Der Begriff E-Sport (elektronischer Sport) bezeichnet das wettbewerbsmäßige Spielen von Computer- oder Videospielen im Mehrspielermodus. E-Sport versteht sich entsprechend der klassischen Definition als eigene Sportdisziplin, welche sowohl Spielkönnen (Hand-Augen-Koordination, Reaktionsgeschwindigkeit) als auch taktisches Verständnis (Spielübersicht, Spielverständnis) erfordert. Weitere Schreibweisen, die im deutschen Sprachraum verwendet werden, sind eSport, e-Sport, E-Sports, eSports und e-Sports.
In den folgenden Jahren kam es zu einem kontinuierlichen Spielerwachstum und dementsprechenden Anstieg bei Preisgeldern. Mit dem höheren Niveau der Organisation wurde der Wunsch der aktiven Spieler, ihr Hobby zum Beruf zu machen, stärker. Ende 2004 zeigte der schwedische Warcraft-III-Progamer MaDFroG, dass auch in Europa Progaming keine Utopie mehr ist. MaDFroG lebte ein halbes Jahr in Korea alleine zum Zweck des Geldverdienens durch Computerspielen, was nach der geglückten Premiere sofort Nachahmer fand.
In Südkorea gibt es mit OnGameNet und MBCGame 2 Fernsehkanäle, die ausschließlich über Starcraft berichten. Der Professionalitätsgrad reicht in Südkorea bis hin zu Werksteams, die von Konzernen gesponsert, in einer Spieler-Wohngemeinschaft bis zu 16 Stunden am Tag trainieren. Aus der weltweiten Vorreiterrolle wird Südkorea wohl nur langsam entweichen, erfolgreiche Spieler genießen dort einen ähnlichen Stellenwert wie Popstars. In Europa und Nordamerika ist Counter-Strike der vorherrschende E-Sport-Titel, während in Südkorea Starcraft die höchste Beliebtheit genießt.
Einen der größten Fortschritte machte der deutsche E-Sport, als ein Artikel in der Bild-Zeitung über die World Cyber Games im „Sport“-Teil zu lesen warJUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co: eSport: Die Professionalisierung hat begonnen. Inzwischen emanzipiert sich der E-Sport auch zunehmend in Deutschland. So existiert mit GIGA eSports eine Fernsehsendung, die jeden Tag in der Woche über aktuelle E-Sport-Austragungen und Entwicklungen berichtet sowie jeweils Freitags das iFNG (Intel Friday Night Game) - welches von der ESL organisiert wird - zeigt. Für den August 2006 ist die Ausstrahlung von World-League-eSport-Spielen im deutschen Sportfernsehen geplant. 2007 wird E-Sport erstmals eine offizielle Sportart der Asian Indoor Games2nd Asian Indoor Games: Short List of Designated Sports.
Zwar steht der Deutsche eSport Bund auch Freizeitspielern offen, allerdings werden kommerzielle Ziele im Vergleich zu traditionellen Sportverbänden extrem stark betont. Gleich im Eingangstext der Vorstellung des Verbandes auf seiner Webseite, ist von der Marktsituation und dem Marktpotenzial des E-Sports zu lesen. Auch davon, den E-Sport für Investoren profitabel zu gestalten, ist die rede. Für viele drängt sich, auch mit Hinblick auf die Zusammensetzung des Vorstandes, der sich im wesentlichen aus Anteilseignern oder Mitarbeitern von kommerziellen Ligen oder Teams zusammensetzt, der Verdacht auf, beim Deutsche eSport Bund handle es sich in erster Linie um einen Industrieverband und nicht um einen Sportverband.
Einen Zusammenschluss mehrerer Spieler bezeichnet man im E-Sport-Jargon traditionell als Clan. Es macht sich allerdings auf ein Trend zur Bezeichnung „Team“ bemerkbar. In der MMORPG Szene hat sich dafür der Begriff „Gilde“ eingebürgert. Jeder Clan wählt einen eigenen Namen und definiert dazu ein passendes Short (engl. für „Kürzel“). Der Clanname repräsentiert den Clan im Internet, wobei es allerdings keine globale Clandatenbank gibt und somit mehrere Clans den gleichen Namen und/oder Kürzel haben können. Die Kürzel werden in aller Regel während des Spiels vor, um oder nach dem Spielernamen geschrieben, womit die Zugehörigkeit des Spielers zum Clan erkennbar wird. Clans treten in sogenannten Clanwars gegen andere Clans an. Motivationsgründe sind zum einen der Spaß am gemeinsamen Spielen, zum anderen der Wettstreit mit anderen Clans, welcher wiederum nicht selten innerhalb unterschiedlicher Ligen abgehalten werden.
An der Spitze eines jeden Clans steht der „Clan-Leader“ (engl. für „Anführer“). Oftmals ist dies nur eine Person, die sich „Co-Leader“ als Gehilfen benennt. Die Aufgaben der Leader reichen vom Akquirieren neuer Clanmitglieder, über das Eintragen in Ligen, bis zum Seelentrost der einzelnen Spieler. Verallgemeinert alles womit ein Clan zu tun hat. Die „Wararranger“ (engl. für „Kriegsbearbeiter“) übernehmen dabei oftmals die Aufgaben neue Gegner oder Trainingspartner zu finden, sowie mit diesen Spieltermine zu vereinbaren und dafür zu sorgen, dass vereinbarte Termine auch eingehalten werden.
Im Gegensatz zu Clans aus der Anfangszeit des E-Sports, welche sich in aller Regel auf ein einzelnes Spiel konzentriert haben, stellen heute viele Clans sogenannte „Multigaming“ Clans dar. Dabei unterteilt sich der Clan zu meist selbst in sogenannte „Squads“, welche mehr oder weniger autarke Spielergruppen innerhalb des Clans darstellen. Jedes Squad konzentriert sich dabei auf ein bestimmtes Spiel und tritt unter dem Namen des übergeordneten Clans auf. Die einzelnen Squads haben eigene „Squad-Leader“, der den Posten des Clan-Leaders innerhalb des Squads einnimmt. Er selbst ist der Mittelsmann zwischen den Squad-Mitgliedern und dem Clan-Leader. Squads haben oftmals auch eigene Wararranger. Der Clan-Leader eines Multigaming-Clans ist oftmals selbst kein Spieler mehr, sondern kümmert sich mit seinem Organisationsteam um alle Angelegenheiten des Clans. So haben einige Clans für ihre Internetauftritte eigene Redakteure und Grafiker sowie auch Organisatoren, die sich z.B. um Public Relations kümmern.
Während früher oft die Leistungen einzelner Spieler im Vordergrund stand, verschob sich mit der Zeit die Popularität immer mehr auf die einzelnen Clans. Zu erklären ist dies wohl dadurch, dass die Fluktuation von einzelnen Spielern sehr hoch ist, sich die jetzt „populären“ Clans hingegen seit Jahren in den Spitzen der Ligen befinden. Einigen kommerziellen Teams ist es bereits gelungen ihren Namen als Marke zu etablieren.
Einige wenige Clans formieren sich als eingetragener Verein, oder gar als echte Firma. Diese Clans (sofern man sie als das noch bezeichnen kann) haben zu ihren Spielern oftmals ein vertragsgebundenes Verhältnis. Die größten Organisationen sind in der Lage, ihren Spielern Reisen zu großen LAN-Events rund um die Welt zu ermöglichen und ihnen Gehälter zu bezahlen, die durchaus zum Leben ausreichen.
Professionelle E-Sport-Spieler werden Progamer oder Pro-Gamer (kurz für professional gamer, zu Deutsch „Berufs-Spieler“) genannt. Das Können (auch „Skill“ genannt) der professionellen Spieler hebt sich von dem der durchschnittlichen Spieler auf den Gebieten der Hand-Augen Koordination, des Spielverständnisses, des taktischen Verständnisses und der Fähigkeit zum Teamplay (bei teamorientierten Spielen) stark ab.
Das Berufsbild ähnelt dem des Profisportlers. Wie dieser muss auch ein Profispieler regelmäßig trainieren, um seine Fähigkeiten zu erhalten und weiterzuentwickeln. Viele der Profis der ersten Generation stammen aus Korea. Mittlerweile beschränkt sich das professionelle Spielen aber nicht mehr nur auf Südkorea, auch in Europa, Nordamerika und in anderen Teilen Asiens findet man Versuche, diesen Beruf auszuüben.
Heute ist es bei erfolgreichen Clans üblich ein monatliches Gehalt zu zahlen, das über einen Vertrag geregelt ist, so sind bei Spielerwechsel Ablösesummen nicht unüblich. Viele Spieler wollen selber Profispieler werden und spielen deshalb manche Spiele jahrelang mit hohem privatem Zeiteinsatz. Dass etwa 10 % der männlichen Jugendlichen in Südkorea internetsüchtig sind, ist auch eine Folge dieses intensiven Zeitvertreibes.
Mittlerweile erhalten auch einige europäische Progamer von ihren Clans feste monatliche Gehälter, jedoch bleiben die Haupteinahmequellen der Progamer in der Regel ausgetragene Turniere und Sponsoren. Allerdings gehören auch nichteingehaltene Zahlungsversprechungen bei vielen Clans oft noch zur Tagesordnung.
Im E-Sport gibt es Turniere, Ligen und Ladders. Die Turniere werden meist im Double-Elimination-System ausgespielt. Das Ranking der Ladders wird meist nach dem Elo-System bestimmt. Die wohl bekanntesten Ligen im deutschen Raum sind die ESL, NGL, GSL, die PSL (PlayStation LIGA) und die WWCL, dort bekommen die Gewinner Prämien im 6-stelligen Bereich. International gibt es allerdings weitaus prestige- und preisgeldträchtigere Turniere, wie die CPL und QuakeCon, den ESWC oder die World Cyber Games. Da es keinen E-Sport-Weltverband gibt, gibt es auch keine offiziellen Weltmeisterschaften. Durch den deutschen eSport-Bund ist geregelt, dass die Sieger der ESL Pro Series sich Deutscher Meister nennen dürfen.
Das direkte Antreten zweier Mannschaften im E-Sport bezeichnet man als Clanwar. Ein Clanwar kann entweder online über das Internet oder offline während einer LAN-Party auf einem Gameserver stattfinden. Hierbei wird zwischen Clanwars in einem Liga-Betrieb und sogenannten Funwar (auch Friendly War) unterschieden. Auch die Abkürzungen CW und FW sind dabei sehr gebräuchlich. Bei einem Clanwar geht das Ergebnis in eine Wertung ein, beim Funwar nicht. Die Ergebnisse werden dann meistens auf den Internetseiten der jeweiligen Clans bekanntgegeben.
Unter einem Cheat im E-Sport versteht man den Betrug in einem Spiel durch Programme, um sich einen Vorteil zu verschaffen - ein Cheat (oder Cheatprogramm) ist quasi das Doping im E-Sport-Bereich. Cheats sind gerade im Bereich des professionellen E-Sports verrufen, da inzwischen immer mehr materielle und finanzielle Interessen dort vorliegen.
Die Entwickler der Spiele arbeiten daher an einer Vielzahl von Mitteln, um das Cheaten in Wettbewerben zu verhindern. Es gibt auch unabhängige Programme (z.B. PunkBuster, Argus, Cheating-Death,Aequitas oder Bwac), die solche Cheats ausfindig oder unbrauchbar machen sollen. Üblicherweise werden überführte Cheater in den gängigen Ligasystemen mit Strafpunkten oder dem direkten Ausschluß bestraft.
Cheats etwa Aimbots oder Wallhacks, können öffentlich im Web herunter geladen werden. Somit ist in den meistem Spielen in denen kein Anti-Cheat-Tool eingebaut ist, die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Cheats eingesetzt werden. Aber auch andere Anti-Cheat-Tools wie PunkBuster oder Cheating-Death können nicht immer eventuell benutzte Cheats entdecken. Andere Arten von Cheats sind: Speedhack, Skyscript, laggshot, Multicommand, Maphack...
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