EUREX ist eine der größten Terminbörsen für Finanzderivate weltweit. Ihre elektronische Handelsplattform bietet Marktteilnehmern Zugriff auf ein breites Spektrum an internationalen Benchmark-Produkten.
Die EUREX ging 1998 aus dem Zusammenschluss der DTB (Deutsche Terminbörse) und der zur SWX Swiss Exchange gehörenden SOFFEX (Swiss Options and Financial Futures Exchange) hervor.
Ende des Jahres 1996 unterzeichnen Deutsche Börse AG und SWX Swiss Exchange einen „Letter of Intent“, eine gemeinsame Handels- und Clearing-Plattform für ihre derivativen Produkte zu schaffen. Am 8. September 1997 wird im schweizerischen Bürgenstock die Bildung einer solchen Plattform offiziell bekannt gegeben; schließlich kann im Laufe des Jahres 1998 die Fusion zwischen der DTB (Deutsche Terminbörse) und der SOFFEX (Swiss Options and Financial Futures Exchange) zur Eurex (European Exchange) technisch und organisatorisch umgesetzt werden. Seit September 1998 handeln die Mitglieder beider Börsen nun auf der gemeinsamen Handels- und Clearing-Plattform. Damit gehören die beiden Börsen zu den ersten Institutionen überhaupt, die den Zugang zu Derivate-Märkten über elektronische Handelsplattformen ermöglicht haben.
Die Muttergesellschaft der Eurex Frankfurt AG ist die Eurex Zürich AG, die 100% der Anteile hält und an der die Deutsche Börse AG und die SWX Swiss Exchange zu gleichen Teilen beteiligt sind. Tochtergesellschaften der Eurex Frankfurt AG sind die U.S. Exchange Holdings, Inc., Eurex Clearing AG, Eurex Repo GmbH und die Eurex Bonds GmbH. Die Eurex Deutschland AG ist der öffentlich-rechtliche Teil der Eurex.
Zu den ersten Produkten, die neben den von der DTB und der SOFFEX übernommenen Produkten an Eurex neu eingeführt werden, gehören Optionen auf den Euro-Schatz-Futures, Dreimonats-EURIBOR-Futures, Euro-Buxl-Futures sowie Futures auf den Dow Jones EURO STOXX 50 Index. Im Geschäftsjahr 1998 werden bereits knapp über 248 Millionen Kontrakte durch insgesamt 313 registrierte Mitglieder gehandelt.
Seit 1999 steht den Marktteilnehmern eine Grafische Benutzeroberfläche für den Handel an Eurex zur Verfügung; im Zuge der Kooperation zwischen Eurex und der Helsinki Exchange Group Ltd. (HEX) werden im September 1999 neue Produkte auf skandinavische Indizes und Einzelwerte eingeführt. Gegenüber dem Vorjahr kann Eurex im Jahr 1999 ein deutliches Wachstum an Mitgliedern (auf über 400) und im Volumen (insgesamt rund 380 Millionen gehandelte Kontrakte) verzeichnen.
Gestaffelt über das Jahr 2000 werden immer mehr Optionen auf einzelne Werte des Dow Jones EURO STOXX 50 Index eingeführt. Ebenso wird in der Folgezeit das Angebot an Futures und Optionen auf Branchenindizes des Dow Jones EURO STOXX und des Dow Jones STOXX 600 kontinuierlich erweitert. Erstmals können auch Optionen auf die liquidesten amerikanischen Einzelwerte an Eurex gehandelt werden. Neben dem Geschäft mit Futures und Optionen baut Eurex ein weiteres Standbein im außerbörslichen Handel und Clearing auf: Gemeinsam mit institutionellen Marktteilnehmern betreibt Eurex ab Oktober 2000 die beiden Plattformen Eurex Bonds und Eurex Repo für den Handel mit Staatsanleihen beziehungsweise den Repohandel mit Staatsanleihen und Jumbo-Pfandbriefen.
Die Vielzahl neuer Produkte und die stetige Verbesserung der Handels- und Clearingbedingungen führen dazu, dass im Jahr 2001 nunmehr über 674 Millionen Kontrakte an Eurex gehandelt werden.
Ein weiterer Meilenstein ist im November 2002 die Einführung des Handels mit Futures und Optionen auf börsengehandelte Index-Fondsanteile, so genannte Exchange Traded Funds (ETFs). Durch die wiederum erweiterte Sektorproduktpalette sowie Optionen auf immer mehr Einzelwerte aus ganz Europa und den USA werden im Jahr 2002 über 800 Millionen gehandelter Kontrakte registriert.
Anfang des Jahres 2003 ergänzt Eurex ihre Produkte im Zinsbereich um Futures auf den Zinssatz EONIA. Der Vertrag zum gemeinsamen Betrieb der Eurex zwischen der Deutsche Börse AG und der SWX Swiss Exchange wird vorzeitig bis zum Jahr 2014 verlängert. Im Dezember dieses Jahres erreicht man die Grenze von einer Milliarde gehandelter Kontrakte, insgesamt sind es 1,014 Milliarden Kontrakte zum 31. Dezember 2003.
Eurex startet im Februar 2004 in Chicago die Terminbörse Eurex US und dehnt damit ihr Geschäftsmodell auch auf den Handel und das Clearing von USD-denominierten Produkten in den USA aus. Mit 1,066 Milliarden gehandelten Kontrakten wird der Wert des Jahres 2003 nochmals übertroffen.
Mit Beginn des Geschäftsjahres 2005 fließen die Erlöse des Gemeinschaftsunternehmens zu 85% an die Deutsche Börse AG und zu 15% an die SWX Swiss Exchange; zuletzt eingeführte Produkte sind Volatilitätsfutures sowie Futures auf sämtliche Einzelaktien aus dem Dow Jones EURO STOXX 50, DAX und auf ausgewählte Werte des schweizerischen SMI.
Auf Euro-Schatz-, Euro-Bobl- sowie Euro-Bund-Futures können auch Optionen gehandelt werden.
Weitere Produkte im Bereich der Zinsderivate sind:
Die Zinsderivate machen rund die Hälfte des Handelsvolumens an Eurex aus. Der Euro-Bund-Futures stellt mit rund einer Million gehandelter Kontrakte pro Tag das umsatzstärkste Produkt an Eurex dar.
Durch die Anbindung der Eurex Bonds Handelsplattform an das Clearingsystem der Eurex Clearing AG besteht eine unmittelbare Verbindung von Kassa- und Terminmarkt, durch die der elektronische Handel der Schuldverschreibungen der Bundesrepublik Deutschland und der Basistitel für alle in die Fixed Income-Derivate lieferbaren Schuldverschreibungen in einem zentralen Quotebuch möglich wird.
Der Euro Repo Markt ermöglicht europäischen Finanzdienstleistern den Zugang zur Refinanzierung mit europäischen Wertpapieren. Eurex Repo gibt den institutionellen Investoren die Möglichkeit, in verschiedenen standardisierten General Collateral Basket-Segmenten ihr Liquiditätsmanagement zu optimieren und von der Markttransparenz eines elektronischen Handelssystems zu profitieren.
Am Schweizer Franken Repo Markt verwalten über einhundert internationale Banken ihre Liquidität. Die Marktteilnehmer können ihr Funding und Collateral Management direkt am Schweizer Interbankenmarkt sowie über eine Beteiligung an den meist täglich stattfindenden Auktionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vornehmen.
Über Eurex Repo finden die Marktteilnehmer somit Zugang zu verlässlichen Handels-, Clearing- und Abwicklungssystemen für den europäischen und schweizerischen Repo Markt. Bei den Repo Geschäften zwischen zwei institutionellen Investoren tritt wiederum die Eurex Clearing AG als zentraler Kontrahent auf und garantiert den Marktteilnehmern somit ihre Anonymität.
Grundsätzlich sind Eurex Bonds und Eurex Repo für alle interessierten Kreditinstitute und Finanzdienstleister offen. Die Unternehmen müssen in ihrem jeweiligen Sitzstaat einer Finanzmarktaufsicht unterstehen. Für Privatanleger ist der Handel an Eurex Bonds und Eurex Repo derzeit nicht möglich, da es ein reiner Interbankenhandel ist.
Zinsderivate:
US-Aktienindexderivate:
Währungs-Futures (Foreign Exchange Futures):
Im September 2005 ist der Handel mit Währungs-Futures gestartet worden. Bislang können Futures-Kontrakte auf die weltweit wichtigsten Währungspaare gehandelt werden - US-Dollar gegen:
Daneben stehen Futures-Kontrakte auf folgende Cross Rates zur Verfügung, um Arbitrage-Möglichkeiten zwischen verschiedenen Währungen ausnutzen zu können:
Zur Verbesserung der Transparenz werden die Kontrakte analog der Konventionen im Interbankenmarkt quotiert.