Ecublens (VD) ist eine politische Gemeinde im Distrikt Morges des Kantons Waadt in der Schweiz. Die Stadt befindet sich im westlichen Teil der Agglomeration Lausanne. Der südliche Teil von Ecublens gehört zur Kirchgemeinde Ecublens-Saint-Sulpice, der nördliche zur Kirchgemeinde Chavannes-Epenex.
Die Fläche des 5.7 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt nördlich des Genfersees. Ecublens grenzt nicht direkt an den See; die südliche Grenze verläuft stets entlang der Kantonsstrasse, welche von Lausanne westwärts nach Morges führt. Der zentrale Teil des Gemeindeareals wird von einem Moränenwall eingenommen, der in seinem südlichen Abschnitt 433 m ü. M., im nördlichen Teil beim Château de la Motte 443 m ü. M. erreicht (höchste Erhebung von Ecublens). Die Moräne wurde vom eiszeitlichen Rhonegletscher abgelagert.
Westlich dieser Moränenhöhe erstreckt sich der Gemeindeboden in die breite Talniederung der Venoge, welche mit ihren Mäandern die Gemeindegrenze bildet. Nach Osten reicht das Gebiet in die Talniederung der Sorge und in einem schmalen Zipfel über das Universitäts- und EPFL-Gelände bis zum Landsitz Dorigny und an den Unterlauf der Chamberonne. Im Norden reicht der Gemeindebann über das Waldgebiet Bois d'Ecublens zur Eisenbahnlinie Lausanne-Genf, die auf weite Strecken die nördliche Grenze bildet. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 56 % auf Siedlungen, 13 % auf Wald und Gehölze und 31 % auf Landwirtschaft.
Zu Ecublens gehören das Dorf Renges (404 m ü. M.) am Westfuss des Moränenwalls im Tal der Venoge, der Weiler Bassenges (407 m ü. M.) am Ostabhang der Moräne, die Siedlung Epenex (420 m ü. M.) zwischen Autobahnzubringer A1A und Eisenbahn sowie verschiedene Wohnquartiere und Gewerbezonen. Nachbargemeinden von Ecublens sind Denges, Echandens, Bussigny-près-Lausanne, Renens, Chavannes-près-Renens und Saint-Sulpice (VD).
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1850 | 613 |
| 1900 | 777 |
| 1910 | 972 |
| 1930 | 1013 |
| 1950 | 1269 |
| 1960 | 2240 |
| 1970 | 6379 |
| 1980 | 7615 |
| 1990 | 9743 |
| 2000 | 10227 |
Heute bietet die Gemeinde rund 11000 Arbeitsplätze an. Mit 0.3 % der Erwerbstätigen, die noch im primären Sektor beschäftigt sind, hat die Landwirtschaft nur noch einen marginalen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Etwa 25 % der Erwerbstätigen sind im industriellen Sektor tätig, während der Dienstleistungssektor 75 % der Arbeitskräfte auf sich vereinigt (Stand 2001).
Grössere Industrie- und Gewerbezonen entstanden seit den 1960er Jahren im Tal der Venoge, sowohl im nördlichen Abschnitt am Ortsrand von Bussigny-près-Lausanne als auch im südlichen Teil bei Valeyre und im Bereich von Epenex nahe dem Bahnhof von Renens. Im Lauf der Zeit haben sich auf dem Gemeindegebiet von Ecublens verschiedene Grossunternehmen niedergelassen. Dazu gehören die Socsil SA (seit 1959; Anästhesie-Gase), die Socorex-Isba SA (seit 1962), die Nokia-Maillefer SA (seit 1964; Kabelmaschinen), die Sapal SA (seit 1964; Verpackungsmaschinen), die Applied Research Laboratories SA (seit 1970; Spektrographie-Apparate), die Thévenaz-Leduc SA (seit 1972) und die Sirec SA (seit 1972). Ausserdem ist Ecublens seit 1979 Verwaltungssitz der Migros-Vaud.
Neue Wohnüberbauungen entstanden am nördlichen Rand des ursprünglichen Dorfzentrums und in Epenex. Einfamilienhaus- und Villenquartiere befinden sich auf dem Moränenwall zwischen den Tälern von Venoge und Sorge.
Zudem liegt die Gemeinde an der alten dem Ufer des Genfersees entlang verlaufenden Kantonsstrasse von Lausanne nach Genf. Durch das nördliche Gemeindeareal ziehen sich die Hauptverkehrsstränge von Eisenbahn und Autobahn zwischen Lausanne und Genf. Nördlich des Dorfes befindet sich die Verzweigung Ecublens, an welcher der westliche Stadtzubringer von Lausanne (A1A) auf die 1964 eröffnete Autobahn A1 trifft. Der nächste Anschluss an die Autobahn liegt rund 3 km vom Ort entfernt.
Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort im Jahr 964 unter dem Namen Scubilingis. Später erschienen die Bezeichnungen Escublens (1142), Scublens (1147), Esciblens (1161), Scubleins (1220) und wieder Escublens (1228). Der Ortsname geht auf den burgundischen Personennamen Scubila zurück und bedeutet demnach bei den Leuten des Scubila.
Seit dem 10. Jahrhundert gehörte Ecublens zum Territorium von Renens. Im Mittelalter ist auch eine lokale Adelsfamilie erwähnt. Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 kam das Dorf unter die Verwaltung der Landvogtei Lausanne und bildete darin eine Kastlanei mit Gerichtshof. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime gehörte Ecublens von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Morges zugeteilt, zu dem es bis heute gehört; 1803 erhielt es den Rang eines Kreishauptortes.
Bis in die 1920er Jahre war die Gemeinde relativ unbedeutend, doch im Laufe des Jahrhunderts hat sich Ecublens zu einer Vorortsgemeinde von Lausanne entwickelt, die Anzahl der Einwohner hat sich dabei beinahe verzehnfacht. Im Jahre 1946 sollte in Ecublens gar ein Flughafen gebaut werden, der Vorschlag wurde jedoch in einem Referendum abgelehnt.
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