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Als Dunkelziffer bzw. auch "Dunkelzahl" wird in der Regel das Verhältnis zwischen der Zahl der statistisch ausgewiesenen und der wirklich begangenen Straftaten verstanden (Göppinger 1997). Der Begriff stammt aus der Kriminalstatistik, heute wird er auch erweitert verwendet.

Es wird diskutiert, ob man die Dunkelziffer wirklich schätzen kann, da sie ja eben im "Dunkeln" liegt - man würde von "Dunklem" auf "Dunkles" schließen. Hohe Dunkelziffern sind oft mit einer negativen Konnotation belegt. "Schätzungen" belaufen sich oft auf "zwischen 5 und 20". Der Begriff des Aufhellens des Dunkelfelds (Göppinger 1997) verdeutlicht besser, dass das Verhältnis von Schätzung zum "wahren Wert" keine fixe Größe ist.

Nebenbei ist es ein Wesensmerkmal der Dunkelziffer, dass sie niemand kennt (aber alle einen natürlich exakten Schätzwert zu kennen glauben).

Beispiele


Die Dunkelziffer an gefälschten Bilanzen ist sehr viel höher.
Das Dunkelfeld der Tötungsdelikte wird wegen eines geschlossenen Instituts der Rechtsmedizin wachsen.

Etymologisch interessant ist, dass die Dunkelziffer keine Ziffer, sondern eine Zahl bezeichnet.

Literatur


  • Sachbuch:
    • Sabine Rückert: Tote haben keine Lobby : die Dunkelziffer der vertuschten Morde Hoffmann und Campe, 1. Aufl. Hamburg 2000. 302 S. ISBN 3-455-11287-0 Rezension
    • Hans Göppinger: Kriminologie, Beck Verlag (1997) ISBN 34063732
    • Gerhard Heilenz: Kindesmißhandlung: Häufigkeit und Dunkelziffer : eine Querschnittsuntersuchung an 1003 stationären PatientInnen der Universitäts-Kinderklinik Freiburg. Freiburg im Breisgau, Univ., Dissertation 1995. 114 S.
    • Klaus Scheib: Die Dunkelziffer bei Tötungsdelikten aus kriminologischer und rechtsmedizinischer Sicht. Logos-Verl., Berlin 2002. 289 S. (Zugl. Berlin, Humboldt-Univ., Dissertation 2001) ISBN: 3-8325-0050-2
    • Karl Brasse: Dunkelziffer von Unfalltoten. Münster (Westfalen), Univ., Dissertation 1990
    • Helmut Hartmann: Sozialhilfebedürftigkeit und "Dunkelziffer der Armut" : Bericht über das Forschungsprojekt zur Lage potentiell Sozialhilfeberechtigter. Kohlhammer, Stuttgart 1981. 187 S. ISBN 3-17-007496-2

  • Belletristik:
    • Dimitris Papakonstantinou: Dunkelziffer. Kriminalroman um eine Männerfreundschaft. . Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1988. 182 S. ISBN 3-499-18243-2
    • Peter Zingler: Dunkelziffer. Ein Flensburg-Krimi. Heyne Verlag, München 2005. 220 S. ISBN 3-453-43013-1
    • Andrea Kane: Dunkelziffer. No way out. Übersetzung von Barbara Ritterbach. Luebbe 2005 Taschenbuch 477 S. ISBN 3-404-15294-8

Empirische Sozialforschung | Kriminologie | Medizinstatistik

Tamni broj | 黑暗數字

 

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