article Related Topics:
Dune :: Dunn :: Dunn,_Michael :: Dunne :: Duncan :: Dunne,_Griffin :: Dune_Warriors :: Dunhuang :: Dunn,_Michael_Thomas :: Dunlop
 

Ein Dun ist eine zumeist kreisrunder oder ovaler, stets von einer Mauer umgebener vorzeitliche Siedlung. Es ist die irische (gälische) Bezeichnung für eine Anlage die regional auch als Caher, Cathair oder Cashel und lage-, form- bzw. materialbezogen auch als bzw. Cliff-, Caostal-, Hill-, Promontory-, Ring- oder Steinfort bezeichnet wird. Gleiche Bauweisen, jedoch statt von Mauern von Erdwällen und/oder Pfostenringen gefasste runde Komplexe heißen in Irland Rath, in England Henge und in Deutschland Erdwerk.

Irland

Dun ist mit Bezug auf einstige oder noch existente Anlagen dieser Art, auch ein Namensteil irischer Castles (Dunguire Castle) und Orte Auf den Britischen Inseln (Dundalk, Dundee, Dun Laoghaire). Mitunter kommen auch die verfremdeten Formen "Don" oder "Doon" (Donaghmore, Donegal, Doonmore) vor. Auch die regionale Form Caher (Caherdaniel, Cahersiveen) ist im Südwesten als Ortsname verbreitet. Alle verweisen auf ein gegebenenfalls ausgegangenes Dun. Die bekanntesten (weitgehend) erhaltetene irischen Duns sind Dun Aenghus auf der Araninsel Inishmore und Dunbeg (das kleine Dun - Dunmore das große Dun) auf der Dingle-Halbinsel im Co. Kerry.

Unter den restaurierten, primär großen Duns, die als Steinforts bezeichnet werden, sind Staigue Fort in Co. Kerry und der Grianan of Ailech in Co. Donegal hervorzuheben. Merkmal jener Duns die Cliff Forts geheißen werden ist ihre Form und Lage. Im Inland liegen sie an einer steilen hohen Geländekante, am Meer an einer Steilklippe. Solche Lagen hatten den Vorteil, dass man beim Bau ihrer Umwallung einen größeren Teilbereich (etwa 40%) einsparte und halbkreisartige Anlagen schuf. Anlagen die auf einem Sporn liegen werden als Promontoryfort (Vorgebirgsfort) bezeichnet. Duns entstanden sogar auf winzigen Inseln, wie Doon Lough (übersetzt: das See-Dun), in Donegal, das 90% der gesamten Felseninsel einnimmt und zuweilen auch als Crannóg angesehen wird. Ein anderes Merkmal von Duns (insbesondere aber von Raths) können Souterrains sein, die (offenbar) auch als eigenständige Anlage vorkommen, aber oft im Kontext mit Raths oder Duns, wie im Drumena Cashel in Co. Down angetroffen werden. Insgesamt können der Gattung Ringanlagen aus Erde und Stein auf der irischen Insel (also incl. Nordirland) die gewaltige Zahl von 35.000 - 40.000 Anlagen zugerechnet werden.

Großbritannien

In Schottland ist Dun der Namensteil vieler runder Türme denen die Normannen die Gattungsbezeichung Broch gaben und die die bauliche und ideologische Entsprechung der irischen Duns darstellen. Duns wurden zwischen 300 v. Chr. und 1300 n. Chr. (nach Stout) in der späten Eisenzeit und in der frühchristlichen Zeit gebaut bzw. genutzt. Mehr als 100 Orte in Großbritannien haben Dun als Prefix. In der Grafschaft Angus in Schottland existiert in der Nähe von Brechin sogar ein Ort namens Dun. Wesentlich seltener ist hier das Prefix Rath (5) oder Rat (13).

Funktion

In der englischsprachigen Archäologie wird der fortifikatorische Charakter dieser Anlagen betont, die den Aufgaben ihrer Zeit aber gar nicht gerecht wurden. Aus frühchristlicher Zeit ist überliefert, dass jene Clanchiefs, die sich zum Christentum bekehrten, den Mönchen ihr Dun übergaben. Das hätten sie unterlassen, wenn es sich bei der Anlage um einen Wehrbau gehandelt hätte. Eine Kultbau auszuhändigen macht dagegen Sinn, zumal die frühesten irischen Klöster in ehemaligen Duns entstanden oder die Form der Duns in architecktonisch kaum gewandelter Form fortsetzten. Duns oder Raths werden in der irischen Mythologie mit Göttern oder den mit göttergleichen Fähigkeiten ausgestatteten Helden (nach Art des Herkules) in Verbindung gebracht. Der Name des pankeltischen Gottes Lugh kommt nach Ansicht der Sprachforschung in Verbindung mit dem Prefix oder Suffix Dun in Städtenamen wie Laon, Leiden oder Lyon vor. Die Forschung erkennt im keltischen Gebiet insgesamt 15 Orte dieses Namens und es gibt Hinweise darauf, dass Dun ursprünglich Ort im Sinne von (heiliger) Platz oder Tempel heißt. Die Kombination Dun und Lugh wird oft mit „Festung des Lugh“ übersetzt. Im übrigen bezeichnen einige Wortkombinationen auch den vermeintlichen (sagenhaften) Besitzer eines Dun. Dun Laoghaire (Dun Laoire), der große Fährhafen bei Dublin, ist zum Beispiel (retrospektiv) nach dem sagenhaften König Lear benannt worden. Dunguaire Castle bei Kinvarra Co. Galway wurde neben dem Dun eines Königs Guaire von Connacht (gest. 622 n. Chr.) errichtet.

Literatur


  • Matthew Stout: The Irish Ringforts 1997 ISBN 1-851-582-7
  • Juergen E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom 2003. ISBN 3-930036-70-3

Irland | Erdwerk | Archäologischer Fachbegriff

Dún | Dun (forteresse)

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Dun".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld