Ebikon ist eine bedeutende Vorortsgemeinde der Stadt Luzern im gleichnamigen Schweizer Kanton.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1798 | 532 |
| 1860 | 932 |
| 1870 | 878 |
| 1888 | 1'210 |
| 1910 | 1'430 |
| 1930 | 2'240 |
| 1950 | 3'007 |
| 1960 | 4'956 |
| 1970 | 7'770 |
| 1980 | 8'679 |
| 1990 | 11'068 |
| 2000 | 11'322 |
| 2004 | 11'430 |
Die Einwohnerzahl wuchs bis 1860 unaufhörlich an (1798–1860: +75,2%). Nach einem Rückgang im Jahr 1870 folgte ein bis heute andauerndes Bevölkerungswachstum. Bis 1910 war dieses eher mittelmässig (1880–1910: +57,8%), dann bis 1950 mittelstark (1910–1950: +110,3%). Anschliessend folgte bis 1990 ein extremes Wachstum und die Gemeinde verstädterte (1950–1990: +8'061 Personen oder +268,1%). Seither stagniert die Bevölkerung bei einer Marke von etwas über 11'000 Einwohnern.
853 schenkte Ludwig der Deutsche dem Frauenkloster Zürich, dem seine Schwester Hildegard als Äbtissin vorstand, ausgedehnte Ländereien. Dazu gehörte u.a. das Gebiet der heutigen Gemeinde Ebikon. Die marcha abinchova war ursprünglich das Land des alemannischen Siedlers Ebo und seiner Sippe. Aus „marcha abinchova“ (lateinisch) wurde im lokalen Dialekt Ebinkofen (Höfe der Ebinger) oder Ebinkon (Sippe des Ebo).
Im 14. Jahrhundert stand Ebikon unter der Herrschaft von Habsburg-Österreich. Die Stadt Luzern dehnte sich immer mehr aus und ab 1415 setzte sie in Ebikon offiziell einen Vogt ein. Im Jahr 1417 empfing Ebikon den deutschen Kaiser Sigismund, ein Ereignis, von dem noch heute das „Sigismundkreuz“ zeugt. Zwischen 1472 und 1848 stand Ebikon unter der Hoheit von Luzern.
Im Jahr 1805 wurde das erste Schulhaus gebaut und 1819 der erste Gemeinderat gewählt. Während des Sonderbundskrieges wurde Ebikon 1847 militärisch besetzt. 1863 wurde das neue Schulhaus gebaut, das heute noch die Schuldienste beherbergt.
In den 1950er Jahren entwickelt sich Ebikon von einem stattlichen Bauerndorf zu einem Industriedorf. 1957 baut Schindler seine Fahrstuhlfabrik in Ebikon. 1972 wurde der erste Baumarkt der Schweiz in Ebikon eröffnet.
Ab 1987 bekam Ebikon Stadtrecht.
Ebikon, als Gemeinde des seit dem 18. Jahrhundert eher christlich-konservativen Kantons Luzern, ist immer noch eine Stammgemeinde der CVP. Kennzeichnend für die gesamtschweizerische politische Entwicklung ist aber dennoch eine Stärkung der Linken und Rechten Parteien. Zuletzt wurde dies 2004 mit der Wahl des ersten SVP Vertreters in den Gemeinderat ersichtlich.
Der Gemeinderat – die Exekutive – besteht aus fünft Mitgliedern; Gemeindeamman und Sozialvorsteher führen ihre Ämter vollamtlich, alle anderen nebenamtlich. Der Gemeinderat wird vom Stimmvolk für vier Jahre gewählt. Die laufende Amtsperiode ist 2004/2008
Die Legislative besteht aus der Gemeindeversammlung. Die Stimmberechtigten treffen sich jährlich um über Ausgaben zu beschliessen, die Gemeindesteuer festzusetzen und die Mitglieder der Behörden zu wählen (siehe hierzu auch Direkte Demokratie und Landsgemeinde). Mit dem Anstieg der Einwohnerzahlen wird über die Einführung eines Einwohnerrates anstelle der Gemeindeversammlung diskutiert.
Die auf Gemeindeebene sehr beschränkte Judikative besteht aus einem Friedensrichter.
Ebikon liegt an der Hauptstrasse Luzern-Zug. Diese ist vor allem in den Verkehrsspitzen völlig überlastet. Um die Hauptstrasse zu entlasten, hat das Luzerner Stimmvolk am 25. September 2005 zugestimmt, an der A14 für 100 Millionen einen Autobahnanschluss Rontal zu bauen. Derzeit sind die nächst gelegenen Autobahnanschlüsse Emmen-Süd an der A2 in 6 km und Gisikon an der A14 in 8 km Entfernung.
Mit über 80 Vereinen verfügt die Gemeinde über ein breites Angebot an Freizeitmöglichkeiten. Typisch für eine Luzerner Gemeinde sind die zahlreichen Guggenmusigen, die an verschiedensten Anlässen während der Fasnacht auftreten. Ebikon hat neun Kindergärten, fünf Primarschulhäuser und ein Oberstufenschulhaus. Seit 1979 besitzt Ebikon eine Bibliothek, in der zurzeit über 14.700 Bücher zur Verfügung stehen. Zusätzlich zu den ordentlichen Schulen bestehen in Ebikon zwei Privatschulen; die Rey Schule und das Gymnasium St.Klemens. In Ebikon befindet sich ebenfalls das private Museum "Tierwelt-Panorama" des Walter Linsenmaier.
Die Ebikoner Stimmbürger haben sich im Februar 2005 für die Umzonung eines Industriegebietes an der Grenze zu Dierikon ausgesprochen und somit den Bau eines überregionalen Freizeit- und Einkaufkomplexes gutgeheissen.
Partnergemeinde ist die Walliser Gemeinde Embd.
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