article

Wappen Karte
WappenEckernfoerde.png Eckernfoerde.png
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Geografische Lage:
Höhe: 1 m ü. NN
Fläche: 17,97 km²
Einwohner: 23.162 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 1.289 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24340
(alt: 2330)
Vorwahl: 04351
Kfz-Kennzeichen: RD (alt: ECK)
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 043
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausmarkt 4 - 6
24340 Eckenförde
Website: www.Eckernfoerde.de
Politik
Bürgermeisterin: Susanne Jeske-Paasch (SPD)
Eckernförde_Hafen_Holzbrücke.jpg Eckernförde (dänisch: Egernførde, seltener Ekernførde oder Egernfjord, plattdeutsch: Eckernför, lateinisch: Ekelenforda und Ekerenforda) ist eine über 700 Jahre alte deutsche Mittelstadt in Schleswig-Holstein, etwa 25 Kilometer nordnordwestlich der Landeshauptstadt Kiel.

Geografie


Geografische Lage

Eckernförde liegt an der Ostsee am Ende der Eckernförder Bucht. Die Innenstadt wird in Form einer Sanduhr von der Ostsee im Osten und dem Windebyer Noor im Westen umschlossen.

Geschichte


Die Herkunft des Stadtnamens Eckernförde ist nicht belegt. Der erste Namensteil Eckern weist wahrscheinlich auf Buchen hin, die im heutigen Stadtgebiet früher ein geschlossenes Waldgebiet (Isarnho = Eisenwald) bildeten. Daher wohl auch das Eichhörnchen (dänisch egern, altdänisch ikorni) im Wappen. Diesem sagt man nach, in früheren Zeiten durch besagten Wald von Flensburg bis Lübeck von Baum zu Baum springen zu können, ohne den Boden zu berühren. Einziges Hindernis sei die sog. Eichhörnchen-Furt gewesen. Der zweite Namensteil -förde wurde zeitweise auch durch -burg ersetzt "Ykaelaenborg" = etwa 'Eichhörnchenburg'.

Das genaue Gründungsdatum der Siedlung Eckernförde ist unbekannt; als der Dänenkönig Erich v. Pommern die Stadt 1416 im Krieg gegen die Grafen von Holstein niederbrannte, gingen alle Urkunden verloren. Der Name Ekerenvorde wurde zuerst im Jahr 1197 erwähnt. Ende des 12. Jahrhundert errichteten die Dänen am Ende der Eckernförder Bucht eine Burg, die 1231 im Erdbuch von König Waldemar II. als Ykernaeburgh (Eichhörnchenburg) erwähnt wurde. Hierauf weist noch der Stadtteil Borby hin (dänisch Borreby von borg, Burg). 1302 wurde Eckernförde erstmals als Stadt erwähnt. Das Stadtrecht wurde schriftlich fixiert und war an das der mächtigen Nachbarstadt Schleswig angelehnt.

Eckernförde war die südöstlichste Stadt im Herzogtum Schleswig, das seit 1231 unter eigenen Herzögen aus einer Nebenlinie des dänischen Königshauses stand (Nachfahren von Herzog bzw. König Abel). Im Gegensatz zu den anderen schleswigschen Fördestädten kam das Umland im Spätmittelalter fast vollständig in die Hände adeliger Großgrundbesitzer. Die Hafenstadt war vor allem als Umschlagplatz für landwirtschaftliche Erzeugnisse wichtig.

16. Jahrhundert

Bei der großen Landesteilung 1544 kam Eckernförde an den Herzog von Gottorf und lag damit ziemlich isoliert. Die adeligen Distrikte verblieben nämlich unter der gemeinsamen Regentschaft der drei, ab 1581 zwei Landesherren. Kurz vor dem Durchbruch der Reformation stiftete der letzte katholische Bischof von Schleswig, Gottschalk von Ahlefeldt, ein Hospital in Eckernförde, in das jedoch keine Stadtarmen, sondern Bedürftige von den umliegenden Adelsgütern aufgenommen werden sollten. Dieser Goschenhof stand nicht unter der Aufsicht des Magistrats. Ein Teil der Stiftungseinnahmen kam von den Untergehörigen der ebenfalls von einem Ahlefeldt gestifteten und 1541 mit dem Goschenhof vereinigten Marianerkapelle in Hadersleben. Patron war der jeweilige Gutsherr auf Gelting.

17. Jahrhundert

Während des Dreißigjährigen Krieges zog Christian IV. im Frühjahr 1628 in Eckernförde ein. Als oberster Feldherr des niedersächsischen Reichskreises des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nationen, dem er als Herzog von Holstein angehörte, versuchte er, sich an die Spitze der protestantischen Partei zu stellen. 1629 marschierten die Truppen der Katholischen Liga unter Tilly jedoch auch im Herzogtum Schleswig ein, das nicht zum deutschen Staatsverbund gehörte.

Am 5. April 1647 kam es in Eckernförde zu einem Gemetzel: dänische Schiffe waren im Hafen erschienen und die in der Stadt befindlichen Kaiserlichen Reiter flüchteten, während sich die Fußsoldaten in der Kirche verschanzten. Als die Angreifer versuchten, die Kirchentüren einzuschlagen, wurden viele von ihnen durch ausgestreutes Schießpulver in die Luft gesprengt. Nach erbittertem Kampf siegten schließlich die Dänen und machten die übriggebliebene kaiserliche Besatzung nieder.

1648 forderte die Pest in Eckernförde 500 Menschenleben.

18. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert erlebte die Stadt einen ersten wirtschaftlichen Aufschwung als Fischereihafen und Industriestandort. Vor allem der Kaufmann und Fabrikant Friedrich Wilhelm Otte war erfolgreich und weithin bekannt.

19. Jahrhundert

Am 7. Dezember 1813 schlug Ludwig Graf von Wallmoden-Gimborn bei Eckernförde die Dänen, die damit gemeinsam mit Sachsen als Napoléon Bonapartes letzte Verbündete zu den Verlierern der napoleonischen Kriege zählten.

Mit der Gründung des Seebades 1831 im später eingemeindeten Fischerort Borby beginnt die touristische Tradition Eckernfördes, wobei die Fischerei aufgrund des gut gelegenen Hafens noch lange bis ins 20. Jahrhundert ein wichtiger Wirtschaftsfaktor blieb. Vor allem Räuchereibetriebe machten die Stadt weithin bekannt, obwohl die Sprotten bis heute vor allem mit der südlichen Nachbarstadt Kiel verbunden werden.

1848 brach der Bürgerkrieg im Herzogtum Schleswig aus. Eckernförde geriet schnell unter die Herrschaft der Schleswig-Holsteiner. Am 5. April 1849 wurde Eckernförde im Schleswig-Holsteinischem Krieg Ziel eines dänischen Landungsversuches, der zugleich die zweite Phase des drei Jahre währenden Krieges einleitete. Dabei wurden das dänische Linienschiff Christian VIII. und die Fregatte Gefion von den deutschen Strandbatterien beschossen, wobei ersteres explodierte, letztere sich ergeben musste und von den Schleswig-Holsteinern übernommen wurde (siehe SMS Gefion). Der deutschen Öffentlichkeit wurden vor allem Ernst II. als ranghöchster Kommandant und Eduart Julius Jungmann aufgrund ihrer militärischen Leistungen bekannt. Nach der endgültigen Niederlage der schleswig-holsteinischen Aufständischen 1850 wurde der Gesamtstaat unter der dänischen Krone wiederhergestellt.

Mit der Gründung des Lehrerseminars 1858 wurde Eckernförde erstmals Hochschulstandort.

Mit der Lostrennung von der dänischen Monarchie und die Eroberung durch Preußen (1864) büßte Eckernförde den größten Teil seines Handels ein. Immer stärker geriet es in den Schatten des sich rasant entwickelnden Marinestandorts Kiel.

Bei der großen Sturmflut vom 13. November 1872 trug Eckernförde von allen Küstenorten der Ostsee aufgrund seiner Lage an der weit nach Nordosten geöffneten Bucht die schwersten Schäden davon. Das gesamte Stadtgebiet war tagelang meterhoch überflutet, 78 Häuser zerstört, 138 Häuser beschädigt und 112 Familien obdachlos geworden.

20. Jahrhundert

Seit 1912 ist Eckernförde Garnisonsstadt und Marinestützpunkt.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Helmut Lemke als NSDAP-Mitglied Bürgermeister von Eckernförde. In dieser Funktion sagte er Anfang Februar 1933 in SA-Uniform: "Wir alle, jeder an seiner Statt, sind dazu aufgerufen, die Hammerschläge des Dritten Reiches auszuführen". Auf seine Anordnung hin wurden noch im gleichen Monat zahlreiche Sozialdemokraten und Kommunisten in Eckernförde verhaftet. Zwei von ihnen, Hermann Ivers (KPD-Ortsvorsitzender) und Heinrich Otto, wurden später von den Nationalsozialisten umgebracht.

Das Seebad Borby wurde am 1. April 1934 von der Stadt Eckernförde eingemeindet.

Bis 1970 war Eckernförde Kreisstadt des Kreises Eckernförde.

Aktuell

In den letzten 20 Jahren ist Eckernförde von einer beschaulichen Hafenstadt zu einem touristischen Zentrum an der Ostseeküste geworden. Seit 1989 stieg die Einwohnerzahl von damals 22.347, mit Ausnahme der Jahre 1996 - 98, kontinuierlich auf 23.249 (2004).

Politik


Stadtrat

Die Ratsversammlung von Eckernförde besteht aus 28 ehrenamtlichen Mitgliedern, die alle fünf Jahre neu gewählt werden. Vertreten sind seit 2003 CDU, FDP, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und SSW. Aus der Mitte der Ratsversammlung wählen die Mitglieder einen Vorsitzenden, den Bürgervorsteher. Dieser leitet die Sitzungen und vertritt die Ratsversammlung gegenüber der Bürgermeisterin. Bürgervorsteherin ist Karin Himstedt (CDU).

Bürgermeisterin

Seit 1998 ist Susanne Jeske-Paasch (SPD) Bürgermeisterin. Die nächste Bürgermeisterwahl findet am 24. September 2006 statt.

Wappen

Das Wappen der Stadt Eckernförde zeigt auf goldenem Grund einen am Wasser gelegenen blauen Burgturm mit einem roten Eichhörnchen über den Zinnen.

Städtepartnerschaften

Macclesfield in England (seit 1953) Hässleholm in Schweden (seit 1958) Tanga in Tansania (seit 1963) Nakskov in Dänemark (seit 1969) Brzeg (Brieg) in Polen (seit 1989) Bützow in Mecklenburg-Vorpommern (seit 1990) Freundschaftliche Beziehungen zu Baltijsk (Pillau) in Russland (seit 1955)

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Die Altstadt mit ihren engen Gassen liegt zwischen Hafen und Strand. Die Fußgängerzone Kieler Straße hat sich den kleinstädtischen Flair erhalten und ist kaum 150 Meter vom Wasser entfernt. Der sechs Kilometer lange, saubere und steinlose Strand mit feinem Quarzsand ist von April bis September für Touristen gegen Kurtaxe zu benutzen.

Eckernförde hat zwei evangelische Kirchengebäude (die Kirche Borby und die Sankt-Nicolai-Kirche), eine dänische und eine katholische Kirche (die Sankt-Peter-und-Paul-Kirche), welche direkt neben der neuapostolischen Kirche steht.

Im Umland der Stadt befinden sich zahlreiche Gutshöfe, im Mai viele blühende Rapsfelder. Im Winter bietet das Windebyer Noor manchmal die Möglichkeit zum Schlittschuhlaufen.

Sprachen

Eckernförde ist eine mehrsprachige Stadt: Neben der Amtssprache Hochdeutsch werden umgangssprachlich auch Dänisch und Platt- oder Niederdeutsch gesprochen. Eckernförder Amtssprache war bis etwa 1350 Latein, danach Plattdeutsch, seit 1625 Hochdeutsch; staatliche Amtssprache war über Jahrhunderte hinweg auch Dänisch.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Wochenmarkt jeden Mittwoch und Sonnabend auf dem Rathausmarkt und auf dem Kirchplatz
  • Fischmarkt jeden ersten Sonntag des Monats am Hafen
  • Aalregatta (bis 2005 als Teil der Kieler Woche)
  • Piratentage
  • Sprottentage

Kulinarische Spezialitäten

Die Räucherfischspezialität Kieler Sprotte stammt aus Eckernförde.

Wirtschaft und Infrastruktur


Eckernförde gehört zur sogenannten KERN-Region. In Eckernförde sind nur wenige größere Industriebetriebe beheimatet. Dazu zählen der Ventilatorräder- und Lufttechnikhersteller Punker, der Handfeuerwaffenproduzent Sauer & Sohn und der Getränkehersteller BEHN. Größtes Kreditinstitut vor Ort und in der Region ist die Sparkasse Eckernförde.

Verkehr

Sowohl die Bundesstraße 76 als auch die Bundesstraße 203 führen, teilweise auf gemeinsamer Trasse, durch den Ort. Von der Bundesautobahn 7 gibt es zwei Abfahrten nach Eckernförde bei Rendsburg/Büdelsdorf und Owschlag. Die Eisenbahn von Flensburg nach Kiel verkehrt seit 1881. Mit Kiel besteht teilweise eine halbstündliche, auf der ganzen Strecke ansonsten eine stündliche Verbindung. Die Linien der Eckernförder Kreisbahnen nach Kappeln und Owschlag (an der Hauptstrecke Hamburg-Fredericia) wurden Ende der 1950er Jahre eingestellt. Neben dem Bahnhof gibt es auch einen Busbahnhof (ZOB). Mehrere Buslinien des Stadtverkehrs Eckernförde durchqueren nahezu das gesamte Stadtgebiet.

Medien

In Eckernförde erscheinen die Tageszeitungen Eckernförder Zeitung und die Kieler Nachrichten (mit der Regionalausgabe Eckernförder Nachrichten). Außerdem hat hier der Borbyer Werkstatt Verlag seinen Sitz. Jährlich erscheint das Jahrbuch der Heimatgemeinschaft Eckernförde, das sich mit Historischem wie Aktuellem aus dem Bereich des ehemaligen Kreises Eckernförde beschäftigt.

Öffentliche Einrichtungen

Bildung

Persönlichkeiten


Ehrenbürger

  • Wilhelm Lehmann (1882 - 1968), Lehrer und Schriftsteller
  • Kurt Schulz (* 1922), ehemaliger Bürgermeister der Stadt Eckernförde und ehemaliger Grenzlandbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Sonstiges


Seit dem 14. Mai 1986 ist Eckernförde "UNO-Stadt". 1994/1995 war Eckernförde "Bundeshauptstadt für Natur- und Umweltschutz". Der Titel "Umweltfreundliche Gemeinde" wurde in den Jahren 1988, 1992, 1996 und 2000 errungen.

In den Kirchenbüchern der Sankt-Nicolaikirche gibt es einen Eintrag über den Tod des Grafen von Saint Germain. Das Grab soll durch die Sturmflut 1872 zerstört worden sein.

Der Europäischer Fernwanderweg E6 führt durch Eckernförde. Außerdem beginnt hier der Naturparkweg, der die fünf Naturparke in Schleswig-Holstein für Wanderer verbindet.

Die Kampfschwimmer und Minentaucher der Deutschen Marine sind in Eckernförde stationiert. Eine Wehrtechnische Dienststelle der Bundeswehr für Schiffe und Marinewaffen befindet sich in Eckernförde.

Straßen, die nach Eckernförde benannt worden sind, gibt es unter anderem in Magdeburg (Eckernförder Straße im Stadtteil Westerhüsen) und in Frankfurt am Main (Eckernförder Straße im Stadtteil Bergen-Enkheim).

Das Fischereikennzeichen der Fischkutter mit Heimathafen Eckernförde lautet "ECKE".

Stationierte Schiffe

Literatur


  • Uwe Beitz: Eckernförde und die Ostsee. Sutton Verlag, Erfurt 2004, ISBN 3897026945
  • Heinz Teufel & Christoph Rohde: Eckernförde - Portrait der Ostseestadt. Medien-Verlag Schubert, Hamburg 1994, ISBN 3929229218
  • Heinz-Herbert Schöning: Die Eckernförder Kreisbahnen. Kenning, Nordhorn 1998, ISBN 3927587702
  • Karl Friedrich Schenkel: Eckernförde - ein Spaziergang durch die Stadtgeschichte, Verleger: Manfred Goos, Horn-Bad Meinberg, 2.Auflage 2002

Weblinks


Ort in Schleswig-Holstein | Ort in Südschleswig | Ort mit Seehafen

Eckernförde | Eckernförde | Eckernförde | Eckernförde | Eckernför | Ekerenforda

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Eckernförde".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld