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Eberhard Diepgen (* 13. November 1941 in Berlin) ist ein deutscher Politiker (CDU). Eberhard Diepgen war von 1984 bis 1989 und von 1991 bis 2001 Regierender Bürgermeister von Berlin.

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Leben


Nach seinem Abitur 1960 begann Diepgen ein Studium der Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin (FU), welches er mit dem ersten und 1972 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen abschloss. Er ist seitdem als Rechtsanwalt zugelassen. Als Student war Diepgen siebzehn Tage AStA-Vorsitzender, bis öffentlich wurde, dass er Mitglied der Burschenschaft Saravia zu Berlin ist, einer der schlagenden Verbindungen, die laut Universitätsordnung bis 1958 an der Freien Universität Berlin verboten waren und erst durch Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts zugelassen wurden. Am 15. Februar 1963 wurde Eberhard Diepgen von einer studentischen Urabstimmung an der Freien Universität Berlin aufgrund seiner Mitgliedschaft in einer schlagenden Verbindung als Vorsitzender des AStA abgewählt.

Seit seiner Studienzeit an der juristischen Fakultät der FU Berlin ist Diepgen eng mit Klaus-Rüdiger Landowsky bekannt, dem späteren Fraktionsvorsitzenden und der "grauen Eminenz" der CDU im Abgeordnetenhaus während Diepgens Bürgermeisterschaft.

Seit 1962 ist Diepgen Mitglied der CDU, 1971 wurde er Mitglied des Landesvorstandes und 1983 schließlich Landesvorsitzender der CDU in Berlin.

Von 1971 bis 2001 war er Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Hier war er von 1980 bis zu seiner Wahl zum Regierenden Bürgermeister Vorsitzender der CDU-Fraktion.

Diepgen als Regierender Bürgermeister


Am 9. Februar 1984 wurde Eberhard Diepgen als Nachfolger von Richard von Weizsäcker, der zum Amt des Bundespräsidenten kandidierte, zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt. Innerhalb der Berliner CDU hatte sich Diepgen zuvor gegen die Gegenkandidatin Hanna-Renate Laurien durchgesetzt.

Bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus 1985 konnte sich die CDU unter seiner Führung trotz leichter Verluste (46,4 % der Stimmen, -1,6 %) klar als stärkste Fraktion behaupten, die FDP erzielte 8,5 % (+ 2,9%).

Diepgen setzte sich hierbei gegen den langjährigen Bundesfinanz- und -verteidigungsminister Hans Apel durch.

Da bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus 1989 sein Koalitionspartner FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte und die CDU herbe Verluste in Höhe von 8,7 Prozentpunkten erlitt, musste er zugunsten von Walter Momper, der einen rot-grünen Senat bildete, aus dem Amt ausscheiden.

Bei den ersten gesamtberliner Wahlen am 2. Dezember 1990 erhielt die CDU wieder deutlich stärkste Fraktion und so wurde Diepgen am 24. Januar 1991 von einer Großen Koalition aus CDU und SPD wieder zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt.

Nach den Wahlen zum Abgeordnetenhaus 1995 und 1999 wurde er jeweils als Chef einer großen Koalition wiedergewählt, wobei sich Diepgen 1995 trotz eigener Stimmenverluste gegen Ingrid Stahmer und 1999 erneut gegen Walter Momper behaupten konnte.

Nach dem Bankenskandal kam es im Frühsommer 2001 zum Bruch der Großen Koalition. Am 16. Juni 2001 schließlich wurde Diepgen mit den Stimmen von SPD, PDS und Bündnis 90/Die Grünen mittels eines Misstrauensvotums abgewählt. Zu seinem Nachfolger wurde der SPD-Kandidat Klaus Wowereit gewählt.

Diepgen war somit insgesamt 15 Jahre und fünf Monate Regierender Bürgermeister und somit der mit Abstand dienstälteste Regierende Bürgermeister der Stadtgeschichte.

Dennoch hatte er es nicht ins Amt des Bundesratspräsidenten geschafft, da das Land Berlin die Bundesratpräsidentschaft während seiner "Regierungspause" (1.11.1989-31.10.1990) innehatte, um sie dann ein halbes Jahr nach seinem erneuten Ausscheiden (1.11.2001) wieder zu übernehmen.

Die Zeit nach der Bürgermeisterschaft


Zur vorgezogenen Abgeordnetenhauswahl im Oktober 2001 trat Diepgen nicht mehr an. 2002 gab er außerdem das Amt des Landesvorsitzenden der Berliner CDU an den ehemaligen Kultursenator Christoph Stölzl ab, nachdem Diepgen von seiner eigenen Partei der Listenplatz eins für die Bundestagswahl 2002 verweigert wurde.

Im Jahr 2004 wählte ihn die Berliner CDU zu ihrem Ehrenvorsitzenden.

Bei der Wahl zum 16. Deutschen Bundestag 2005 kandidierte Eberhard Diepgen als Direktkandidat im Wahlkreis Berlin-Neukölln, unterlag jedoch seinem Gegenkandidaten der SPD, Ditmar Staffelt.

Werke


  • Zwischen den Mächten, Edition Q, Berlin, September 2004, ISBN 3-861245825

Sekundärliteratur


  • Michael Sontheimer, Jochen Vorfelder: Antes & Co. Geschichten aus dem Berliner Sumpf, Rotbuch Verlag, Berlin 1986, ISBN 3-880223246
  • Mathew D. Rose: Eine ehrenwerte Gesellschaft, Transit Buchverlag, Berlin, Juli 2003, ISBN 3-887471792
  • Mathew D. Rose: Berlin. Hauptstadt von Filz und Korruption, Transit Buchverlag, Berlin, Juni 1999, ISBN 3-426269309
  • Mathew D. Rose: Warten auf die Sintflut. Über Cliquenwirtschaft, Selbstbedienung und die wuchernden Schulden der Öffentlichen Hand unter besonderer Berücksichtigung unserer Hauptstadt, Transit Buchverlag, Berlin, September 2004, ISBN 3-887471962

Weblinks


Mann | Deutscher | Vorsitzende des Hauptausschusses des Abgeordnetenhauses von Berlin | Justizsenatoren Berlins | Regierender Bürgermeister (Berlin) | CDU-Mitglied | Burschenschafter | Geboren 1941

Eberhard Diepgen | Eberhard Diepgen

 

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