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Die EDEKA-Gruppe ist seit 2005 durch Übernahme der Spar Handels AG der größte Verbund im deutschen Einzelhandel. Basis der EDEKA-Gruppe sind Genossenschaften, in denen sich selbstständige Einzelhändler zusammengeschlossen haben. Regionalgesellschaften sind für das Großhandelsgeschäft verantwortlich und beliefern die selbstständigen Händler wie die Filialbetriebe, die über die Regionalgesellschaften oder die EDEKA Zentrale AG & Co KG zur Gruppe gehören oder mit ihr kooperieren. Hh-citynord-edeka.jpg]]

Geschichte


Die EDEKA-Gruppe entstand 1898, als sich 21 Einkaufsvereine aus dem Deutschen Reich im Halleschen Torbezirk in Berlin zur Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler zusammenschlossen. 13 solcher Genossenschaften vereinigten sich 1907 zum Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften mit angeschlossener GmbH als zentrale Warenbeschaffungsstelle. 1911 wurde aus der Abkürzung EDK (von Einkaufsgenossenschaft deutscher Kolonialwarenhändler) der bis heute gültige Firmen- und Markenname EDEKA gebildet. EDEKA entwickelte im Laufe der Jahre eigene Produkte, die am EDEKA-Siegel zu erkennen sind.

1914 wurde die EDEKA Bank gegründet. 1923 beginnt die Zentralverrechnung. Ab 1933 stehen die EDEKA als Genossenschaften unter Druck. Ab 1936 wird ihr Handeln dirigistisch reglementiert.

Nach dem 2. Weltkrieg wird der Wiederaufbau von einer neuen Zentrale in Hamburg geleitet. 1954 beginnt das Zeitalter der Selbstbedienung. 1955 werden Fruchtkontore in Bochum, Hamburg, Frankfurt/Main und München gebildet. Seit 1957 wird das Non-Food Sortiment wichtig.

1972 gibt sich die EDEKA-Gruppe eine neue Struktur mit der Gründung von 12 Regionalgesellschaften. Die Zentrale und die Bank wechseln die Rechtsform und werden eine Aktiengesellschaft.

1982 beginnt die warenwirtschaftliche Zusammenarbeit mit der AVA AG. 1990 werden etliche HO-Verkaufsstellen übernommen und EDEKA kehrt in die Neuen Länder zurück. 1991 beteiligt sich EDEKA an der dänischen A/S Hoki in Horsens und gründet die CS EDEKA in Tschechien.

1992 steigt EDEKA mit knapp 33 % Anteil bei der AVA AG ein, dieser wird 1993 auf knapp 50 % erhöht. In diesem Jahr beteiligt sich EDEKA an der Gedelfi in Köln.

1997 beginnt die teilweise Zentralisierung des deutschen Einkaufs. 1998 werden Märkte übernommen, u.a. von der AVA AG und der Metro-Gruppe.

Seit 2000 kooperiert EDEKA Danmark mit REMA 1000 A/S, einer Tochter der norwegischen Raitan-Gruppe. Weiter wird die Beteiligung an der AVA AG erhöht.

2001 eine erneute Strukturreform. Die Zentrale wird weiter gestärkt und erhält die heutige Rechtsform EDEKA Zentrale AG & Co KG. Die Zahl der Regionalgesellschaften wird von 12 auf 7 reduziert. Die Beteiligung an der AVA AG wird erhöht. Als Antwort auf die wachsende Bedeutung der Discounter wird die EDEKA-Marke Gut & Günstig wieder aufgelegt. Seit 2003 ist eine Kooperation mit Globus bekannt.

2005 erfolgt die endgültige Eingliederung der AVA AG in die EDEKA-Gruppe und die Übernahme der deutschen SPAR mit etwa 2.100 Einzelhändlern der diversen SPAR-Vertriebslinien und einigen Verbrauchermärkten. Dabei wurde auch die ehemalige SPAR-Tochter Netto Marken-Discount und eine Beteiligung von 25 % an der deutschen Tochter der NETTO-Kette erworben. Die Einkaufskooperation von SPAR mit NETTO wird von EDEKA fortgesetzt.

Seit 2005 ist EDEKA in der Einkaufsallianz ALIDIS/Agenor mit ITM Enterprises (dem Verkäufer der deutschen SPAR und der Netto-Ketten) und EROSKI (Centros Comerciales Ceco S.A., Spanien) verbunden.

Bedeutung


Nach der Übernahme der deutschen SPAR und der Netto Marken-Discount ist EDEKA Anfang 2006 die Nr. 1 im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Der Marktanteil der Gruppe wuchs von 20 auf etwa 26 %. Unter EDEKA und SPAR sind fast 6.000 Einzelhändler tätig, die über 7.000 Geschäfte betreiben. Mit den Filialbetrieben sind etwa 11.500 Geschäfte zur EDEKA-Gruppe zu zählen.

Für das Jahr 2005 wird ein Konzernumsatz von 38 Mrd. € ausgewiesen. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag bei 480 Mio. €. Es war durch die Restrukturierungskosten bei SPAR in Höhe von 100 Mio. € belastet. Die Integration von SPAR und Netto wird die Ertragskraft der EDEKA deutlich stärken. Quelle: Financial Times Deutschland, 17.3.2006

Unternehmensstruktur


EDEKA entstand aus regionalen Genossenschaften. Derzeit bilden 10 Genossenschaften mit etwa 5000 Mitgliedern das Fundament der EDEKA-Gruppe. Die Genossenschaften sind Eigentümer der EDEKA Zentrale und zu 50 % Eigentümer der 7 EDEKA Regionalgesellschaften. Der zweite Gesellschafter bei diesen Regionalgesellschaften ist die EDEKA Zentrale AG & Co KG.

Die EDEKA Zentrale AG & Co KG

Die Zentrale hat als Partner der Genossenschaften bei den Regionalgesellschaften ein grosses Gewicht in der EDEKA-Gruppe. Zusätzlich gestärkt wird die Rolle der Zentrale durch ihre Tochtergesellschaften und Beteiligungen. Dies sind Filialunternehmen des Handels (AVA AG, Netto Markendiscount, Netto Deutschland, EDEKA Großverbraucher-Service, Einkaufszentralen (EDEKA Frucht- und Blumenkontor), Produktionsunternehmen (Rheinberg Kellerei) und zentrale Servicegesellschaften (EDEKA Verlag, EDEKABANK AG, EDEKA Versicherung.

Die Regionalgesellschaften

Die 7 Regionalgesellschaften sind die operativen Einheiten der EDEKA-Gruppe. Sie sind im Kern Grosshandlungen und beliefern die selbstständigen Händler und Filialbetriebe. Sie sind z.T.selbst Eigentümer von Filialbetrieben und Produktionsunternehmen.

Die Regionalgesellschaften sind:

Tätigkeitsfelder und Vertriebslinien


Vertriebslinien sind die Marken, unter denen sich die Firmengruppe am Markt präsentiert. Die folgende Liste soll alle EDEKA-Vertriebslinien nennen. Die Nennung ist unabhängig davon, welches Unternehmen der Gruppe hinter der jeweiligen Vertriebsline steht. Auch muss eine Vertriebslinie nicht unbedingt rechtlich zur Gruppe gehören. Minderheitsbeteiligungen oder Kooperationsverträge können auch Vertriebslinien begründen. Wegen der dezentralen Strukturen in der EDEKA-Gruppe kann diese Liste nur eine Momentaufnahme liefern. Für Vollständigkeit und absolute Richtigkeit kann nicht garantiert werden. Verarbeitet wurden Informationen mit Stand April 2006.

Einzelhandel

EDEKA's Schwerpunkt ist der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland. Dabei ist Lebensmittel im Regelfall auf Alltagsbedarf zu erweitern, denn Wasch- und Reinigungsmittel, Körperpflege und Kosmetik und anderer Alltagsbedarf gehören in den meisten Vertriebslinien ins Standardsortiment.

Im Einzelhandel war EDEKA bis 2004 im wesentlichen in den Segmenten kleiner bis großer Supermärkte und Discount vertreten. Die Übernahme der AVA AG und die Kooperation mit Globus erweiterte die Bedeutung der Verbrauchermärkte.

Discountlinien der EDEKA
Die großen Discounter machen den traditionellen EDEKA-Märkten zunehmend Konkurrenz. Bis 2005 war EDEKA im Einzelhandelssegment der Discounter nur schwach vertreten. Mit der Übernahme der expansiven Netto Marken Discount mit über 1.000 Filialen und der Kooperation mit NETTO Deutschland hat sich das Gewicht dieser Vertriebsform für EDEKA deutlich erhöht. Im Vergleich zu den Großen der Branche erreichen die Discounter der EDEKA Rang 3 auf dem deutschen Discount-Markt.

Name Beschreibung
Kondi Discount-Schiene von EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen
diska Discount-Schiene von EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen
kupsch Premium-Schiene von EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen
Treff-Discount Discount-Märkte der EDEKA Südwest
Netto-Marken Discount seit 2005 von SPAR bzw. ITM zur EDEKA-Gruppe mit ca. 1.000 Märkten
NETTO seit 2005 ist EDEKA-Gruppe mit 25 % beteiligt. SPAR war ursprünglich mit 50 % beteiligt.
NP Niedrig-Preis Discounter der EDEKA Minden-Hannover
aktiv DISCOUNT Discounter der EDEKA Minden-Hannover

Supermärkte
Hier ist das Kerngeschäft der EDEKA-Gruppe.

Name Beschreibung
...nah & gut sogenannter Nachbarschaftsmarkt mit bis ca 400m² , meist in kleinen Orten
EDEKA aktiv markt meist privat geführter Supermarkt mit ca. 400m² bis 1000m², meist in Stadtteilen oder größeren Dörfern
EDEKA Friedrichsen Nachbarschaftsmärkte bis 600 m² (Südwest, Südbayern)
EDEKA neukauf sowohl Privat als auch zentral geleiteter Verbrauchermarkt zwischen 1000m² und 2500m²
SPAR etwa 2100 SPAR-Händler werden zukünftig von EDEKA beliefert und teilweise auf EDEKA-Vertriebslinien umgeflaggt.
Reichelt das Berliner Filialunternehmen gehört seit 2002 zur EDEKA Minden-Hannover
City-Supermarkt Filialen der EDEKA Südwest
Ceka Central-Kaufhaus
Comet Supermärkte Filialen der EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen
V-Markt Verbrauchermärkte der EDEKA-Minden-Hannover
Simmel Filialen im Großraum Süd-West-Sachsen und Ost-Thüringen

SB-Warenhäuser
Name Beschreibung
EDEKA center (E-Center) ist ein SB-Warenhaus von 2500m² bis 5000m², Hypermarkt
Herkules Center SB-Warenhäuser der Rheika-Delta, einer Tochtergesellschaft der EDEKA Hessenring
Marktkauf durch Aufkauf der AVA AG 2004 sind 185 SB Warenhäuser und Verbrauchermärkte hinzugekommen
Globus 36 SB-Warenhäuser

Fachhandel

Zur EDEKA-Gruppe gehören einige Fachhandelsketten. Die größte Bedeutung haben die Bäckerei-Filialbetriebe. Diese beliefern einerseits die diversen EDEKA-Märkte, treten aber selbstständig auf. Dabei betreiben sie sowohl eigene Filialen wie auch Shop-in-Shop bei EDEKA-Märkten.

Name Beschreibung
neukauf reisen 21 Reisebüros der EDEKA Südwest
EDEKA Städte- und Wellness-Reisen Tochter von Edeka Rhein-Ruhr
Profi-Getränke-Shop Getränkefachmärkte EDEKA Südwest
Marktkauf durch Aufkauf der AVA AG 2004 sind 150 Baumarkt- und Gartencenter hinzugekommen
Globus Kooperationspartner seit 2004, betreibt 49 Baumärkte und 9 alpha-tec Elektrofachmärkte
K & U Bäckereifilialen der EDEKA Südwest
Schäfer's Backschop Die Backwarenkette der Edeka Minden-Hannover, die auch unter den Linien Thürmann, Hilbig, Nowack, Semmel Brösel auftritt
Krane Optic 90 Optiker Filialen, durch Aufkauf der AVA AG hinzugekommen
Sport Treff 26 Standorte, Tochter von EDEKA Hessenring und AVA AG
Getränke Treff

Großhandel

Die 7 Regionalgesellschaften sind Großhändler, zumeist mit mehreren Logistikzentren. Als eigenständige Vertriebslinie treten vor allem die Abholgrosshandlungen (Cash + Carry-Märkte) und Großverbraucherlieferanten in Erscheinung.

Name Beschreibung
EDEKA C+C Großmarkt 141 Niederlassungen
EDEKA-Großverbraucher-Service Auf die Belieferung von Großverbrauchern, z.B. Kantinen, Krankenhäuser u,ä. ausgerichtet
Handelshof C+C-Großmärkte im Rheinland, Kooperation mit EDEKA seit 2005
MIOS C + C Fachgroßhandel C+C-Großmärkte der EDEKA-Minden-Hannover
Rullko Kooperationspartner mit Zustell- und Abholgroßhandel
Union SB-Großmarkt Tochtergesellschaft der EDEKA Südbayern - betreibt 18 C+C Großmärkte im südbayerischen Raum
WASGAU Kooperationspartner mit Zustell- und Abholgroßhandel seit 2001
L.Stroetmann Großverbraucherservice

Produktionsbetriebe und Einkaufskontore

Die EDEKA-Gruppe ist mit eigenen Produktionsbetrieben in den Bereichen Backwaren und Fleischwaren vertreten.

Ein zentraler Einkauf für Obst, Gemüse, Südfrüchte und Blumen ist das Fruchtkontor.

Name Beschreibung
Rheinberg Kellerei Grosskellerei in Bingen, Tochter der EDEKA-Zentrale
EDEKA Frucht- und Blumenkontor versorgt die Unternehmen der Gruppe mit Grüner Ware, Tochter der EDEKA-Zentrale
OWK Ortenauer Weinkellerei der EDEKA Südwest
Edeka Südwest Fleisch Fleischwerke für EDEKA Südwest
Bäckerbub Backbetriebe der EDEKA Südwest
Schwarzwaldbrot Backbetrieb der EDEKA Südwest
K & U Bäckereifilialen der EDEKA Südwest
Schäfer's Backschop Die Backwarenkette der EDEKA Minden-Hannover
Thürmann Bäckerei für Reichelt
Gutfleisch Fleischwerk der EDEKA Nord
Bauerngut Fleischwerke der EDEKA Minden-Hannover
Reichelt-Fleischwerk Fleischwerk in Berlin
Rasting Fleischwerk von EDEKA Rhein-Ruhr
Franken-Gut 3 Fleischwerke der EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen
Südbayerische Fleischwaren GmbH Donauland Fleischwerk Ingolstadt, Donlauland Fleischwerk Obertraubling,Chiemgauer Fleisch- und Wurstwaren EDEKA Südbayern
Backtube Wünsche GmbH Bäckerei für EDEKA Südbayern

Zentrale Dienstleister

Diese Tochtergesellschaften sind in erster Linie für die EDEKA-Gruppe und die Genossenschaften als Dienstleister tätig.

Name Beschreibung
EDEKA Verlag verlegt Informationsschriften für EDEKA-Mitglieder
EDEKABANK AG kleines Bankunternehmen für die EDEKA-Mitglieder
EDEKA Versicherungsdienst vermittelt Versicherungen
EDEKA Verband Prüfverband für die EDEKA-Genossenschaften nach dem Genossenschaftsgesetz

Aktivitäten im Ausland

Die österreichischen Tochterfirmen sind ADEG, Magnet, AGM (Adeg Großmarkt) bzw AGM-Gastro und Contra.

Vertreten im Ausland ist die Edeka ebenfalls in Dänemark mit der EDEKA Danmark, CS EDEKA in Tschechien und Marktkauf Russland.

Das Auslandsengagement der EDEKA steht zur Disposition, siehe den nächsten Abschnitt. Deshalb werden hier weitere Details nicht ausgeführt.

Aktuelle Entwicklungen


EDEKA ist mit der Integration der SPAR-Kette gefordert. Es zeichnet sich ab, dass alle Vertriebslinien der SPAR auf entsprechende EDEKA-Linien umgestellt werden.

Reduziert wird das Engagement im Ausland. Der Vorstand hält das Geschäftsmodell der EDEKA für spezifisch an die Verhältnisse in Deutschland angepasst und nicht ohne weiteres für exportierbar. Der EDEKA-Chef Alfons Frenk: "Wir sind ein deutscher Händler und haben kein Interesse am Ausland" (aus Financial Times Deutschland 17.3.2006). In demselben Artikel wird berichtet:

  • Der Verkauf von Marktkauf Rus ist beschlossen.
  • EDEKA hat sich aus Polen, Frankreich und Tschechien zurückgezogen.
  • Die Beteiligungen in Österreich werden gerade zum größtenteil verkauft.
  • Das Geschäft in Dänemark steht derzeit nicht zur Disposition.
  • Gestrafft wird das Baumarktgeschäft von Marktkauf. Unrentable Märkte sollen geschlossen oder abgegeben werden.

Literatur


  • Uwe Spiekermann: Die Edeka. Entstehung und Wandel eines Handelsriesen. in: Peter Lummel, Alexandra Deak (Hrsg.): Einkaufen! Eine Geschichte des täglichen Bedarfs. Arbeiten und Leben auf dem Lande. Bd 10. Verein der Freunde der Domäne Dahlem e.V., Berlin 2005, S.93-102. ISBN 3-9802192-5-9

  • Bundeskartellamt: Verfügung im Fusionsverfahren EDEKA/SPAR gemäss § 40 Abs. 2 GWB, Aktenzeichen B9-52111-Fa-27/05. Hrsg. v. Bundeskartellamt, 9. Beschlussabteilung.

Weblinks


Unternehmen der EDEKA-Gruppe

Handelskette | Genossenschaft | Unternehmen (Hamburg)

EDEKA | EDEKA

 

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