Eon.png Die E.ON AG mit Sitz in Düsseldorf ist einer der weltweit führenden Energiedienstleister mit einer starken Marktposition im deutschen Gas- und Elektrizitätsgeschäft. Der Konzern entstand im Jahr 2000 aus einer Fusion der VEBA und der VIAG.
Die E.ON Ruhrgas ist eine der führenden Gasgesellschaften in Europa und einer der weltgrößten privaten Erdgasimporteure. Kunden sind regionale und lokale Energieunternehmen und Industriebetriebe. Der Vorstandsvorsitzende der E.ON Ruhrgas, Dr. Burckhard Bergmann, gehört als einziger Deutscher im Management-Board der russischen Erdgasgesellschaft Gazprom an, an der Ruhrgas eine Minderheitsbeteiligung hält. Dem E.ON Ruhrgas Konzern gehören neben der E.ON Ruhrgas AG, der E.ON Ruhrgas Transport AG&Co KG, der E.ON Ruhrgas International AG auch die - vor allem als Beteiligungsgesellschaft aufgestellte - Thüga AG an.
Die E.ON Sverige AB, ehemals Sydkraft, und E.ON Finland sind zu der Market-Unit E.ON Nordic zusammengefasst.
Das operative Geschäft der E.ON U.S. wird von der Louisville Gas and Electric Company (LG&E) sowie von Kentucky Utilities Company (KU) betreut.
Im November 2001 meldete die E.ON AG beim Bundeskartellamt die Übernahme einer Mehrheit der Ruhrgas AG, Essen, an. Nach der Ablehnung durch das Kartellamt und der anschließenden Erteilung einer Ministererlaubnis entwickelte sich mit Mitbewerbern ein Rechtskonflikt um den Vollzug der Übernahme, der sich bis März 2003 hinzog. Die E.ON AG wurde dann zum alleinigen Eigentümer der Ruhrgas AG, dem mit einem Marktanteil von ca. 60% der größte deutsche Gasversorgungskonzern mit Sitz in Essen. Am 1. Juli 2004 wurde die Ruhrgas AG in E.ON Ruhrgas AG umfirmiert und so auch nach außen Teil des E.ON-Konzerns.
Seitdem hat E.ON zahlreiche Beteiligungen verkauft, so z.B. den Mobilfunkbereich VIAG Interkom (an die British Telecom; heute O2 Germany) und die Immobiliengesellschaft Viterra und sich damit auf das Strom- und Gasgeschäft fokussiert. Stattdessen wurden in Osteuropa zahlreiche Beteiligungen an nun privatisierten Energieversorgungsunternehmen erworben. Vorstandsvorsitzender Wulf Bernotat bezeichnete nach dem Verkauf von Ruhrgas Industries im zweiten Quartal 2005 den Umbau von E.ON zu einem "lupenreinen Energieunternehmen" als nahezu abgeschlossen. Einzige Ausnahme stellt die verbliebene 43-prozentige Beteiligung an der Degussa AG dar, welche jedoch im Rahmen der Ministererlaubnis des Staatssekretärs Alfred Tacke unter Wirtschaftsminister Werner Müller zur Übernahme von Ruhrgas bis Mitte 2007 verkauft werden muss. Es ist beabsichtigt, den Erlös aus dem Verkauf direkt an die Aktionäre auszuschütten. Ein wahrscheinliches Szenario besteht darin, dass die RAG die verbliebenen Anteile erwirbt, welche bereits die Aktienmehrheit an Degussa hält und ein Vorkaufsrecht besitzt.
Der durch die zahlreichen Desinvestitionen und langjährigen Gewinne hohe Barmittelbestand (Ende des 3.Quartals 2005 knapp 16 Mrd. Euro) und der ebenfalls hohe Free Cashflow (2004: 3,2 Mrd. Euro) sorgen immer wieder für Stimmen, dass E.ON eine große Übernahme brauche um ihr Kapital profitabel anzulegen. Vor diesem Hintergrund erscheint es überraschend, dass das Kaufangebot für Scottish Power von 570 Pence je Aktie (insgesamt ca. 18 Mrd. Euro) nicht weiter aufgestockt wurde und der Übernahmeversuch somit scheiterte. Trotz dieses Scheiterns wurde die Disziplin des Managements, angesichts dieses Drucks keinen überhöhten Kaufpreis zahlen zu wollen, von Analysten wie Investoren durchaus positiv aufgenommen. Anfragen nach einer Sonderdividende wurden von Vorstandschef Bernotat wiederholt abgeblockt. Daher ist es denkbar, dass E.ON über weitere Übernahmen nachdenkt. Allerdings werden für die während des kommenden Jahrzehnts bevorstehenden Kraftwerksneubauten im Zuge des Atomausstiegs (E.ON produziert 50% ihres Stroms aus Kernkraft) Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe fällig werden. E.ON ist weiterhin dabei, in das Geschäft mit verflüssigtem Naturgas (LNG) einzusteigen, was umfangreiche Investitionen in die entsprechende Infrastruktur notwendig macht, und baut darüber hinaus gemeinsam mit Gazprom und BASF die Nordeuropäische Gasleitung durch die Ostsee. Daher ist es auch denkbar, dass E.ON für diese Vorhaben Finanzmittel zurückhält.
Seit der Fusion von VEBA und VIAG im Jahr 2000 hat sich aufgrund der zahlreichen Unternehmensverkäufe die Anzahl der Beschäftigten von 200.000 Mitarbeitern auf rund 78.000 (davon 50 Prozent im Ausland) beim neuen E.ON Konzern reduziert.
Anfang des Jahres 2006 erschütterte eine Affäre um die Bezahlung von Reisen für wichtige Entscheidungsträger kommunaler Großkunden die Konzerntochter E.ON-Ruhrgas. Aufsichtsratsmitglieder von Stadtwerken, in den meisten Fällen Kommunalpolitiker, wurden von E.ON zu Reisen eingeladen, deren fachliche Notwendigkeit für die Tätigkeit im Aufsichtsrat nicht unbedingt zu erkennen ist. Ein Zusammenhang mit sogenannter "politischer Landschaftspflege" und langfristigen Lieferverträgen der Stadtwerke mit E.ON-Ruhrgas liegt nahe.
Das E.ON-Offert von 29,1 Milliarden Euro könnte laut den ersten Verhandlungen von Ende Februar noch etwas aufgestockt werden, denn Endesas Börsenkurs war zwischen August und Februar von 12-14 auf 22-28 Euro gestiegen. E.ON-Chef Wulf Bernotat schätzt, dass die Transaktion incl. Endesas 18 Mrd. Nettoschulden, 3 Mrd. Pensions-Rückstellungen und etwa 5 Mrd. für Minderheitsaktionäre auf 55 Mrd € komme, womit sie die größte der deutschen Geschichte wäre.
Im Falle einer Fusion, für deren Finanzierung E.ON der 2005 erfolgte Verkauf von Ruhrgas-Industries und Viterra zugute kommt, entstünde der weltweit größte Stromversorger: 50 Millionen Kunden, 75 Mrd.Umsatz (47 E.ON, 18 die Spanier) in etwa 30 Staaten (?), und insgesamt 107.000 Beschäftigte im Strom- und Gas-Markt sowie bei der Alternativenergie. Die Börsenkurse der beiden Unternehmen zog in Folge um einige Prozent an.
| Durchschnitt | E.ON Avacon | E.ON Bayern | E.ON edis | E.ON Hanse | E.ON Mitte AG | E.ON Thüringer Energie | E.ON Westfalen Weser | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Erneuerbare Energieträger | 10% | 14% | 16% | 9% | 15% | 15% | 8% | 15% |
| Kernenergie | 30% | 39% | 48% | 14% | 50% | 51% | 13% | 50% |
| Fossile Energieträger + sonstige | 60% | 47% | 36% | 77% | 35% | 34% | 79% | 35% |
| Radioaktiver Abfall (mg/kWh) | 0,8 | 1,1 | 1,3 | 0,4 | 1,4 | 1,8 | 0,4 | 1 |
| CO2-Emissionen (g/kWh) | 550 | 403 | 304 | 717 | 283 | 282 | 701 | 295 |