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Eberhard Jäckel (* 29. Juni 1929 in Wesermünde) ist ein deutscher Zeithistoriker.

Nach dem Geschichtsstudium an den Universitäten Göttingen, Tübingen, Freiburg im Breisgau, Gainesville (Florida) und Paris wurde er 1955 zum Dr. phil. in Freiburg promoviert. Er wechselte als wissenschaftlicher Assistent nach Kiel (Habilitation 1961 über Hitlers Frankreichpolitik). Als Dozent blieb er der Kieler Alma Mater bis 1966 verbunden. Von 1967 bis zur Emeritierung 1997 wirkte er als ordentlicher Professor für Neuere Geschichte an der Universität Stuttgart (Nachfolger von Golo Mann).

Einem breiten Publikum wurde Jäckel vor allem durch seine Beiträge zur Hitlerforschung bekannt. Als bahnbrechend gilt sein Buch Hitlers Weltanschauung von 1969. Jäckel ist ein Vertreter der intentionalistischen Schule der NS-Forschung, die Hitlers bewusstes Handeln in den Mittelpunkt stellt.

Seine bedeutsame Quellensammlung Hitler. Sämtliche Aufzeichnungen 1905–1924 von 1980 leidet darunter, dass 76 Fälschungen von Konrad Kujau Eingang fanden (vier Prozent des Bandes). Bei der Affäre um die Hitler-Tagebücher trat Jäckel als Zeuge auf.

Für die gemeinsam mit der Publizistin Lea Rosh erstellte Dokumentation Der Tod ist ein Meister aus Deutschland erhielt er 1990 den Geschwister-Scholl-Preis. Zusammen mit Rosh regte er 1988 den Bau einer zentralen deutschen Holocaust-Gedenkstätte an, die schließlich 2005 in Berlin als Denkmal für die ermordeten Juden Europas eröffnet wurde.

2001 wurde ihm das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen „wegen seiner großen Verdienste bei der inhaltlichen Neukonzeption der Gedenkstätte Buchenwald“. Von 1994 bis 1999 war er Vorsitzender des wissenschaftlichen Kuratoriums der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Dora-Mittelbau.

Seit 1967 ist Jäckel Mitglied der SPD.

Werke


  • Hitlers Herrschaft. Vollzug einer Weltanschauung. Dt.-Verl.-Anst., 4. Auflage, Stuttgart 1999, ISBN 3-421-06254-4
  • Das deutsche Jahrhundert. Eine historische Bilanz. Fischer-Taschenbuch-Verl., Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-596-13944-9

Weblinks


Texte von Jäckel

Sekundäres

Mann | Deutscher | Geboren 1929 | Historiker | SPD-Mitglied | Träger des Bundesverdienstkreuzes

Eberhard Jäckel

 

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