| Wissenschaftlicher Name
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| Matricaria recutita
|
| L.
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Die Echte Kamille (Matricaria recutita, früher Chamomilla recutita) ist eine krautige Pflanze und gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Es handelt sich bei dieser Pflanze um einen Alteinwanderer (Archäophyt). Seit der jüngeren Steinzeit ist die Kamille ein Kulturbegleiter.
Beschreibung
Die aromatisch duftende Pflanze wird etwa 20 bis 30 cm hoch und hat fiederteilige, wechselständige Blätter.
Die Blüten werden 10 bis 25 mm breit und sitzen in Blütenköpfen an den Enden der Sprossachsen und bilden einen
Blütenstand. Sie bestehen aus
Zungen- (weiß, außen) und
Röhrenblüten (gelb, innen), was typisch für
Asteraceen ist. Die weißen Zungenblüten sind zurückgeschlagen.
Blütezeit ist von Mai bis September.
Die Frucht der Kamille ist eine einsamige Nussfrucht, die Achäne genannt wird. Diese scheinen im Boden mindestens 100 Jahre überdauern zu können.
Vorkommen
Die Kamille wächst in fast ganz
Europa und in vielen Teilen von
Asien. In Europa ist sie nur im Süden und Osten heimisch, sonst eingebürgert.
Als Standort werden Brachen, meist kalkarme (leicht bodensaure) lehmreiche Äcker und Salzfluren (salzige Weiderasen) bevorzugt.
Inhaltsstoffe
Hauptbestandteil der Kamille sind
ätherische Öle, vor allem
Bisabolol und das blau gefärbte
Chamazulen, des weiteren zahlreiche
Flavone und Flavonole. Den oft etwas bitteren Beigeschmack ergeben
Sesquiterpenlactone.
Naturheilkunde
Die Kamille wird als
Heilpflanze (
Flores Chamomillae) äußerlich bei Haut und Schleimhautentzündungen eingesetzt. Der Tee oder alkoholische Auszug
Extrakt wird für Spülungen bei Entzündungen des Zahnfleisches oder der Mundhöhle verwendet. Bei Erkrankungen oder Verletzungen im Anal- oder Genitalbereich sollen Bäder oder Spülungen zu einer rascheren Heilung führen.
Außerdem wirkt Kamillentee lindernd bei entzündlichen oder krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Bei Erkrankungen der oberen Atemwege kann auch der Dampf des frisch aufgebrühten Tees inhaliert werden. Verbreitet ist die Behandlung von Bindehautentzündungen bei Katzen mit einem Sud aus Kamillentee.
Allergologen warnen jedoch vor einer Anwendung im Bereich der Schleimhäute, da Allergien gegen Kamille und andere Korbblütler nicht selten sind.
Chamomilla ist auch ein Mittel in der Homöopathie.
Zubereitung von Tee: Einen gehäuften Esslöffel (etwa 2–3 g) Kamille mit kochendem Wasser aufgießen und 10 Minuten bedeckt ziehen lassen. Anschließend durch ein Teesieb gießen. Bei Magen-Darm-Erkrankungen werden drei bis vier Tassen frisch aufgebrühten Tees empfohlen.
Ätherisches Kamillenöl
Das ätherische Kamillenöl der Echten Kamille enthält 50 % Sesquiterpene (darunter bis zu 10 % Chamazulen), Oxide, Monoterpene, Sesquiterpenole und Ketone. Es wird auch als Kamille blau bezeichnet, da das ätherische Öl durch die Wasserdampfdestillation den Inhaltsstoff Azulen bildet, der die blaue Farbe des ätherischen Öles bewirkt.
Im Handel sind unterschiedliche Kamillenöle erhältlich. So die Kamille blau, die römische Kamille (Chamaemelum nobile) und die Kamille wild (Ormensis mixta). Sie unterscheiden sich durch komplett andere Inhaltsstoffe und Wirkweisen. In der Aromatherapie wird die Kamille blau verwendet und für die seelische Seite die römische Kamille. Die Kamille wild ist kein sanftes ätherisches Öl, sondern sehr belebend und findet in der Aromatherapie keinerlei Anwendung.
Verwechslung
Die Echte Kamille kann leicht mit der duftlosen
Acker-Hundskamille (
Anthemis arvensis) verwechselt werden. Ein sicheres Merkmal ist die Beschaffenheit des Blütenbodens. Bei der Acker-Hundskamille ist er markig-voll, bei der Echten Kamille dagegen hohl. Auch das
Mutterkraut sieht ähnlich aus.
Synonyme
- Apfelkraut (vermutlich von Äpfelchrut); Apfelkraut bezeichnet auch Herba Marrubii (Weißer Andorn)
Galerie
Image:Chamomile flowers.jpg
Bild:Kamillenblüten.jpg|Kamillenblüten (Tee)
Siehe auch
Weblinks
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Der Stängel wird als weich und saftig bezeichnet.