Dune sunrise.jpg Dune (deutscher Titel Der Wüstenplanet) ist der Titel der ersten Folge einer Reihe von Science-Fiction-Romanen von Frank Herbert, und zugleich einer der Namen des Planeten Arrakis, auf dem die Handlung spielt. Dune gewann 1965 als erster Roman den Nebula Award. Ein Jahr später folgte der Hugo Award in der selben Kategorie. Bis heute verkaufte das Buch sich über zwölf Millionen mal.
Der ursprüngliche Wüstenplanet-Zyklus von Frank Herbert wurde nach dessen Tode um bislang zwei zeitlich früher angesiedelte Romanserien erweitert: Die Frühen Chroniken, die einen direkten Vorspann bilden, sowie die ca. 10.000 Jahre vor den "Frühen Chroniken" angesiedelten Legenden. Autoren dieser neuen Serien sind Frank Herberts Sohn Brian Herbert und Kevin J. Anderson.
Die ersten drei Bände hängen zeitlich und in den Hauptpersonen eng zusammen, siehe Dune – die erste Trilogie. Der vierte Band ist einige Tausend Jahre in die Zukunft gesetzt, und die beiden letzten Bände bilden wiederum ein eng aufeinander abgestimmtes Paar. Ein siebter Band sollte die mit Heretics und Chapterhouse begonnene zweite Trilogie abschließen, wurde aber aufgrund Herberts Tod nicht vollendet.
Kevin J. Anderson und Herberts Sohn Brian Herbert haben angekündigt, zwei neue Bücher (Hunters of Dune und Sandworms of Dune) zu veröffentlichen. Diese sollen auf Frank Herberts Notizen zum siebten Buch basieren und die Wüstenplaneten-Saga damit abschließen.
Die frühen Chroniken von Brian Herbert und Kevin J. Anderson bilden zusammen einen Handlungsbogen und erzählen die unmittelbare Vorgeschichte zum ersten Roman Der Wüstenplanet. Die Legenden gehen zu den Anfängen des Dune-Universums zurück, und versuchen, die Macht- und Gesellschaftsstrukturen zu begründen.
Die Welt der Wüstenplanet-Romane ist in eine ferne Zukunft gesetzt (beim ersten Buch ca. 26391 n. Chr. Jahr 10191 beschreibt das Jahr nach Gründung der Raumgilde, die ca. 16200 n. Chr. gegründet wurde.), in der die Menschheit in einem feudalen Imperium unter einem Kaiser (Padishah-Imperator) und lokalen (d.h. planetarischen) Fürsten auf einer Vielzahl von Planeten lebt. Die Navigatoren der Raumfahrergilde stellen die schnelle und einzige Verbindung zwischen den Welten des Imperiums sicher. Daneben stellen die Techniker vom Planeten Ix (sprich: i-x) und der ausschließlich von Frauen gebildete Orden der Bene Gesserit wichtige Machtgruppen. Denkende Maschinen (Computer, Cyborgs) wurden vor langer Zeit in einem Krieg vernichtet (Butlers Dschihad) und dürfen nicht benutzt werden. Stattdessen wurden Menschen zu mathematischen Höchstleistungen konditioniert (so genannte Mentaten).
Die Dune-Saga entfaltet sich in dem Konflikt zweier Fürstenhäuser, Atreides (gesprochen: A-tre-ides, nach dem legendären griechischen Ahnherrn Atreus) und Harkonnen, um den Wüstenplaneten (Arrakis, von den Fremen Dune genannt). Der Wüstenplanet ist aufgrund der nur dort gefundenen Droge „Melange“ (zu deutsch Mischung), auch bezeichnet als Spice (zu deutsch Gewürz), von herausragender Bedeutung: Nur die „Melange“ ermöglicht den Navigatoren der Raumschiffe, die Verbindung zwischen den weit entfernten Welten herzustellen – also durch hellseherische Sicht in die sehr nahe Zukunft die überlichtschnellen Schiffe sicher durch den Hyperraum zu steuern. Ohne „Melange“ würde das Imperium auseinanderfallen. Daneben hat „Melange“ bewusstseinsverändernde und das Altern verlangsamende Eigenschaften und kann bei entsprechender Dosierung zu leichten bis immensen Suchterscheinungen führen. Aus diesem Grund ist die Herrschaft über den Wüstenplaneten stark begehrt, aber auch umkämpft. Der Romanzyklus beginnt mit der Übergabe des Wüstenplaneten als Lehen durch den Kaiser vom Haus Harkonnen an das Haus Atreides.
Mehr im Artikel zur ersten Trilogie.
Ein wichtiges Motiv dieses Romans ist die Bedeutung der Religion. Leto erscheint gottgleich und wird von einer fanatischen Kirche verehrt. Ohne dass es den Beteiligten klar wird, plant Leto seinen eigenen Tod, um die von ihm in Fesseln gelegte Menschheit wieder freizusetzen. Dieses Motiv eines sich für die Menschheit opfernden Gottes ist aus verschiedenen Religionen bekannt.
Der Roman endet, als Menschen, die genetisch bedingt außerhalb der Vision Letos stehen (Siona Atreides und Duncan Idahos Nachkommen), in die unbesiedelten Weiten des Universums aufbrechen, und die Menschheit in die „Unendlichkeit“ verstreuen. Letos Plan, die Menschheit zu bewahren, gelingt.
Die Romane sind weiter um einige 10.000 Jahre in die Zukunft gesetzt. Die Menschheit hat technische, biologische und psychologische Fortschritte gemacht, doch die zentrale Frage der vorigen Romane, das Überleben der Menschheit und die Frage, was es ausmacht, Mensch zu sein, kehren wieder.
Das Universum wird nicht mehr von einem Kaiser regiert; unabhängige Gruppen (Bene Gesserit, Bene Tleilax, Geehrte Matres) ringen um die Vormacht, als die Rückkehr anderer Machtgruppen aus der Verstreuung das Gleichgewicht stört. Die Übermacht dieser Gruppen droht das Ende der Menschheit, einschließlich der Rückkehrer, einzuleiten. Beide Romane verfolgen die Anstrengungen der Bene Gesserit, in deren Rängen viele Nachkommen der Atreides sind, den Untergang abzuwenden.
Wiederkehrende Themen sind bewusstseinsverändernde Drogen (Die Leute von Santaroga) oder Fähigkeiten (Die Riten der Götter), die Frage nach einer stabilen Regierungsform (Die Augen Heisenbergs), genetische Manipulation oder die Züchtung von Übermenschen (Die Riten der Götter, Die Augen Heisenbergs) sowie eine von Frauen geleitete Geheimgesellschaft, die die Regierungsübernahme anstrebt (Die Riten der Götter). Jene Romane lassen sich als literarische Versuche deuten, in denen Frank Herbert seine Ideen entwickelte, bevor sie in sein Hauptwerk einflossen.
Die gesellschaftlich relevanten Themen seiner Zeit spiegeln sich direkt oder als Metaphern im Roman wieder: Die schnelle wissenschaftlich-technische Entwicklung, besonders der elektronischen Rechentechnik, rief irrationale Ängste vor der Machtübernahme durch Maschinen und Computer hervor. Damit einher gingen die umfassende Verschiebung und das Wegbrechen traditioneller Werte und religiöser Grundlagen. Vor dem Hintergrund der permanenten Drohung einer globalen Vernichtung durch die Atomwaffen des Kalten Krieges suchte die Jugendkultur Alternativen in östlichen Philosophien und Heilslehren, begleitet vom Konsum psychogener Drogen. Man begann, die ökologischen Auswirkungen der raschen und extensiven Industrialisierung zu hinterfragen. Feminismus, Gleichberechtigung und die neu zu definierende Rolle der Frau wurden zu heftig diskutierten Themen. Nicht zuletzt finden die tiefgreifenden philosophischen Grundsatzfragen, die der Quantentheorie innewohnen, ihren Widerhall.
Es ist leicht nachvollziehbar, dass ein mit solchen Zutaten gespickter Zukunftsroman schnell zum Kultbuch der revoltierenden Jugend in den späten Sechzigern avancierte.
Frank Herbert war vor dem Verfassen der ersten drei Dune-Bücher an Fragen der Wüstenbildung und Ökologie interessiert, und versuchte gleichzeitig, die Abhängigkeit der Menschheit vom Erdöl literarisch (in Form von Melange) zu fassen.
Die Vermischung ökonomischer und religiöser Faktoren auf dem Wüstenplaneten hat viele Parallelen mit der Situation im Nahen Osten.
Erfolgreiche Verarbeitungen des Themas werden in folgenden Artikeln beschrieben:
Das englische Original, National Lampoon′s Doon wurde 1984 veröffentlicht. Franz und Herbert – Der wüste Planet – Die Parodie von Ellis Weiner erschien 1985 in Deutschland.
Dune Generations, eine Verbindung aus Massive Multiplayer Online Roleplaying Game und Echtzeit-Strategiespiel wurde nicht fertiggestellt, da die Firma Cryo Interactive Entertainment geschlossen wurde.
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