Ein Elektrorad, auch Elektrofahrrad, ist im allgemeinen Sinne jedwedes Fahrrad mit zusätzlichem Elektromotor.
Verkehrsrechtlich motivierte Unterscheidungen
Die Art der Motorunterstützung hat u.a. in Ländern der
EU führerscheinrechtliche Folgen, deswegen wird unterschieden zwischen:
- Fahrrädern mit Tretunterstützung, auch Pedelec genannt
- Fahrrädern mit (tret-)unabhängigem Zusatzantrieb, oftmals E-Bike genannt
Daher lassen sich verkehrsrechtlich folgende Arten unterscheiden:
- Im engeren Sinne wird oftmals nur erstere Gruppe zu den Elektrorädern gerechnet. Diese Pedelecs unterliegen in vorgenannten Ländern weder Helm-, noch Versicherungs- und Führerscheinpflicht, müssen aber ab einer Geschwindigkeit von 25 km/h die Motorunterstützung abschalten.
- E-Bikes im engeren gesetzlichen Sinne des Begriffes „Fahrrad“ dürfen nur 20 km/h schnell fahren, sind aber trotzdem versicherungspflichtig und unterliegen nicht der Helmpflicht. Ein Mofa-Führerschein ist Voraussetzung.
- E-Bikes im weiteren Sinne fallen unter den gesetzlichen Begriff des Kleinkraftrades und dürfen einer Einschränkung gemäß bis 45 km/h schnell werden. Darüber hinaus ist die Bezeichnung Motorrad angebracht.
Organisationsstrukturen
1994 wurde in Deutschland ein gemeinnütziger Verein namens
ExtraEnergy e.V. gegründet, in dem technikinteressierte so genannte „Powerbiker“ sich zusammengeschlossen haben. Der Verein gibt eine Zeitschrift mit regelmäßigen Testberichten und weltweiten Nachrichten zu diesem Themenfeld heraus. Die Webseite ist zweisprachig (englisch/deutsch).
Nutzer
Es gibt vor allem drei ganz unterschiedliche Nutzergruppen:
- Leute, die häufig mit Bergen, Gegenwind oder viel Gepäck zu kämpfen haben;
- Ältere Menschen, denen wegen nachlassender Kraftreserven eine gelegentliche Unterstützung willkommen ist;
- „Powerbiker“, die mit dem E-Rad schneller als jedes Mofa, aber trotzdem nicht verschwitzt vorankommen wollen.
Praxiserfahrungen und Technik
Elektrofahrräder haben durch geringe installierte Leistungen oft eine beschränkte Steigungsbewältigungsfähigkeit. Es sind Fahrräder, auch bergauf muss in die
Pedalen getreten werden. Bei umgerüsteten Flachlandfahrädern mit Geschwindigkeitsbeschränkung und geringer Spreizung bei der
Übersetzung sind Geschwindigkeiten über 20km/h nur durch große Anstrengung zu erreichen. Elektrofahrräder ohne Geschwindigkeitsbegrenzung jedoch erlauben ein Mitfahren im Stadtverkehr ohne Probleme.
*.
Der Knackpunkt für Elektrofahrräder liegt bei der bis heute kurzen
Lebensdauer der
Akkumulatoren. Neue Batterietechnologien verbessern die
Ökobilanz dieser Fahrzeuge jedoch laufend. Im Jahr 2001 noch waren Fahrten zur Arbeit, die in die Nähe der maximalen Reichweite gingen, mit einem beinahe jährlichen Akkuwechsel verbunden. Im Jahr 2005 haben die Akkumulatoren noch immer lediglich eine Kapazität von 160 Wh (bei 24V/7Ah).Die Garantiezeit für die Akkus beträgt weiterhin lediglich 3 Monate. Ein neuer kostet 400 Euro (24V/ 7Ah).Dieseentspricht 160 Wh sind äquivalent 14 cm³ Benzin. Rwindenergie@web.de
Hochtechnologiekonzepte bringen Abhilfe bei entsprechend höheren Preisen. In den USA gehen Rennkonstruktionen (motorradähnlich) bereits über 300 Volt Betriebsspannung
*.Der Preis so eines Akku mit Hochtemp.tech.
ist für den üblichen Kunden "unbezahlbar". Fortgeschrittene Batteriemanagementkonzepte mit Konditionierung einzelner Zellen im Betrieb ändern nichts an dem geringen Energieinhalt von 160 Wh, so gut man auch "managed". Die Lebensdauer wird durch redundante Zellen erhöht und neue
Synchronmotoren mit Seltene-Erden-
Magneten werden den
Wirkungsgrad weiter steigern. Das ändert an der geringen Reichweite kaum etwas, da 160 Wh lediglich ca. 7 km entsprechend bei leichtester Steigung (3/oo). Man vgl.:Max. Steigung des Transrapid ca. 10%.
Rwindenergie@web.de
Literatur
- Hannes Neupert: "Das Powerbike". Moby Dick Verlag, Kiel 2000, 165 Seiten, ISBN 3-89595-123-4
Siehe auch
Elektrofahrzeug,
IFMA,
Velomobil,
Hybridantrieb,
Solarmobil,
Leichtkraftrad,
Mofa,
Moped,
Leichtfahrzeug
Weblinks
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