| Echter Baldrian | ||||||||||||
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| Baldrian.jpg | ||||||||||||
| : | Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida) |
| : | Asternähnliche (Asteridae) |
| : | Kardenartige (Dipsacales) |
| : | Baldriangewächse (Valerianaceae) |
| : | Baldrian (Valeriana ) |
| : | Echter Baldrian |
Der Name stammt eventuell vom Gott Balder oder vom lateinischen valens (kräftig). Im Volksmund heißt die Pflanze auch Katzenkraut, Stinkwurz, Hexenkraut, Augenwurzel, Mondwurz, Bullerjan, Tolljan, Katzenwargel.
Baldrian enthält u.a. ätherisches Öl (neben Valerensäure u.a. auch die Isovaleriansäure, die für den unangenehmen Geruch verantwortlich ist), Valepotriate und Alkaloide.
Als Feuchtbodenpflanze verträgt er auch gelegentliche Überschwemmungen und ist daher auf den in der freien Natur häufig auf Wiesen entlang von Gewässerläufen zu finden.
Baldrian ist eine der ältesten Arzneipflanzen. Dioskurides beschreibt eine Pflanze mit dem Namen „Phu“, die dem Baldrian ähnlich ist. Er empfiehlt ihn als harntreibendes, erwärmendes und menstruationsförderndes Heilmittel. Tabernaemontanus rühmt in seinem 1588 geschriebenen „New Kreuterbuch“ Baldrian aber vor allem als Augenarznei:
„Die Wurzel dess gemeinen Baldrinas zu einem reinen Pulver gestossen/ und je über den andern Tag ein halbes quintlein mit einem Trüncklein Weins zerrieben und eyngenommen/ vertreibt alle Mängel die dz Gesicht hindern/ macht ein scharpffes Gesicht und erhaltet dasselbig biss zum Ende dieses zeitlichen Lebens.“
Heilsam für die Augen sei Baldrian aber auch als Baldriandestillat, als Baldrianextrakt und Baldriansalz. Und nicht zuletzt gilt für Tabernaemontanus:
„Baldrianwasser des Morgens nüchtern...bewahret denselben Tag vor der gifftigen Contagion dess bösen pestilentzischen Luffts.“
Auch in der Volksmedizin zählt er in manchen Gegenden zu den Augenpflanzen. Augenwurz wurde er genannt und als „Augenbündeli“ um den Hals getragen. Dieses Kräuteramulett galt als Sympathiemittel bei entzündeten Augen. In Siebenbürgen kaute man gegen trübe Augen Baldrianwurzeln und hauchte den Atem dann über die Augen. Hildegard von Bingen empfahl Baldrian auch gegen Brustfellentzündungen.
Auf die nervenberuhigende Wirkung des Baldrians ist man erst Anfang des 17. Jahrhunderts aufmerksam geworden.
Baldrian gilt auch heute noch als hervorragendes Nervenentspannungsmittel, das ohne Bedenken verwendet werden kann. Im 1. Weltkrieg sollen Ärzte mit Baldrian den „Granatsplitterschock“, d.h. neurologische Ausfälle durch extremen psychischen Stress, mit Baldrian behandelt haben.
Baldrian kann man nicht als „Schlafmittel“ bezeichnen. Nur dadurch, dass es zu einer allgemeinen Entspannung kommt, wird z.B. bei einer Schlafstörung infolge einer Überreiztheit eine Schlafbereitschaft erzeugt. Durch den entspannenden Effekt sollen Baldriantropfen sich daher auch gut für „Prüfungskandidaten“ eignen.
Baldrian ist eine Verwandte des Feldsalats (Valerianella sp. – kleiner Baldrian). Das frische Frühlingsgrün des Baldrians kann in Salaten mitgegessen werden – er erinnert im Geschmack an Feldsalat, ist sogar etwas zarter. Die Blüten sind gleichfalls genießbar.
Baldrian taucht auch zusammen mit Bibernelle als geweissagtes Heilmittel in vielen Pestsagen auf:
„Eßt Bibernellen und Baldrian
so geht euch die Pest nicht an“
Baldrian stand in dem Ruf, Zorn zu erregen, wenn er ein wenig gekaut würde. Ein Scharfrichter, der ein für seinen Beruf unübliches weiches Herz hatte, musste deshalb vor jeder Hinrichtung auf dieser Wurzel kauen, um nicht vom Mitleid mit dem Delinquenten übermannt zu werden.
Baldriangewächse | Heilpflanze | Psychoaktive Substanz
Valeriana | Valerian (plant) | Valeriano | Valeriana officinalis | Valériane officinale | Valeriana officinalis | Ārstnieciskais baldriāns | Echte valeriaan | Legevendelrot | Läkevänderot | Валеріана лікарська
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