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Wappen Karte
Wappen_Ebersbach_Sachsen.PNG Ebersbach_Karte.png
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Dresden
Landkreis: Löbau-Zittau
Fläche: 14,89 km²
Einwohner: 9.010 (30. April 2005)
Bevölkerungsdichte: 605 Einwohner/km²
Höhe: 382 m ü. NN
Postleitzahl: 02730
Vorwahl: 03586
Geografische Lage:
Kfz-Kennzeichen: ZI
Amtlicher Gemeindeschlüssel: 14 2 86 070
Gliederung des Stadtgebiets: 17 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Weberstraße 22
02730 Ebersbach/Sa.
Website: www.ebersbach-sa.de
Politik
Bürgermeister: Bernd Noack (CDU)

Ebersbach/Sa. (sorbisch: Habrachćicy) ist eine Stadt im Südosten von Sachsen, direkt an der Grenze zu Nordböhmen (Tschechien).

Geographie


In Ebersbach befindet sich eine der drei Spreequellen. Die anderen beiden Quellen befinden sich auf dem Kottmar und in Neugersdorf. An der Kreuzung Bahnhofstraße/Hauptstraße treffen sich die Teilflüsse Spree-Kottmar und Spree-Neugersdorf, um gemeinsam als Spree Richtung Berlin zu fließen. Die höchste Erhebung in Ebersbach ist der Schlechteberg. Er bildet gleichzeitig den geografischen Mittelpunkt von Ebersbach. Westlich vom Schlechteberg befinden sich das Stadtzentrum und die Haine. Nördlich und östlich schlängelt sich die Hauptstraße durch das Unterdorf und das Oberdorf bis hin zum Goldenen Löwen. Südlich liegt das Neubaugebiet Oberland, welches in den 70er und 80er Jahren in Plattenbauweise entstanden ist. Von Süden nach Westen, direkt an der tschechischen Grenze, zieht sich das Spreedorf am Fuße des Schlechteberg herum.

Blickt man vom Aussichtsturm des Schlechtebergs in die Ferne, erkennt man im Osten den Kottmar, dahinter etwas südlicher das Isergebirge, dann das Zittauer Gebirge mit der Lausche als dem markantesten Punkt. Im Süden durchweg liegen die tschechischen Ausläufer des Lausitzer Berglandes. Im Nordwesten thronen Bieleboh und Czorneboh. Nach Norden hin erkennbar ist der Doppelberg "Löbauer Berg/Schafsberg" als die letzte Erhebung des Berglandes in dieser Richtung. Erwähnenswert ist die ehemalige Klunst, einst ein ebenso hoher Felsen, wie der Steinbruch nun tief ist - ein unüberschaubarer Granitklotz in der Landschaft. Er fiel dem Granitabbau zum Opfer.

Stadtgliederung

Der Ort Ebersbach gliedert sich in sieben Stadtteile:
  • Haine
  • Hempel
  • Neue Sorge
  • Niederdorf
  • Oberdorf
  • Oberland
  • Spreedorf

Wappen


Das redende Wappen zeigt im grünen Schildfuß einen goldenen Querfluss, darüber in Gold einen schreitenden schwarzen Eber mit weißen Hauern.

Geschichte


Ebersbach wird im Jahr 1306 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits im Jahr 1406 wird es in den Hussitenkriegen vollständig zerstört. Im Jahr 1597 erwarb die Stadt Zittau die Gemeinde. Dadurch erblühte die Wirtschaft (Webereien), aber bereits im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf schwer verwüstet, kann sich aber bald wieder erholen. Seit dem Jahr 1873 besitzt die Stadt einen Eisenbahnanschluss und entwickelt sich in den Gründerjahren immer mehr zur Industriestadt. Im Jahr 1877 erfolgte die Vereinigung der beiden Ortsteile Alt- und Neuebersbach. Seit dem 5. September 1925 besitzt die Gemeinde das Stadtrecht. Eine geplante Vereinigung der Stadt mit dem benachbarten Neugersdorf wurde nie vollzogen.

Religionen


Hauptreligion ist der Protestantismus. Die evangelische Kirche steht direkt an der B96 im oberen Teil der Stadt. Etwas weiter südlich auf dem Jeremiasberg steht die katholische Kirche.

Wirtschaft


Ebersbach ist geprägt durch die Weber und Spinner. Viele noch heute stehenden Umgebindehäuser zeugen von dieser bedeutsamen Epoche. In der Neuzeit wurden in der gesamten Oberlausitz große Industriekomplexe zur Baumwollbearbeitung gebaut. Leider ist dieser Industriezweig heute praktisch nicht mehr existent. Fast sämtliche Betriebe wurden wieder dem Erdboden gleich gemacht. Einzig die Spinnerei Ebersbach fristet noch ihr Dasein. Ihre Zukunft ist noch ungewiss, wird wohl aber nicht besser ausfallen, wie die der Weberei wenige hundert Meter weiter. Dort befindet sich nur noch eine Schuttfläche, auf der nicht einmal mehr Gras wachsen will. Das "Speisehaus", einst eine stolze Stätte für Jugendweihen, Betriebsfeste, Weihnachtsfeiern und sonstigen Großveranstaltungen, beherbergt nur noch einen Supermarkt.

Weitere Gewerbe sind kleinere Fahrzeugschlosser und Autohäuser, ein Kino, welches nur durch das private Engagement einer Ebersbacher Familie am Leben gehalten wird, sowie kleine Betriebe für Kunst und Handwerk und ein alteingesessenes Möbelhaus.

In der Zukunft wird wohl der Tourismus die treibende Kraft sein. Versuche in diese Richtung sind unternommen. So präsentiert sich Ebersbach als die Stadt der verschiedenen Brunnen und Bänke. Auch hat man in weiser Voraussicht einen Aussichtsturm auf den Schlechteberg gesetzt.

Verkehr


Ebersbach ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in der Oberlausitz. Schon zu Zeiten der Kreuzzüge siedelten sich Händler an den Handelswegen in Böhmen an. Deshalb hat Ebersbach auch das typische Bild einer Handelsstadt - recht schmal, dafür aber sehr langgezogen. Grob gesagt ist Ebersbach eingegrenzt von einer Dreiecksstraßenführung. Hauptstrang heute ist die B 96, die sich nördlich des Schlechteberg von Zittau im Osten nach Bautzen im Westen durch Ebersbach schlängelt. Gekreuzt wird sie östlich des Schlechteberg am "Goldenen Löwen" von der Nord-Südverbindung L148, der Transitstrecke aus Tschechien nach Löbau. Von dort geht es weiter nach Bautzen (B6) oder Görlitz. Südlich des Schlechteberg führt die Spreedorfer Straße entlang. Sie verbindet Neugersdorf und das Unterdorf, sowie das Stadtzentrum und die Haine von Ebersbach. Die B96 und die Spreedorfer Straße treffen sich an der ehemaligen Weberei, dort wo auch die beiden Spreeläufe zusammen fließen.

Ebersbach liegt an der Eisenbahnstrecke Zittau-Dresden. Der Ebersbacher Bahnhof ist ein wichtiger Knotenpunkt und zudem Eisenbahngrenzübergang nach Tschechien. Die Zweigstrecke nach Löbau wird nur noch im Güterverkehr befahren, der Personenverkehr ist seit 2001 eingestellt. Die grenzüberschreitende Strecke nach Rumburk wird ebenfalls im Güterverkehr und an Wochenenden im Personenverkehr befahren. Der Bahnhof Ebersbach hat allerdings aufgrund des Rückgangs der Textilindustrie kein eigenes Güterverkehrsaufkommen mehr, er spielt jedoch vor allem für den grenzüberschreitenden Verkehr privater Güterbahnen eine wichtige Rolle.

Im ÖPNV wird Ebersbach durch das Liniennetz der Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck mbH, Zittau, bedient. Diese hat auch die stillgelegte Bahnverbindung nach Löbau ersetzt. Neu angelegt wurde ein Rad-Fernwanderweg.

Museen


Heimatmuseum auf dem Schlechteberg: Entwicklung von Ebersbach, kulturelle und wirtschaftliche Veränderungen, ausführliche Behandlung des Themas Baumwollspinnerei in der Oberlausitz, Fotos und Dokumente, originale Gerätschaften aus alten Tagen

Zu Ebersbach gehört eine rund 1000-jährige Traubeneiche mit 9,80m Stammumfang.

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Stadt

Aus Ebersbach stammt der sächsische Kabarettist Bernd-Lutz Lange (* 1944). Herbert Andert ist darjenche, dr de herrlche Sproche dr Äberlausitz am Leben erhält. Er schreibt Mundartgedichte, Geschichten und Bücher u.a. "Oallerlee aus unser Heemt - a unser Sproche", "Äberlausitz - meine Freede" und "Unse Äberlausitz labt!"
  • Erwin Fabian, Holzbildhauer, künstlerische Vielfalt seiner Arbeiten machte ihn nicht nur in Ebersbach, sondern auch in der ehemaligen DDR bekannt; im Rathauseingang sind 4 Reliefteile einer größeren Arbeit für den ehemaligen "Kretscham" zu sehen. Die meisten Arbeiten sind im Bereich der sakralen Kunst zu finden.
  • In Ebersbach wurde auch Uwe Daßler geboren (* 1967), ein Schwimmsporler, der zu DDR-Zeiten internationale Erfolge feierte.

Weblinks


Ort in Sachsen

Ebersbach

 

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