Eupass italien 200px.jpg Heimtierausweis.jpg Der EU-Heimtierausweis ist seit dem 1. Oktober 2004 bei Reisen in EU-Länder für Hunde, Katzen und Frettchen vorgeschrieben. Der Ausweis wird von dazu ermächtigten Tierärzten ausgestellt; in Deutschland haben alle Tierärzte diese Ermächtigung. Eine gültige Tollwut-Impfung und Kennzeichnung der Tiere sind nötig. In Zukunft ist diese Kennzeichnung nur noch mit einem elektronischen Transponder zulässig, für eine Übergangszeit wird eine Tätowierung als Tierkennzeichnung noch anerkannt.
Für Reisen nach Irland, Großbritannien und Schweden gelten für die nächsten fünf Jahre noch zusätzliche Regeln, der EU-Heimtierausweis reicht hierfür nicht.
Die Vordrucke für die Heimtierausweise werden von verschiedenen Firmen hergestellt und vertrieben. Auf dem Einband sowie auf jeder datentragenden Seite muss die individuelle Kennnummer stehen. Diese Nummer setzt sich zusammen aus dem Code des Mitgliedstaates – zum Beispiel DE für Deutschland – einer Firmenchiffre (beispielsweise 02) sowie der fortlaufendenden Nummer. Außerdem muss das Dokument mit Ausnahme des Einbands zweisprachig ausgestellt sein. Entspricht der Ausweis nicht diesen Vorgaben, können den Tierhaltern an der Grenze ernsthafte Schwierigkeiten erwachsen.
Einen Sonderfall nehmen übergangsweise Irland, Malta, Schweden und das Vereinigte Königreich ein. Für fünf Jahre dürfen sie ihre bisherigen schärferen Anforderungen an den Impfschutz gegen die Tollwut, wie Blutuntersuchung auf Antikörper, und besondere Bestimmungen für eine Behandlung gegen Bandwurm- und Zeckenbefall beibehalten.
Die EU Bestimmungen gelten auch für Schweiz, in Island, Andorra, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und Vatikan
Der Haustier-Ausweis können alle niedergelassenen Tierärzte im Bereich der EU ausstellen und führen, unabhängig vom Wohnort der Tierbesitzers und Standort des Tieres.
Im Heimtierausweis ist eingetragen:
bis auf weiteres reicht auch einen Tätowiernummer
Der EU-Heimtierausweis muss dem Tier eindeutig zugeordnet werden können, dazu muss das Tier mittels Mikrochip (ISO-Norm 11784 oder 11785) oder – übergangsweise noch bis zum Jahr 2011 – durch Tätowierung identifizierbar und die Kennzeichnungs-Nummer im Pass eingetragen sein. Neben Angaben zum Tier und seinem Besitzer muss der Pass den tierärztlichen Nachweis enthalten, dass das Tier über einen gültigen Impfschutz gegen Tollwut verfügt.
Bei Tieren, die schon gekennzeichnet und/oder geimpft sind, kann der Tierarzt die Angaben vom gelben „Internationalen Impfpass“ in den neuen EU-Pass übertragen. Er prüft vorher die Kennzeichnung und die Gültigkeit der Tollwutimpfung – gegebenenfalls muss die Kennzeichnung erneuert bzw. die Impfung aufgefrischt werden.
In den neuen EU-Heimtierausweis können zudem auch alle anderen Impfungen eingetragen werden. Wer einen EU-Heimtierausweis hat, braucht den gelben „Internationalen Impfpass“ dann nicht mehr. Wer nicht beabsichtigt, mit seinem Tier ins Ausland zu reisen, kann auch für Hund, Katze und Frettchen weiterhin den gelben „Internationalen Impfpass“ verwenden. Für andere Haustiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Vögel gilt der EU-Pass nicht.
Die Regelungen zum Heimtierpass gelten grundsätzlich für den privaten Reiseverkehr mit bis zu fünf Tieren wie auch für den Handel zwischen Mitgliedstaaten der EU.
Die Mitgliedstaaten Irland, Malta, Schweden und das Vereinigte Königreich sind ermächtigt, für eine Übergangsfrist von fünf Jahren ihre bisherigen schärferen Anforderungen an den Impfschutz gegen die Tollwut (Blutuntersuchung auf Antikörper) und besondere Bestimmungen für eine Behandlung gegen Bandwurm- und ggf. Zeckenbefall beizubehalten. Entsprechende Behandlungen bzw. Bestätigungen können nunmehr aber direkt im EU-Heimtierausweis vermerkt werden.
Zusätzliche Anforderungen sind auch beim gewerblichen Verbringen/Handel zu beachten.
Außerhalb der EU wird der EU-Heimtierausweis seit 1. Oktober 2004 auch in der Schweiz, in Island, Andorra, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und im Vatikan anerkannt.
Die neuen EU-Heimtierausweise werden von niedergelassenen Tierärzten ausgestellt, die für diesen amtlichen Vorgang von den nach Landesrecht zuständigen Behörden autorisiert werden. Anders als bei den bisher gebräuchlichen gelben Impfpässen handelt es sich bei dem neuen blauen EU-Heimtierausweis um ein amtliches Dokument, dessen Ausstellung bezahlt werden muss.
Bei Reisen nach Irland, Schweden und in das Vereinigte Königreich gibt es zusätzlich zu beachtende Nachweispflichten hinsichtlich des Tollwutimfpschutzes und eine Pflicht zur Behandlung gegen Bandwürmer und Zecken.
Wer ohne den neuen EU-Pass reist, muss mit Problemen an der Grenze rechnen. Im Einzelfall muss mit Sanktionen des jeweiligen Mitgliedstaates gerechnet werden, die bis hin zur Quarantänisierung des Tieres reichen können und mit erheblichen Kosten für den Tierhalter verbunden sind.
Da eine Registrierung der Tiere nicht vorgesehen ist, ist ein zusätzlicher Eintrag in ein „Haustierregister“ ist grundsätzlich anzuraten.
Tierschützer bemängeln, dass die sehr wichtigen Impfungen gegen die Krankheiten Parvovirose und Staupe, die in vielen europäischen Ländern stark verbreitet sind, nicht vorgeschrieben sind.
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