ELAS ist die Kurzbezeichnung der Griechischen Volksbefreiungsarmee (Ellinikós / Ethnikós Laikós Apelevtherotikós Stratós, griechisch Ελληνικός / Εθνικός Λαϊκός Απελευθερωτικός Στρατός *). Die ELAS führte während des Zweiten Weltkriegs unter dem Kommando des kommunistischen Widerstandskämpfers Áris Velouchiótis einen erbitterten Partisanenkrieg gegen die deutschen, italienischen und bulgarischen Besatzungstruppen und deren faschistische Kollaborateure.
Im Dezember 1941 beschloss das Zentralkomitee der am 27. September 1941 gebildeten "Nationalen Befreiungsfront" EAM (Ethnikó Apelevtherotikó Métopo, griechisch Εθνικό Απελευθερωτικό Μέτωπο *) die Gründung der Griechischen Volksbefreiungsarmee. Mitte 1942 nahmen die Partisanen der ELAS den bewaffneten Kampf auf. Die ELAS entwickelte sich danach zur stärksten militärischen Macht im griechischen Widerstandskampf, die aufgrund ihres rücksichtslosen Vorgehens auch gegen Landsleute nicht unumstritten war. Um die eigene Machtposition, insbesondere im Hinblick auf die Zeit nach der Befreiung, zu sichern, ging die ELAS sogar so weit, die bürgerlichen Partisanen der EDES im Winter des Jahres 1943 anzugreifen und weitgehend zu vernichten.
Bis September 1944 hatten sich der ELAS ca. 120.000 Kämpfer angeschlossen. Zur ELAS liefen auch Angehörige der in Griechenland eingesetzten deutschen Strafdivision 999 über, die u.a. aus ehemaligen deutschen politischen Häftlingen gebildet worden war. Nach der Kapitulation der italienischen und bulgarischen Besatzungstruppen und dem Rückzug der deutschen Wehrmacht im Oktober 1944 wandten sich EAM und ELAS gegen die von Großbritannien betriebene Wiederherstellung der Monarchie unter Georg II., vor allem aber gegen die Restauration des von General Metaxás hinterlassenen Monarchofaschismus. Aufgrund des Moskauer Geheimabkommens vom 9. April 1944 zwischen den Regierungen Churchills und Stalins war Griechenland zur britischen Einfluss-Sphäre erklärt worden. Die konservative britische Regierung fürchtete die Errichtung einer griechischen Volksrepublik und verfolgte daher einen unversöhnlichen Konfrontationskurs gegen EAM und ELAS, um ihren Machtanspruch in Griechenland durchzusetzen. Das führte Ende 1944 zu bewaffneten Auseinandersetzungen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen, die in der sogenannten Schlacht um Athen ausgetragen wurden. Nach militärischer Intervention Großbritanniens am 5. Dezember 1944 wurde die ELAS entsprechend dem Abkommen von Varkiza vom 12. Februar 1945 entwaffnet und demobilisiert. Nach dem Ende des Bürgerkrieges mussten viele ELAS-Komandeure mit ihren Familien das Land verlassen, um den einsetzenden Verfolgungen zu entgehen. Sie fanden Aufnahme in Bulgarien und Rumänien. Viele von ihnen zogen nach 1949 in die neugegründete DDR, wo sie eine neue Heimat fanden.
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