El Niño und die Southern Oscillation (ENSO) beschreiben ein komplex gekoppeltes Zirkulationssystem von Atmosphäre und Ozean im Pazifik. El Niño steht dabei eher für die ozeanischen Zusammenhänge, während die Südliche Oszillation bzw. Southern Oscillation für die atmosphärischen Zusammenhänge steht.
ENSO besitzt drei Phasen: El Niño ist dabei die bekannteste. Daneben gibt es noch den "normalen" Zustand von Ozean und Atmosphäre sowie La Niña, welches das Pendant zum El Niño ist, und deshalb häufig auch als Anti-El Niño bezeichnet wird.
Während ENSO im Bereich des tropischen Pazifiks wirkt, gibt es viele Telekonnektionen, die im Zusammenhang mit ENSO zu stehen scheinen. Die Variabilitäten des Indische Monsuns oder der Hurrikanhäufigkeit in Mittel- und Nordamerika werden mit ENSO eng in Verbindung gebracht.
Kontinuierliche Messungen im Bereich der Mesopause zeigen, dass die Variabilitäten der ENSO bis in große Höhen reichen und damit weit nach Süden und Norden transportiert werden können.
Die hohe Wassertemperatur im westlichen Pazifik sorgt für eine großräumige Konvergenz von feuchter Luft. Die Luft steigt somit über Indonesien in einem Tiefdruckgebiet nach oben und bildet Wolken, die fast täglich Regen bringen. Die aufgestiegene Luft wird sowohl meridional, d.h. nach Norden und Süden, als auch zonal, d.h. entlang des Äquators abtransportiert. Bei dem meridionalen Transport wird von der Hadley-Zirkulation und bei dem zonalen Transport von der Walker-Zirkulation gesprochen. In den Hochdruckgebieten der Subtropischen Hochdruckgürtel und im Hochdruckgebiet über dem östlichen Pazifik sinken die Luftmassen ab. Da solche Absinkprozesse mit Wolkenauflösung verbunden sind fällt in diesen Gebieten nur sehr wenig Regen. Die Luft strömt anschließend wieder in Richtung des Indonesischen Tiefs. Diese Wind werden auch als Passate bezeichnet.
Die Passatwinde bewirken aber nicht nur das Aufquellen von kühlem Tiefenwasser, sondern auch eine Hebung der Thermokline, einer Sprungschicht der Wassertemperatur. Die Prozesse die zu dieser Hebung führen, werden durch die Ekman-Spirale hervorgerufen.
Die Zirkulation über dem Pazifik unterliegt einer saisonalen Schwankung. Im März und April ist die Walker-Zirkulation nur schwach entwickelt, während die Hadley-Zirkulation stark ausgeprägt ist. Im September ist dies gerade umgekehrt. Ebenso wie die Zirkulation unterliegen auch die Gebiete mit augeprägter Konvergenz, d.h. mit starker Wolkenbildung und häufig Niederschlag einer saisonalen Wanderung. Im Sommer ist die Südpazifische Konvergenzzone (SPCZ) nur schwach ausgeprägt, die Innertropische Konvergenzzone (ITCZ) ist jedoch stark über die ganze Länge des Pazifiks entwickelt. Bis zum Anfang des Winters wandern die Gebiete starken Niederschlags südostwärts. Dabei wird die SPCZ stärker, während sich die ITCZ abschwächt. Ab April wandern diese Gebiete wieder nordwestwärts zurück, während die ITCZ erstarkt und sich die SPCZ abschwächt.
Diese Variationen können durch die ausgehende Langwellenstrahlung – en: outgoing longwave radiation (OLR) – mit Hilfe von Wettersatelliten dokumentiert werden. Sie stellt dabei ein Maß für die Temperatur an der Wolkenoberfläche und damit für deren Höhe dar.
Saisonale Änderungen der Passatwinde können eng mit der Bewegung der ITCZ verknüpft werden. Im September, wenn sich die ITCZ sehr weit nördlich befindet, ist der Südostpassat sehr stark und der Nordostpassat schwach. Im März und April ist die Situation gerade andersherum.
Die Innertropische Konvergenzzone (ITCZ) wird durch das wame Wasser im östlich Pazifik weiter südlich verlagert und die Südpazifische Konvergenzzone (SPCZ), von der das Tiefdruckgebiet über Indonesien ein Teil darstellt, weiter nach Westen. Es kommt somit zu einer völligen Umstellung der Zirkulation, und damit verbunden zu starken Anomalien im Niederschlag, Luftdruck, Windrichtung, und Wassertemperatur.
Der Regen über Indonesien bleibt aus, während das trocken Land in Peru durch große Regenmengen weggespült wird. Während die Menschen in Indonesien durch viele Waldbrände bedroht sind, gibt es in Peru viele Überschwemmungen. Auch die Landwirtschaft leidet unter diesen extremen Wetterbedingungen.
Durch die Trockenheit und die Hitze ist das Gebiet, welches oft mit Regenwäldern und Feldpflanzen, die viel Wasser benötigen, oft von extremen Ernteeinbrüchen und Waldbränden betroffen.