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Echter Hopfen
Illustration Humulus lupulus0.jpg
: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
: Rosenähnliche (Rosidae)
: Rosenartige (Rosales)
: Hanfgewächse (Cannabaceae)
: Hopfen (Humulus)
: Echter Hopfen
Wissenschaftlicher Name Humulus lupulus L. Der Echte Hopfen (Humulus lupulus) ist eine Pflanzenart in der Gattung Hopfen.

Der echte Hopfen ist durch seine Verwendung beim Bierbrauen bekannt.

Wilder Hopfen


Die Wildform des Echten Hopfens wächst bevorzugt an stickstoffreichen Standorten mit höherer Bodenfeuchte, zum Beispiel in Auwäldern, aber auch an Waldrändern und in Gebüschen auf trockeneren Flächen. Selten bildet er größere Bestände, kommt aber meist in kleinen Gruppen vor. Aus einem dicken Wurzelstock (Rhizom) treibt der Hopfen meist sehr zahlreich aus. Die oberirdischen Triebe sind einjährig und sterben nach der Samenreife ab. Mit zwei bis sechs Metern Höhe bleibt die Wildform kleiner als die Zuchtsorten, ebenso sind die Blütenstände deutlich kleiner. In Mitteleuropa ist der Wilde Hopfen nahezu überall anzutreffen, kleinere Lücken gibt es im Alpenvorland. Image:Humulus lupulus 070805.jpg|weibliche Blüten des wilden Hopfens Image:Hop mannelijke bloeiwijze Humulus lupulus male plant.jpg|männliche Blüten des wilden Hopfens Image:Hop mannelijke plant Humulus lupulus male plant.jpg|männliche Pflanze des wilden Hopfens ´

Kulturhopfen


Hopfenblüte.jpg Die Kultursorten des Echten Hopfens werden landwirtschaftlich angebaut. Die wichtigsten deutschen Anbaugebiete sind die Hallertau in Bayern und das Schussental zwischen Tettnang und Ravensburg in Baden-Württemberg. Der Hopfen ist eine zweigeschlechtliche (bot. zweihäusige) Pflanze. Der männliche Blütenstand ist eine Rispe, der weibliche eine zapfenartige Ähre. Diese weiblichen Ähren werden meist - botanisch nicht korrekt - als Zapfen oder auch als Dolden bezeichnet. Sie finden beim Bierbrauen Verwendung. Eine (Wind-)Befruchtung durch die Pollen männlicher Pflanzen macht die Fruchtstände unbrauchbar. Während des Reifungsprozesses bildet sich in den Zapfen das gelbe, harzige Lupulin, dessen Inhaltsstoffe als Geschmacksstoffe und der Haltbarmachung des Gebräus dienen. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen den Bitterhopfensorten und den Aromahopfensorten. Letztere sind dadurch charakterisiert, dass ihr Bitterungspotential (für den Brauprozess sind hauptsächlich die so genannten Alphasäuren von Bedeutung) in der Konzentration deutlich geringer ist als jenes des Bitterhopfens (etwa 3-5% im Vergleich zu 8-14%). Früh im Brauprozess zugesetzter und lange mitgekochter Hopfen erhöht die Hopfenausbeute, die eine chemische Umwandlung der Alphasäuren in Iso-Alphasäuren darstellt; die Stammwürze wird dadurch bitterer. Später hinzugefügt entsteht ein eher mildes Bier. Faktoren wie beispielsweise die Art des Hopfenprodukts (Pellets, Extrakte, usw.) oder auch die Stärke des Kochens und die Zuckerkonzentration der Stammwürze beeinflussen die Hopfenausbeute entscheidend mit.

Seine Bedeutung erreichte der Hopfen ursprünglich durch die Tatsache, dass seine Bitterstoffe beim Brauen von Bier aufgrund ihrer bakteriziden Wirksamkeit wesentlich zur Haltbarkeit des Gebräus beitrugen. Die antiseptische Kraft des Hopfens wurde bereits im Jahr 1153 n.Chr. von Hildegard von Bingen mit den Worten "putredines prohibet in amaritudine sua" (seine Bitterkeit verhindert die Fäulnis) beschrieben.

Die ältesten, schriftlich belegten Quellen des Hopfenanbaues stammen aus dem frühen Mittelalter. Angeblich wurde der Hopfenanbau erstmals im Jahre 763 n.Chr. bei Geisenfeld in der Hallertau erwähnt; konkrete Quellen existieren für die Jahre 768 (Kloster St. Denis bei Paris), 822 (Kloster Corvey) und 859 bis 875 (Hochstift Freising). Eine erste Erwähnung des Hopfens als Brauzusatz findet sich im Jahre 1079.

Eine dem Östrogen ähnliche Wirkung von Hopfeninhaltsstoffen wird diskutiert. Hopfengarten.jpg | Hopfen2.jpg

Anbau

Hopfen wird alljährlich im Frühjahr ab Ende März in den Gerüstanlagen von sogenannten Hopfengärten kultiviert. Zwei oder drei Triebe werden um einen Draht als Kletterhilfe gelegt und wachsen bis Ende Juli auf die in Deutschland übliche Gerüsthöhe von sieben Metern. Sind die Ähren der weiblichen Pflanze reif, werden die Hopfenreben während der etwa dreiwöchigen Erntezeit (letzte August- und erste September-Dekade) knapp über dem Boden abgeschnitten, zum Hof gefahren und dort in Pflückmaschinen von den Zapfen befreit. Die Zapfen werden in der Darre getrocknet, bis sie nur noch etwa 11 Prozent Feuchtigkeit enthalten, dann in Säcke gepresst und zur Verwendung beim Bierbrauen weiterverarbeitet.

Anbaugebiete: siehe Hopfen

Verwendung

Hopfen wird hauptsächlich beim Bierbrauen verwendet. Er verleiht dem Bier sein ausgeprägtes bitteres Aroma. Zum Brauen werden ausschließlich die Zapfen der weiblichen Hopfenpflanzen verwendet. Die Hopfeninhaltsstoffe wirken zusätzlich konservierend und schaumstabilisierend. Ein geringer Prozentsatz des geernteten Hopfens wird zudem zu medizinischen Zwecken, hauptsächlich als Beruhigungs- oder Schlafmittel verwendet.

Hopfen dient auch in vielen alten Bibliotheken als Schutz vor Feuchtigkeit und Ungeziefer. Man legt Hopfenzapfen hinter den Büchern aus. Sie regulieren die Luftfeuchtigkeit, und ihre ätherischen Öle halten Insekten fern. Die Zapfen müssen alle paar Jahre ausgewechselt werden.

Seit einigen Jahren gewinnt auch die Ernte von Hopfenspargel wieder an Bedeutung. Hierbei werden in einem zwei- bis dreiwöchigen Zeitraum in den Monaten März und April (je nach Witterung) die weißen, noch unreifen Sprösslinge des Hopfens aus der Erde gegraben und regional als Spezialität angeboten. Die sehr kurze Saison und die zeitaufwändige, weil in Handarbeit erfolgende Ernte machen den Hopfenspargel zu einer der teuersten in Deutschland angebauten Gemüsesorten.

Siehe auch: Liste der Küchenkräuter und Gewürze, Malz

Zusammensetzung

Durchschnittliche Zusammensetzung von Hopfentrockensubstanz:

in %
Bitterstoffe 18,5
Hopfenöl 0,5
Gerbstoffe 3,5
Eiweiß 20,0
Mineralstoffe 8,0

Der Rest besteht aus Zellulose und anderen Stoffen, die für die Bierherstellung ohne Bedeutung sind.

Hopfensorten


Aromasorten

Bittersorten

Anbaugebiete


In Deutschland gibt es sechs Hopfenanbaugebiete. Die Zahlen geben den Anteil am deutschen Gesamtertrag (Stand 2004) an:
  • Hallertau, 84,6% (Bayern)
  • Tettnang, 5,6% (Baden-Württemberg)
  • Elbe-Saale, 7,6% (Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt)
  • Spalt, 1,6% (Bayern)
  • Hersbruck, 0,4% (Bayern; wird seit 2003 der Hallertau zugeschlagen)
  • Baden-Bitburg-Rheinpfalz, 0,1%

In Österreich gibt es 2 Anbaugebiete, eines im

Das bedeutendste Hopfenanbaugebiet in Tschechien ist Saaz (Žatec), weitere sind Auscha (Ustek) und Dauba (Duba).

Hopfen ist langjährig betrachtet eines der am weitesten preisschwankenden Güter (Größenordnung ca. 1 zu 10), ein Umstand, der sowohl den Hopfenanbau als auch den Hopfeneinkauf zu wirtschaftlich risikoreichen Unternehmungen macht.

Interessantes


Weblinks


Rosenartige | Heilpflanze | Brauprozess

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