Kid (1953) (TV movie)
  • Boots (1953)
  • Jail Bait (1954)
  • Bride of the Monster (1955)
  • Final Curtain (1957)
  • The Night the Banshee Cried (1957)
  • Plan 9 from Outer Space (1959)
  • Night of the Ghouls (1959)
  • The Sinister Urge (1961)
  • Orgy of the Dead (1965)
  • Excited (1970)
  • The Only House (1971)
  • Necromania (1971)

Film


Über Ed Wood und sein Leben gibt es auch einen gleichnamigen Film (Ed Wood, 1994) von Tim Burton mit Johnny Depp in der Hauptrolle als Ed Wood und Martin Landau als Bela Lugosi. Weiterhin agierten Sarah Jessica Parker, Patricia Arquette, Jeffrey Jones und Vincent D'Onofrio als Lugosis Double.

Anders als im wahren Leben gönnte Burton seinem Vorbild Wood im Film ein Happy End.

Landau erhielt einen Oscar als bester Nebendarsteller, außerdem wurde das Make-Up ausgezeichnet. Neben einen Golden Globe für Landau gewannen der Film in der Kategorie "Beste Komödie/Musical" und Depp als Hauptdarsteller in einer Komödie/Musical Nominierungen.

Literatur


  • Rudolph Grey: Ed Wood. Die Biographie des außergewöhnlichen Hollywoodregisseurs (OT: Nightmare of Ecstasy. The Life and Art of Edward D. Wood, jr.). Heyne, München 1995, ISBN 3-453-08955-3

Weblinks


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