Dumnorix († 54 v. Chr.) war ein keltischer Stammesfürst im 1. Jahrhundert v. Chr. Er gehörte dem zentralgallischen Stamm der Haeduer an und führte diesen zeitweise an.
Der Name leitet sich von den gallischen Wörtern dumno („Welt“) und rix („König“) ab, er bedeutet also etwa wie „König der Welt“.
Dumnorix ist vor allem aus Caesars De Bello Gallico bekannt. Als Dumnorix’ Bruder, der Stammesführer Divitiacus, 61 v. Chr. nach Rom ging, um dort Hilfe gegen die Sequaner und gegen Ariovist zu erbitten, übernahm Dumnorix die Herrschaft über die Haeduer. Im Jahr 58 v. Chr. wurde er jedoch von Caesar abgesetzt und sein Bruder wurde wieder Stammesführer. Dennoch blieb Dumnorix ein sehr vermögender und einflussreicher Mann – so konnte er beispielsweise auf eigene Kosten eine große Zahl von Reitern unterhalten, die er immer um sich hatte. Auch war er sehr freigiebig dem haeduischen Volk gegenüber, was ihm zu großer Popularität verhalf.
Auch bei benachbarten Stämmen wie den Sequanern und den Helvetiern besaß Dumnorix Einfluss, den er durch geschickte Heiratspolitik erworben hatte: Er heiratete die Tochter des mächtigen Helvetiers Orgetorix. Seinen Einfluss konnte er im Jahr 58 v. Chr. einsetzen, als durch seinen Zuspruch die Helvetier das Gebiet der Sequaner durchqueren durften. Caesar berichtet, dass Dumnorix zusammen mit Orgetorix, einem Stammesfürsten der Helvetier, einen Umsturz plante. Er wollte seinen eigenen Bruder abermals absetzen, König der Haeduer werden und mit seinem Schwiegervater ganz Gallien erobern; diese Aussage könnte allerdings lediglich der Propaganda Caesars entsprungen sein. Nachdem Caesar von neuerlichen Anschuldigungen erfahren hatte, Dumnorix konspiriere mit den Helvetiern, ließ er ihn schließlich festnehmen. Auf die Bitte des Divitiacus hin wurde er jedoch begnadigt und musste Caesar im gallischen Krieg begleiten.
Fast vier Jahre lang verhielt sich Dumnorix ruhig, plante aber einen Umsturz. Caesar hatte von diesen Plänen erfahren und wollte ihn deshalb im Jahr 54 v. Chr. mit auf seine Reise nach Britannien nehmen. Ein Handeln seitens Dumnorix während seiner Abwesenheit wollte Caesar so verhindern. Tatsächlich hatte Dumnorix – Caesar zufolge – auf einer Versammlung der Haeduer erklärt, Caesar habe ihn zum König des Stammes gemacht. Caes. Gall. 5, 6, 2: Accedebat huc quod in concilio Aeduorum Dumnorix dixerat sibi a Caesare regnum civitatis deferri. Das haeduische Volk war ob dieses angeblichen Fremdeingriffs empört. Dumnorix bat Caesar darum, nicht mit nach Britannien fahren zu müssen, weil er sich vor dem Wasser fürchte und „religiöse Bedenken“ (religionibus impediri) habe. Caesar lehnte dies ab. Daraufhin versuchte Dumnorix, die principes Galliae, die führenden Männer Galliens, zu überzeugen, sich Caesars Befehl zu widersetzen und auf dem Festland zu bleiben.
Caesar erfuhr von diesen Machenschaften und versuchte dagegen vorzugehen: Während er im Hafen auf günstigen Wind für die Abfahrt nach Gallien wartete, versuchte er Dumnorix möglichst gut unter Kontrolle zu halten. Als die Bedingungen für die Abreise günstig waren und Caesar befohlen hatte, alles für die Überfahrt bereitzumachen, versuchte Dumnorix mit einer Gruppe Reiter zu fliehen. Caesar erfuhr auch davon und schickte, einen großen Teil seiner Reiterei, mit dem Befehl hinterher, Dumnorix entweder lebendig festzunehmen oder aber, sollte er sich wehren, zu töten). Dumnorix wehrte sich und kämpfte, wurde jedoch getötet.
Mann | Gallier | Militärperson (Gallien) | Gestorben 54 v. Chr.
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