Dynamitfischen wurde vor allem in Südostasien stark zunehmend ab Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts eingeführt. Die selbstgebastelten Sprengsätze werden meist vom einem Boot ins Wasser geschleudert, wo sie in mehreren Metern Tiefe explodieren. Fische werden durch die Druckwelle betäubt oder direkt getötet oder ihre Schwimmblase platzt. Etwa ein Drittel sinkt unerreichbar auf den Meeresboden ab, ca. 10-20 % wird durch die Strömung abgetrieben, 10-20 % durch Raubfische entzogen, so dass die Ausbeute bei maximal 30-40 % der erreichten Fische liegt.
Die Gründe für diese illegale, nicht selektive Fangmethode liegt in der Unkenntnis der Ökosystemzusammenhänge bei den einfachen Fischern, vor allem aber in dem kurzfristig hohen Ertrag. Viele Fischfanggebiete und Tauchplätze in ganz Südostasien wurden dadurch auf Jahre hinaus stark zerstört, bis hin zum Totalschaden. Viele der langsam wachsenden Korallen, vor allem die verzweigten Korallentypen, sind ein wichtiger Schutzbereich für Jungfische und Fischbrut und fehlen nun. Die meisten legalen und illegalen Methoden können für sich betrachtet ein stabiles Ökosystem grundsätzlich nicht zerstören. Es treten jedoch Synergieeffekte auf, wodurch in weiten, küstennahen Bereichen ehemals ausgezeichneter Fanggründe der Fischfang fast vollständig zusammengebrochen ist.
Dynamit fordert als Kollateralschaden etliche Handamputationen, Erblindungen und andere Verletzungen bei den Fischern. Ab etwa 2000 sorgen verstärkte Kontrollen gegenüber der Dynamitfischerei und Beschlagnahmungen für ein zunehmendes Ausweichen auf den illegalen Einsatz von Cyanid, besonders weil es lautlos anwendbar ist.
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