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Der EHF-Pokal, auch EHF-Cup und ehemals IHF-Pokal, ist ein von der Europäischen Handballföderation jährlich organisierter Pokalwettbewerb für europäische Handball-Vereinsmannschaften. Er wurde 1982 sowohl für Männer- als auch für Frauenmannschaften von der International Handball Federation unter der Bezeichnung IHF-Pokal eingeführt. 1993 übernahm die Europäische Handballföderation die Organisation des Wettbewerbs, der seitdem EHF-Pokal heißt.

Der EHF-Pokal ist einer von mehreren Europapokal-Wettbewerben im Handball. Er steht im Bezug auf sein Prestige hinter der EHF Champions League, dem ehemaligen Europapokal der Landesmeister, und ist hinsichtlich seiner Bedeutung und Wertigkeit mit dem UEFA-Pokal im Fußball vergleichbar. Im Handball gibt es jedoch neben der EHF Champions League und dem EHF-Pokal noch den im Fußball seit 1999 nicht mehr ausgetragenen Europapokal der Pokalsieger, so dass die nationalen Pokalsieger nicht am EHF-Pokal teilnehmen.

Modus


Der EHF-Pokal wird im K.-o.-System mit je einem Hin- und Rückspiel pro Runde ausgetragen. Bei Gleichstand nach beiden Spielen entscheidet die höhere Zahl erzielter Tore im Auswärtsspiel. Ist auch diese gleich, wird zur Entscheidung im Anschluss an das Rückspiel ein Siebenmeter-Werfen ausgetragen.

Bei den Herren spielen in der ersten Runde 16 Mannschaften in acht Spielen. Die verbleibenden acht Mannschaften treten in der zweiten Runde zusammen mit 24 weiteren Mannschaften an in 16 Spielen an. Zu den 16 Siegern der zweiten Runde kommen in der dritten Runde 16 weitere Mannschaften hinzu, darunter der Pokalverteidiger. Mit dem dann bestehenden Teilnehmerfeld aus 32 Mannschaften wird der Wettbewerb bis zum Finale in der siebten Runde ausgespielt.

Bei den Damen spielen in der ersten Runde zwölf Mannschaften in sechs Spielen. Die sechs Sieger treten in der zweiten Runde zusammen mit 18 weiteren Mannschaften in 24 Spielen an. Zu den verbleibenden zwölf Mannschaften kommen in der dritten Runde 20 Mannschaften hinzu, darunter der Sieger des Vorjahres. Das dann aus 32 Mannschaften bestehende Feld spielt bis zum Finale in der siebten Runde.

Welche Platzierung in einer bestimmten nationalen Liga für eine Qualifikation zum EHF-Pokal notwendig ist, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Anzahl der Mannschaften, die aus dieser Liga die Teilnahmeberechtigung für die EHF Champions League erreichen
  • Liga-Platzierung des Siegers im nationalen Pokalwettbewerb
  • Eventuelle Beteiligung des EHF-Pokal-Siegers des Vorjahres in dieser Liga und dessen Platzierung

Bisherige Sieger


Die erfolgreichste Mannschaft im EHF-Pokal der Männer war bisher der THW Kiel mit drei Siegen (1998, 2002, 2004). Die Vereine HC Minaur Baia Mare (1985, 1988), Balonmanon Granollers (1995, 1996) und der SC Magdeburg (1999, 2001) konnten den Pokal zweimal gewinnen. Weitere Mannschaften aus Deutschland mit einem Sieg im EHF-Pokal der Männer waren der VFL Gummersbach (1982), TV Großwallstadt (1984), TuRU Düsseldorf (1989), SG Wallau-Massenheim (1992), SG Flensburg-Handewitt (1997), TUSEM Essen (2005) und TBV Lemgo (2006). Das bisher erfolgreichste Land war Deutschland mit zwölf vor Spanien mit fünf Pokalsiegern.

Bei den Damen konnte Viborg HK bisher dreimal den Pokal gewinnen (1994, 1999, 2004). Je zwei Siege erreichten Chimistul Râmnicu Vâlcea (1984, 1989), ASK Frankfurt/Oder (1985, 1990), SC Leipzig (1986, 1992) und VSC Debrecen (1995, 1996). Erfolgreichste Länder waren Dänemark und Ungarn mit je fünf Pokalsiegern.

Jahr Sieger Herren Sieger Damen
1982 VFL Gummersbach () Trešnjevka Zagreb ()
1983 SIL Saporoschje () Automobilist Baku ()
1984 TV Großwallstadt () Chimistul Râmnicu Vâlcea ()
1985 Minaur Baia Mare () ASK Frankfurt/Oder ()
1986 Győri ETO KC () SC Leipzig ()
1987 Granitas Kaunas () Budućnost Titograd ()
1988 Minaur Baia Mare () Egle Vilnius ()
1989 TuRU Düsseldorf () Chimistul Râmnicu Vâlcea ()
1990 SKIF Krasnodar () ASK Frankfurt/Oder ()
1991 Borac Banja Luka () Lokomotive Zagreb ()
1992 SG Wallau-Massenheim () SC Leipzig ()
1993 CB Santander () Rapid Bukarest ()
1994 CBM Alvira Avidesa () Viborg HK ()
1995 BM Granollers () VSC Debrecen ()
1996 BM Granollers () VSC Debrecen ()
1997 SG Flensburg-Handewitt () Olimpija Ljubljana ()
1998 THW Kiel () Dunaferr Sportegyesület ()
1999 SC Magdeburg () Viborg HK ()
2000 RK Metković () El Ferrobus Mislata ()
2001 SC Magdeburg () MKS Montex Lublin ()
2002 THW Kiel () Ikast Bording EH ()
2003 FC Barcelona () Slagelse FH ()
2004 THW Kiel () Viborg HK ()
2005 TuSEM Essen () Cornexi-Alcoa Székesfehérvár ()
2006 TBV Lemgo () FTC Budapest ()

Weblinks


Handballwettbewerb

 

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